Mit Hochdruck gegen Bluthochdruck

Bluthochdruck, in der Fachsprache auch Hypertonie genannt, ist längst zur Volkskrankheit geworden: Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland leidet darunter. Laut dem aktuellen Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK waren im Jahr 2023 über 29 Prozent der Bevölkerung ab 20 Jahren von Hypertonie betroffen. Diese Zahlen sind alarmierend, denn ein dauerhaft erhöhter Blutdruck ist keineswegs harmlos – er ebnet den Weg für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden. Laut dem neuesten WHO-Bericht von September 2025 ist Bluthochdruck der Risikofaktor Nummer eins für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese sind die häufigste Todesursache in der Europäischen Union und hierzulande für rund 33 Prozent aller Todesfälle verantwortlich.

 

Woran merke ich, dass mein Blutdruck zu hoch ist?

Bluthochdruck verursacht in der Regel keine spürbaren Beschwerden und schleicht sich unbemerkt ins Leben. „Man sieht ihn nicht und spürt ihn nicht, dies ist das Tückische am hohen Blutdruck. Deswegen wird der Bluthochdruck auch ‚stiller Killer‘ genannt“, betont Prof. Dr. Heribert Schunkert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung und Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums München. „So ist es besonders wichtig, die eigenen Blutdruckwerte zu kennen, denn nur so lässt sich ein bis dahin unerkannter Bluthochdruck aufdecken“, ergänzt der Kardiologe.

 

Wer sollte seinen Blutdruck messen lassen?

Der Blutdruck sollte frühzeitig und regelmäßig gemessen werden – idealerweise bereits ab dem Schuleintritt beim Kinderarzt. Denn auch wenn Hypertonie vor allem bei älteren Menschen auftritt, zeigen Daten der Hochdruckliga, dass die Erkrankung auch vor der jüngeren Generation nicht haltmacht. Etwa drei Prozent der Kinder in Deutschland sind bereits betroffen. Bei Erwachsenen erfolgt die Blutdruckmessung im Rahmen der Routineuntersuchung beim Hausarzt, aber auch in Ihrer Guten-Tag-Apotheke ist eine Messung möglich. Nutzen Sie gerne diese niedrigschwellige Möglichkeit, Ihren Blutdruck zwischendurch kontrollieren zu lassen. „Die Werte sollten in einem Blutdruck-Pass protokolliert werden, damit der Verlauf dokumentiert ist und beim nächsten Arztbesuch besprochen werden kann“, rät Schunkert. So behalten Betroffene und Ärzte den Überblick und können bei Auffälligkeiten frühzeitig reagieren.

 

Wie wird der Blutdruck gemessen?

Für eine sorgfältige Messung empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga, dass diese frühestens nach fünf Minuten im entspannten Sitzen erfolgen sollte. Körperliche Belastung und vorheriger Konsum von Kaffee oder Schwarztee sind tabu. Der Unterarm sollte auf einer Unterlage gelagert werden, sodass die Blutdruckmanschette am Oberarm auf Herzhöhe liegt.

 

Welche Werte werden bei der Messung ermittelt?

Wenn das Blut durch den Körper fließt, übt es Druck auf die Wände der Arterien und Venen aus. Dieser Blutdruck wird maßgeblich von zwei Faktoren beeinflusst: von der Kraft, mit der das Herz das Blut durch das Gefäßsystem pumpt, sowie von der Elastizität und dem Durchmesser der Gefäße. Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte ermittelt: Der systolische Wert – die erste Zahl – gibt den Druck in den Gefäßen an, wenn sich der Herzmuskel maximal zusammenzieht und das Blut kraftvoll in den Körper pumpt. Der diastolische Wert – die zweite Zahl – zeigt den Druck während der Entspannungsphase des Herzens, wenn es sich mit Blut füllt. Laut AOK gilt der Blutdruck als normal, wenn der systolische Wert unter 130 mmHg und der diastolische Wert unter 85 mmHg liegt. 120 zu 80 wäre zum Beispiel ein normaler Blutdruckwert. Wichtig zu wissen: Blutdruckschwankungen im Laufe des Tages sind völlig normal und gesund. Deshalb geben erst mehrere Messungen verlässlich Auskunft darüber, ob tatsächlich Bluthochdruck vorliegt und wie schwer die Erkrankung ausgeprägt ist.

 

Was tun, wenn der Blutdruck zu hoch ist?

