Trockene Augen: Mehr als nur ein Winterproblem

Brennen, jucken, tränen

Jucken, Brennen, Reiben, ein Fremdkörpergefühl oder tränende Augen – das sogenannte „trockene Auge“ gehört zu den häufigsten Augenbeschwerden. Besonders im Winter, wenn trockene Heizungsluft und kalte Temperaturen unsere Augen strapazieren, steigt die Zahl der Betroffenen. Auffällig ist: Frauen leiden deutlich häufiger darunter als Männer. Studien zufolge erkranken sie sogar doppelt so oft. Doch woran liegt das – und was können wir tun, um unsere Augen zu schützen?

 

Jeder Lidschlag benetzt unsere Augenoberfläche mit einem Tränenfilm, der das Auge vor dem Austrocknen schützt und gesund hält. Die Tränenflüssigkeit versorgt die Hornhaut mit wichtigen Nährstoffen und reinigt gleichzeitig das Auge. Wenn dieser sensible Schutzmechanismus aus dem Gleichgewicht gerät – etwa weil das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder zu viel Tränenflüssigkeit verdunstet –, trocknet das Auge aus. Viele Menschen kennen dieses unangenehme Gefühl.

 

Warum Frauen häufiger betroffen sind

Veränderungen im Hormonhaushalt – etwa in den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft – können die Zusammensetzung des Tränenfilms beeinflussen. Dadurch trocknen die Augen schneller aus. „In einer neueren Studie zeigten 42 Prozent der befragten Frauen zwischen 62 und 91 Jahren Symptome eines trockenen Auges – bei den Männern waren es nur 20 Prozent“, weiß Prof. Dr. Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf und Sprecher der Stiftung Auge. Während Frauen vor allem über brennende Augen, Schmerzen beim Blinzeln oder geschwollene Lider klagen, leiden Männer dagegen öfter unter einem sogenannten „reaktiven Tränen.“ Das ist eine paradoxe Form des trockenen Auges, bei der die Augen stark tränen, weil der Tränenfilm instabil ist.

 

Die Psyche leidet mit

Das trockene Auge ist weit mehr als nur eine lästige Befindlichkeitsstörung. Neuere Studien zeigen, dass vor allem Frauen mit chronisch trockenen Augen häufiger depressive Verstimmungen oder Schmerzsyndrome entwickeln. Auch deshalb ist es wichtig, die Beschwerden nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

 

Der Winter stellt die Augen auf eine harte Probe

Jetzt, in der kalten Jahreszeit verschärft sich das Risiko für trockene Augen. Heizungsluft, lange Bildschirmarbeit oder intensiver TV-Genuss sowie seltener Aufenthalt im Freien führen dazu, dass der schützende Tränenfilm in unserem Auge leichter verdunstet.

 

Wann zum Augenarzt?

Bei den meisten Betroffenen lassen sich die Beschwerden mit sogenannten Tränenersatzmitteln gut lindern. Diese künstlichen Tränen versorgen die Augenoberfläche mit Feuchtigkeit und stabilisieren den Tränenfilm. Welches Präparat im Einzelfall am besten geeignet ist, richtet sich nach Ausmaß und Ursache der Störung. Lassen Sie sich deshalb unbedingt fachkundig beraten, zum Beispiel in Ihrer Guten-Tag-Apotheke. Harald Wolff, niedergelassener Augenarzt aus Berlin: „Bei der Behandlung des trockenen Auges spricht nichts dagegen, erstmal seinige Tage selber zu therapieren mit Tränenersatzmitteln. Sollte allerdings die Besserung nicht binnen weniger Tage eintreten, dann ist es ganz wichtig, zum Augenarzt zu gehen um abklären zu lassen, woran es liegt.“

 

Tipps für gesunde Augen

Mit einfachen Maßnahmen lässt sich viel tun, um die Augen zu entlasten:

 

Frische Luft: Regelmäßiges Lüften oder Spaziergänge an der frischen Luft versorgen die Augen mit Sauerstoff und fördern die Durchblutung.