Hier ist der erste Ansprechpartner der Hausarzt. Denn wenn die Blutdruckwerte dauerhaft im erhöhten Bereich liegen, ist eine konsequente Behandlung unverzichtbar. Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt von der individuellen Situation ab – dabei spielen die Höhe des Blutdrucks, weitere Risikofaktoren und eventuell bereits eingetretene Organschäden eine Rolle. In der Regel setzt die Behandlung auf zwei Säulen: Zum einen auf Anpassungen des Lebensstils – dazu gehören eine gesunde Ernährung, gegebenenfalls Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung sowie ein reduzierter Konsum von Salz und Alkohol. Zum anderen kann eine medikamentöse Therapie mit blutdrucksenkenden Mitteln notwendig werden.

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Was ist eigentlich ein Hörsturz?

Wenn man von einem Moment auf den anderen schlechter oder gar nicht mehr hört, kann ein sogenannter Hörsturz dahinterstecken. Lesen Sie, um was es sich dabei genau handelt und was dagegen hilft.

 

Ein lauter Knall, eine Virusinfektion oder bestimmte Medikamente – es gibt zahlreiche Gründe für eine plötzliche Verschlechterung des Hörvermögens. Lässt sich kein eindeutiger Auslöser identifizieren, so spricht man von einem Hörsturz. Als Hauptursache wird eine Durchblutungsstörung des Innenohrs vermutet. Darüber hinaus scheint anhaltender Stress ein Risikofaktor für einen Hörsturz zu sein. Obwohl prinzipiell Menschen aller Altersgruppen einen Hörsturz erleiden können, sind vor allem Erwachsene ab einem Alter von 40 Jahren betroffen. Die Häufigkeit ist unter Männern und Frauen in etwa gleich. Schätzungen der Deutschen Tinnitus-Liga gehen davon aus, dass hierzulande jedes Jahr mehr als 150.000 Personen einen Hörsturz erleiden.

 

Symptome

Bei einem Hörsturz kommt es innerhalb weniger Minuten oder Stunden zu einer meist einseitigen Minderung des Hörvermögens bis hin zu kompletter Taubheit. Begleitend können Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel und/oder ein Druckgefühl („Watte im Ohr“) auftreten. In mehr als der Hälfte aller Fälle klingen die Beschwerden innerhalb weniger Stunden bzw. nach ein bis zwei Tagen von selbst wieder ab. Bei länger anhaltenden Beschwerden, einer starken Hörminderung, zusätzlichem Schwindel oder Vorerkrankungen an den Ohren sollte möglichst zeitnah ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Dieser kann andere Gründe für die Hörminderung ausschließen und rechtzeitig die richtige Behandlung einleiten.

 

Behandlung

Mittel der Wahl sind in der Regel Medikamente aus der Gruppe der Glukokortikosteroide (z. B. Prednisolon, Dexamethason), die entzündungshemmend wirken. Diese können in Form von Tabletten eingenommen werden. In bestimmten Fällen empfiehlt der Arzt eine lokale Verabreichung der Wirkstoffe mittels Spritzen ins Mittelohr oder eine Infusion. Früher kamen bei einem Hörsturz durchblutungsfördernde Medikamente (Rheologika, Vasodilatatoren) zum Einsatz. Da sie sich in Studien jedoch nicht als wirksam erwiesen haben und teils starke Nebenwirkungen verursachen, werden diese Mittel heutzutage nicht mehr zur Behandlung eines Hörsturzes empfohlen. Weil die Ursachen bislang nicht ausreichend erforscht sind, können auch keine klaren Empfehlungen dazu gegeben werden, wie man die Heilung unterstützt bzw. wie man einem Hörsturz vorbeugt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass stressreduzierende Maßnahmen wie Entspannungsübungen und ausreichend Schlaf sowie gegebenenfalls ein Rauchstopp hilfreich sein könnten.

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Die Hoffnung stirbt nie

„Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen“, soll der Philosoph Immanuel Kant gesagt haben. Über die Bedeutung des Schlafs und des Lachens für unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit haben wir in MEIN TAG bereits geschrieben. In dieser Ausgabe widmen wir uns der Hoffnung.

 