 

Bildschirm-Pausen: Wer lange am PC arbeitet, sollte regelmäßig in die Ferne schauen und bewusst blinzeln, um den Tränenfilm zu stabilisieren.

 

Genug trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt die Tränenproduktion.

 

Gute Beleuchtung: Arbeiten Sie möglichst bei Tageslicht oder in heller Umgebung. Das schont die Augen und beugt Ermüdung vor.

 

Gesunde Ernährung: Grünes Gemüse wie Spinat oder Grünkohl liefert wertvolle Carotinoide (z. B. Lutein), die die Netzhaut schützen.

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Wie Physiotherapie hilft, Schmerzen zu besiegen und die Mobilität zu verbessern

 

Viele Menschen glauben, dass körperliche Schmerzen ein natürlicher Bestandteil des Alterungsprozesses sind. Zum Teil ist das auch so. Doch es ist wichtig zu wissen, dass viele Beschwerden und Beeinträchtigungen mit der richtigen Herangehensweise behandelbar sind. Und hier kommt die Physiotherapie ins Spiel. Lesen Sie im folgenden Beitrag, wie Physiotherapie zur Linderung von Schmerzen beitragen kann, welche Fehlvorstellungen viele Menschen von diesem Behandlungsfeld haben und welche Risiken drohen, wenn die Schmerzen dauerhaft ignoriert werden.

 

Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder ein schmerzhaft verspannter Nacken – für viele Menschen gehören derartige Schmerzen zum Alltag. Da sich ihr Zustand oft nur langsam und schleichend verschlechtert, warten die meisten sehr lange, bevor sie etwas dagegen unternehmen wollen – auch, weil sie nicht wissen, an wen sie sich mit ihren Schmerzen wenden sollen. Die allgemeine Überzeugung, das Älterwerden ginge automatisch mit mehr oder weniger schmerzhaften Zipperlein einher, hält viele Betroffene davon ab, zügig einen Fachmann (oder eine Fachfrau) aufzusuchen. Physiotherapeuten sind Experten für körperliche Schmerzen und Beschwerden. Einer von ihnen ist Markus Ziegler, Geschäftsführer des Therapiezentrums Tutzing bei München. „Physiotherapie kann das allgemeine Wohlbefinden deutlich verbessern. Vor allem bei regelmäßig auftretenden oder akuten Schmerzen im Bewegungsapparat, aber auch bei Einschränkungen der Beweglichkeit können gezielte Griffe eines kompetenten Physiotherapeuten deutliche Linderung verschaffen“, sagt er. Wichtig für den Behandlungserfolg ist immer, dass nicht nur die akuten Symptome behandelt werden, sondern auch die dafür verantwortliche Ursache in den Fokus rückt. Nur so kann der Zustand des Patienten langfristig und nachhaltig verbessert werden, betont Ziegler.

 

Grundlagen der physiotherapeutischen Behandlung

Für eine umfassende Behandlung ihrer Patienten nutzen Physiotherapeuten verschiedene Techniken und Therapieansätze. So können sie mithilfe von gezielten Untersuchungen statische Verschiebungen von Wirbeln, Sehnen und Bändern erkennen. Diese können für eine eingeschränkte Beweglichkeit oder für Schmerzen verantwortlich sein. Darüber hinaus sind Physiotherapeuten Fachleute für anatomische Zusammenhänge. Das ist wichtig, weil sich Schmerzen oder andere Beschwerden oft nicht nur am Ort der eigentlichen Ursache manifestieren, sondern auch verschobene Symptome auftreten können. Kompetente Physiotherapeuten wissen das und können die zugrundeliegende Ursache deshalb ausfindig machen.

 

Deshalb ist Physiotherapie häufig so erfolgreich

Viele Menschen setzen Physiotherapeuten mit Masseuren gleich. Diese Vorstellung ist jedoch falsch. Vielmehr handelt es sich um Anleiter und Begleiter, die den Weg zu einem Therapieziel aufzeigen und den Patienten dabei begleiten, betreuen und führen können. Dabei können sie Übungen anleiten, zeigen und motivieren. Mitverantwortlich für den Erfolg ist jedoch auch der Patient, da dieser die Übungen regelmäßig umsetzen sollte. Ist dies der Fall, können mit Physiotherapie erstaunliche Ergebnisse erzielt werden. Das liegt vor allem daran, dass nicht nur Symptome behandelt, sondern auch Ursachen entlarvt werden. So werden beispielsweise Kopfschmerzen, die durch nächtliches Zähneknirschen entstehen, durch die Behandlung des Kiefers angegangen. Hüft- und Lendenschmerzen hingegen, die durch Probleme im Kniebereich verursacht werden, werden durch gezielte Therapien am Knie behandelt.

 

Welche Folgen drohen, wenn Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats nicht behandelt werden

Trotz der nachweisbaren Erfolge von Physiotherapie sehen einige Patienten davon ab, ihren Schmerzen oder den Einschränkungen im Bewegungsapparat auf den Grund zu gehen. Meist sind sie der Meinung, dass sie ihren Zustand selbst verbessern können oder ihr Leidensdruck ist nicht ausgeprägt genug. Wenn muskuläre oder skelettale Probleme jedoch nicht fachgerecht behandelt werden, kann langfristig eine Chronifizierung der Beschwerden drohen. Mögliche Folgen sind entzündete Gelenke, Gelenkabnutzung und -verschleiß. Besonders häufig betrifft das das Knie, die Hüfte oder die Schulter. Bei der Selbsttherapie sollten sich Betroffene zudem bewusst sein, dass sich die Symptome in solchen Fällen langfristig verschlimmern können und die Zusammenarbeit mit einem Experten an dieser Stelle empfehlenswerter ist.

 

Physiotherapie im Überblick

Eine Physiotherapie ist per Definition ein ärztlich verordnetes Heilmittel und dient zur Prävention, Therapie und Rehabilitation. Sie hat grundsätzlich folgende Ziele:

 

  • Schmerzen lindern (z.B. bei Rückenbeschwerden)

 

  • Muskelverspannungen kurieren

 

  • die Muskelkraft, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit verbessern oder erhalten

 

  • normale Bewegungsabläufe wiederherstellen (etwa mit einer Knie- oder Hüftprothese oder nach einer Operation an der Schulter)

 

  • die Entwicklung von normalen Bewegungsabläufen fördern (zum Beispiel bei Kleinkindern)

 

  • eine gesunde Körperhaltung schulen

 

  • die Durchblutung und den Stoffwechsel fördern

 

In der Regel brauchen Sie eine ärztliche Verordnung (Überweisung), bevor Sie einen Termin mit einer physiotherapeutischen Praxis vereinbaren. Außerdem fallen Kosten an. Gesetzlich Versicherte zahlen zehn Prozent der Behandlungskosten plus zehn Euro Rezeptgebühr.

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Was ist eigentlich ein Alkoholschnupfen und gibt es ihn wirklich?

 

Kennen Sie das: Sie trinken ein Glas Wein oder Bier und plötzlich beginnt die Nase zu laufen und schwillt zu? Immer wieder wird in diesem Zusammenhang der Begriff „Alkoholschnupfen“ verwendet. Wer danach in einschlägigen Lexika sucht, wird nicht wirklich fündig. Woran liegt das und gibt es den Alkoholschnupfen vielleicht gar nicht?

 

Der Begriff Alkoholschnupfen ist medizinisch nicht offiziell anerkannt, sondern wird umgangssprachlich verwendet. Er umfasst eine Fülle von Reaktionen des Körpers auf Alkohol, die sich in Symptomen wie verstopfter Nase, Niesen und Fließschnupfen äußern können. Es gibt den Alkoholschnupfen also wirklich – auch wenn die zugrundeliegenden Prozesse unterschiedlich sein können.