Rund sieben Millionen Menschen spielen in Deutschland jede Woche Lotto oder eine andere staatliche Lotterie. Etwa 21 Millionen machen zumindest gelegentlich mit. In Europa sind es über 200 Millionen Menschen, die jährlich an staatlich lizenzierten Lotterien teilnehmen. Und allein in den USA etwa nehmen jedes Jahr rund 181 Millionen Menschen – die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung – an der Powerball-Lotterie teil. Der weltweite Lotteriemarkt ist gigantisch: Allein 2024 erreichte er ein Volumen von über 350 Milliarden Dollar! Bis 2030 soll das Volumen auf rund 484 Milliarden Dollar ansteigen. Warum ist Lotto so beliebt? Warum kaufen sich so viele Menschen regelmäßig ein Los, obwohl die Chancen auf einen Hauptgewinn minimal sind? Die Antwort ist einfach: Es ist die Hoffnung.  Die Hoffnung auf den Hauptgewinn. Die Chancen, die Millionen zu gewinnen, sind zwar winzig, aber die Hoffnung ist groß. Ist das unvernünftig? Nein! Unvernünftig wäre es nur, auf den Lottogewinn zu hoffen, obwohl man sich gar kein Los gekauft hat (kennen Sie noch den Claim: „Nur wer mitspielt, kann gewinnen“?). Und die Menschen werden in ihrer Hoffnung immer wieder bestätigt: Es gibt sie ja tatsächlich, die Menschen, die von einem Tag auf den anderen durch ihren Lottogewinn zu Millionären oder sogar Multimillionären werden. Warum sollte ich nicht der Nächste sein? Hoffnung begleitet uns das ganze Leben hindurch. Das Kleinkind hofft, dass das Christkind oder der Weihnachtsmann das richtige Geschenk unter den Weihnachtsbaum legt, der Teenager hofft auf eine Vier in der Mathearbeit, die Studentin auf einen guten Job nach dem Examen, der Krebspatient hofft, dass er die Behandlung gut übersteht und er bald wieder gesund wird. Wir alle hoffen, permanent, wir können gar nicht anders. Hoffnung ist der Docht, der die Kerze am Brennen hält. Ein Leben ohne Hoffnung, ist das überhaupt möglich? Selbst das Lebensende muss nicht ohne Hoffnung sein, etwa für gläubige Christen. Aber auch wenn ein Leben ohne Hoffnung schwierig oder gar unmöglich erscheint, ein Leben, dass allein auf Hoffnung basiert, kann auch nicht funktionieren. Hoffnung kann uns Kraft geben, etwas zu tun, damit wir unsere Ziele erreichen, sie kann uns motivieren, Entscheidungen zu treffen, die sich – hoffentlich! – als richtig erweisen. So sieht der Philosoph Ernst Bloch in seinem berühmten Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ in der Hoffnung die Triebkraft für eine Verbesserung der menschlichen Lebensverhältnisse. Hoffnung kann auch Trost bedeuten, wenn nichts anderes mehr geht.

 

Aber Hoffnung selbst kann kein Ziel sein

In meinem letzten Urlaub las ich den spannenden Thriller „Gefahr im Verzug“ von Tom Glancy und Marc Cameron. Da ich mich schon damals mit den Recherchen zu diesem Artikel befasste, fiel mir ein Satz auf Seite 435 ins Auge (und ich habe ihn mir sofort notiert). Der Satz lautet: „Hoffnung ist nie ein guter Plan, aber manchmal, wenn man alles getan hat, was möglich war, ist Hoffnung alles, was einem noch bliebt.“ Mir gefällt dieser Satz nach wie vor richtig gut. Denn er sagt aus, dass man der Hoffnung auch eine Chance, eine Basis, einen Grund geben muss. Sonst läuft Hoffnung ins Leere. Drei Beispiele für „falsche“ oder unbegründete Hoffnungen:

 

  • Der Schüler, der hofft, beim Französch-Vokabeltest gut abzuschneiden, obwohl er keine Minute dafür gelernt hat.
  • Die Frau, die hofft, ihren Traum-Mann kennenzulernen, aber nie vor die Tür geht.
  • Der Mann, der hofft, steinalt zu werden, aber täglich zwei Packungen Zigaretten raucht.

 

Das Muster dieser Beispiele ist gleich: Diese Menschen hoffen, dass es „irgendwie gut ausgeht“, aber sie geben der Hoffnung keine Chance, sich zu erfüllen. Das ist ähnlich wie ein Mensch, der zwar hofft, beim Lotto Millionen zu gewinnen, aber nie ein Los kauft. Also lassen Sie uns mit „guter Hoffnung“ in dieses neue Jahr starten. Und viel dafür tun, dass unsere Hoffnungen sich erfüllen.

 

Wussten Sie schon?

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ – diese sprichwörtliche Redensart ist schon sehr alt. Schon bei den Römern galt Hoffnung als letzte Göttin („spes ultima dea“), die Menschen selbst in aussichtslosen Lagen nicht verzweifeln lässt. Im 17. und 18. Jahrhundert tauchen ähnliche Formulierungen in der deutschen Literatur auf, bevor die heute bekannte Redensart im 19. Jahrhundert in Alltagssprache und Volksweisheit etabliert wurde. Bedeutung: Auch wenn alles verloren scheint, gibt Hoffnung den letzten Antrieb, nicht aufzugeben.

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