 

Alkoholschnupfen als Folge von Nasenschleimhaut-Veränderungen

Der Konsum von Alkohol kann die Regulation der Blutgefäße in der Nasenschleimhaut beeinträchtigen. Fachsprachlich spricht man dann von einem „vasomotorischen Schnupfen“. Der Düsseldorfer Arzt und Medizinkorrespondent Dr. Christoph Specht kennt dieses Phänomen aus der ärztlichen Praxis und erklärt so: „Alkohol erweitert die Gefäße, auch die in der Nasenschleimhaut. Dadurch ist weniger Platz in der Nase und es fühlt sich an wie ein Schnupfen.“

 

Histamin als Auslöser für Alkoholschnupfen

Einige alkoholische Getränke, insbesondere schwere Rotweine, enthalten reichlich Histamin. Das ist ein Botenstoff im Körper, der eine wichtige Rolle im Immunsystem – zum Beispiel bei Entzündungen oder allergischen Reaktionen – spielt. Normalerweise baut der Körper Histamin mit einem speziellen Enzym wieder ab. Alkohol blockiert dieses Enzym und verstärkt damit die Wirkung von Histamin. Das Ergebnis: Die Gefäße in der Nasenschleimhaut erweitern sich, die Schleimhaut schwillt an, und es kommt zu Symptomen, die an Schnupfen erinnern.

 

Alkoholschnupfen als Symptom auf Allergien oder Unverträglichkeiten

Eine echte Allergie auf Alkohol ist äußerst selten. In einigen Fällen können jedoch Rückstände im Getränk – etwa Traubenreste, Sulfite, Pflanzenschutzmittel oder ähnliche Substanzen – allergische Symptome hervorrufen. Eine Mainzer Studie von 2012 ergab, dass rund sieben Prozent der deutschen Bevölkerung unter einer Weinunverträglichkeit leiden – Frauen häufiger als Männer. Betroffene zeigen zudem oft weitere Unverträglichkeiten, insbesondere gegenüber Bier oder alkoholischen Getränken allgemein. Typische Reaktionen sind unter anderem eine verstopfte oder laufende Nase.

 

Das hilft gegen Alkoholschnupfen:

Infektionen oder allergische Ursachen spielen beim Alkoholschnupfen keine Rolle. Er kann – ähnlich wie ein normaler Schnupfen – für höchstens fünf bis sieben Tage mit einem klassischen Nasenspray gelindert werden. Schonender, aber dennoch wirksam, sind Nasensprays auf Meersalzbasis oder Spülungen mit Kochsalzlösung. Grundsätzlich rät Dr. Specht jedoch: „Es ist immer besser, mit dem Trinken aufzuhören – das ist mein Rat zur Behandlung.“

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Selbstmedikation bei Magen-Darm-Beschwerden

 

Ob Bauchschmerzen, Übelkeit oder Sodbrennen – bei leichten Magen-Darm-Beschwerden ist ein Arztbesuch nicht unbedingt notwendig. Oft helfen bereits rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke. Welche Möglichkeiten es gibt und was bei der Selbstmedikation zu beachten ist.

 

Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sind weit verbreitet. Neben mehr oder weniger starken Bauchschmerzen können Übelkeit und Erbrechen auftreten. Weitere mögliche Symptome sind Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl und Blähungen. Die Auslöser sind vielfältig und umfassen unter anderem virale oder bakterielle Infekte, den Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln und organische Ursachen wie eine Blinddarmentzündung. „Liegt den Symptomen zum Beispiel eine Magen-Darm-Infektion zugrunde, können nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel aus der Apotheke helfen“, sagt Anja Klauke, Expertin für Selbstmedikation beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI). Sie empfiehlt beispielhaft folgende, nicht verschreibungspflichtige Wirkstoffe bei leichten Magen-Darm-Beschwerden:

 

  • Sodbrennen:

Ein bewährtes Mittel gegen Sodbrennen, auch bekannt als Reflux, ist Pantoprazol. Dieser Wirkstoff hemmt die Produktion von Magensäure und wirkt somit schützend auf die Schleimhäute in Magen und Speiseröhre.

 

  • Übelkeit und Erbrechen: Bei Übelkeit und Erbrechen kann Dimenhydrinat, eine Kombination aus zwei Substanzen, Abhilfe schaffen. Diphenhydramin entfaltet seine lindernde Wirkung, indem es im Gehirn bestimmte Andockstellen für Botenstoffe, die Übelkeit und Erbrechen auslösen, blockiert. Die zweite Substanz, Chlortheophyllin, ähnelt strukturell dem Koffein und hat einen leicht anregenden Effekt.

 

  • Durchfall:

Bei Durchfallerkrankungen kommt häufig die Trockenhefe Saccharomyces boulardii zum Einsatz. Der in verschiedenen Arzneimitteln enthaltene Wirkstoff besiedelt die Darmwand und hemmt das Wachstum von Keimen, die den Durchfall auslösen. Darüber hinaus unterstützt Saccharomyces boulardii die Ausscheidung der Krankheitserreger mit dem Stuhlgang.

 

  • Verstopfung:

Ein wirksames und gut verträgliches Mittel gegen Verstopfung ist Macrogol. Der Wirkstoff liegt in der Regel in Form von Pulver vor, das vermengt mit Wasser als Trinklösung eingenommen wird. Durch die Einnahme gelangt viel Flüssigkeit in den Darm, wodurch die Darmbewegung angeregt und die Verstopfung gelöst wird. Zusätzlich können Probiotika dabei helfen, dass die Darmflora wieder ins Gleichgewicht kommt.

 

  • Blähungen, Völlegefühl und Magen-Darm-Krämpfe:

Die genannten Verdauungsbeschwerden lassen sich beispielsweise effektiv mit einer Kombination aus Pfefferminz- und Kümmelöl behandeln. Während Kümmelöl Blähungen und Völlegefühl lindert, indem es das Wachstum gasbildender Darmbakterien hemmt, sorgt Pfefferminzöl für eine Entspannung der Darmmuskulatur. Dank dieser und weiterer rezeptfreier Lösungen sowie der fachlichen Beratung durch eine Apothekerin oder einen Apotheker können sich viele Betroffene mit leichten Magen-Darm-Problemen den Weg in die Arztpraxis sparen. „Achten Sie jedoch darauf, dass Sie in der Apotheke Ihre spezifischen Magen-Darm-Beschwerden und Symptome genau beschreiben“, mahnt Klauke. „Nur so lässt sich in der Apotheke einordnen, welches Arzneimittel zur individuellen Selbstmedikation am besten geeignet ist. Das Gute ist, dass mehr als die Hälfte aller Arzneimittel in den Apotheken nicht verschreibungspflichtig sind und damit bundesweit Millionen von Menschen einen einfachen Zugang zur medizinischen Versorgung ermöglichen.“

 

Wann zum Arzt?

Auch wenn sich viele leichte Magen-Darm-Beschwerden gut mit rezeptfreien Arzneimitteln aus der Apotheke behandeln lassen, ist eine weitere Aufklärung manchmal unumgänglich. In folgenden Fällen sollte unbedingt eine Ärztin bzw. ein Arzt zu Rate gezogen werden:

  • Magen-Darm-Beschwerden bei Kindern
  • Starke Schmerzen oder hohes Fieber
  • Blähungen, die länger als zwei bis drei Wochen andauern
  • Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung mit einer Dauer von mehr als zwei bis vier Tagen

 

Wussten Sie schon?

Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Bauchkrämpfe können auf ein Ungleichgewicht im Verdauungssystem hindeuten. Häufige Ursachen dafür sind eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora, ungünstige Ernährung, Medikamente oder anhaltender Stress. Mit der Einnahme von Probiotika, Vitaminen und Nährstoffen sowie einer bewussten Lebensweise lässt sich unsere Körpermitte aktiv unterstützen.

 

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7 Tipps gegen kalte Füße

Kalte Füße sind nicht nur unangenehm, sondern sie machen den Organismus auch anfälliger für Erkältungskrankheiten. Lesen Sie hier, was Sie selbst gegen das vor allem im Winter weit verbreitete Problem tun können. Wenn die Temperaturen sinken, versucht der Körper in erster Linie die lebenswichtigen Organe warm zu halten. Deshalb vermindert er die Durchblutung in den Extremitäten und leitet so viel wie möglich von der zur Verfügung stehenden Wärme in die Körpermitte. So verwundert es kaum, dass viele Menschen gerade jetzt unter kalten Füßen leiden. Wer dauerhaft oder auch bei milden Temperaturen kalte Füße hat, sollte ärztlichen Rat einholen, um auszuschließen, dass eine Erkrankung wie beispielsweise eine Arteriosklerose die Ursache ist. Ansonsten gibt es eine ganze Reihe von Maßnahmen, die man selbst ergreifen kann, um die Füße zu wärmen:

 

  1. Fußgymnastik:

Bewegung, beispielsweise in Form eines Spaziergangs, fördert die Durchblutung im ganzen Körper – auch in den Füßen. Noch effizienter können Sie Ihre Füße mit gezielter Fußgymnastik wieder aufwärmen. Beispiele hierfür sind: Fußwippen (Zehen und Fersen abwechselnd heben und senken), auf den Zehenspitzen laufen oder abwechselndes Ein- und Ausrollen der Zehen.

 

  1. Fußmassage:

Auch eine Fußmassage wirkt durchblutungsfördernd und damit wärmend. Kneten Sie hierfür mit Ihren Händen die Zehen, den Fuß und den Unterschenkel gut durch. Alternativ können sie auch einen Massageroller verwenden.

 

  1. Warmes Fußbad:

Halten Sie Ihre Füße für 10 bis 20 Minuten in circa 37 Grad warmes Wasser. Aufgrund ihrer durchblutungsfördernden bzw. wärmenden Eigenschaften eignen sich ätherische Öle, zum Beispiel von Rosmarin, Eukalyptus, Latschenkiefer oder Bergamotte, besonders gut als Badezusatz. Wichtig: Im Anschluss an das Bad die Füße, vor allem auch in den Zehenzwischenräumen, gut abtrocknen, da sie sonst schnell wieder auskühlen.

 

  1. Wechselbad:

Wechselfußbäder nach Kneipp sind ein gutes Training für Ihre Blutgefäße. Sie gelten als effektives Mittel bei chronisch kalten Füßen und stärken nebenbei auch noch das Immunsystem. Bereiten Sie hierfür zwei geeignete Gefäße vor, von denen sie eines mit 36 bis 38 Grad warmem Wasser und das andere mit circa 18 Grad kühlem Wasser füllen. Tauchen Sie Ihre Füße erst für rund fünf Minuten in das warme Wasser und danach für 10 bis 15 Sekunden in das kalte Wasser. Wiederholen Sie den Vorgang mindestens ein weiteres Mal. Beenden Sie die Anwendung im kalten Wasser. Trockenen Sie Ihre Füße danach gründlich ab und sorgen Sie dafür, dass sie wieder warm werden (z. B. mit warmen Socken und/oder einer Massage).

 

  1. Gesunder Verzicht:

Wenn Sie häufig unter kalten Füßen leiden, vermeiden Sie es möglichst zu rauchen. Beim Rauchen entstehen Stoffe, die den Transport von Sauerstoff über das Blut behindern und für eine Verengung der Blutgefäße sorgen. Dadurch werden die Füße weniger gut durchblutet und frieren schneller. Auch Alkohol ist bei kalten Füßen kontraproduktiv. Während im ersten Moment das Gefühl entsteht, dass Alkohol den Körper von innen wärmt, passiert nach einer Weile genau das Gegenteil: die oberflächlichen Blutgefäße weiten sich und die Körperwärme wird schneller an die kalte Umgebungsluft abgegeben. Außerdem sollten Sie auch darauf verzichten, Ihre Beine beim Sitzen übereinander zu schlagen, da dadurch die Blutzirkulation in den Beinen behindert wird.

 

  1. Wärme von außen:

Tragen Sie im Winter wasserdichte Schuhe mit einer dicken Sohle, die groß genug sind, damit sie warme Socken darin tragen können. Apropos Socken: Wenn Sie eine Neigung zu Schweißfüßen haben, wählen Sie ein feuchtigkeitsregulierendes Material wie Merinowolle, da nasse Füße schneller auskühlen. Bei langen Aufenthalten im Freien bieten sich außerdem zusätzliche Hilfsmittel wie beheizbare Einlegesohlen an. Zuhause können Sie Ihren Füßen mithilfe einer Wärmflasche, eines Kirsch- oder Traubenkernkissens einheizen.

 

  1. Wärme von innen:

Was gibt es Schöneres, als sich nach einem kalten Tag an einem Teller Suppe zu wärmen oder einen heißen Tee zu genießen? Für eine Extra-Portion Wärme sorgen scharfe Gewürze wie Pfeffer, Chili, Ingwer und Zimt. Sie regen die Verdauung an, fördern die körpereigene Wärmeproduktion und/oder sorgen für eine stärkere Durchblutung.

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Professionelle Zahnreinigung vor einer OP reduziert Komplikationen

Um die Zahngesundheit der Menschen in Deutschland ist es nicht gut bestellt. So leiden sage und schreibe rund 85 Prozent der jüngeren Senioren (65 bis 75 Jahre) an Zahnfleischentzündungen (Parodontitis), mehr als jeder Zweite in dieser Altersgruppe sogar in den beiden kritischen Stadien 3 und 4. Das ist nicht nur mit Schmerzen verbunden, sondern kann auch weitere gesundheitliche Nachteile mit sich führen. So wurde jetzt zum Beispiel festgestellt, dass Paradontitis das Risiko von Komplikationen nach Operationen erhöht. Die gute Nachricht: Eine Studie hat gezeigt, dass Menschen, die mindestens zwei Wochen vor einem operativen Eingriff eine professionelle Zahnreinigung durchführen ließen, anschließend seltener eine Lungenentzündung erlitten. Zudem reduzierte sich die Verweildauer im Krankenhaus um fast drei Tage.

 

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Was bei einer Magenschleimhautentzündung hilft

Zu den Wirkungen und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker

Still verrichtet sie ihre Arbeit und meldet sich erst dann, wenn sie gereizt oder entzündet ist und ihre Aufgaben nicht mehr erledigen kann. Die Magenschleimhaut. Heftige Schmerzen, Blähungen und Aufstoßen verbunden mit Durchfällen und Übelkeit sind die Symptome einer Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Verursacht wird sie durch verschiedene Faktoren. Stress, Medikamente (vor allem Schmerzmittel und Cortison), fasche Ernährung, Alkohol, Nikotin, Koffein und falsche Lebensmittel können zu starken Beschwerden führen. Der Schleim, den die Magenschleimhaut produziert, wird stark angegriffen und verliert seine schützende Wirkung.

 

Eine akute Gastritis beginnt plötzlich und heftig und dauert bei passender Behandlung nur einige Tage. Der chronische Verlauf, meistens nach Entzündung mit dem Bakterium Helicobacter pylori, wird erst mit Folgebeschwerden wie Blutarmut oder Geschwüre erkannt. Eine Diagnose gehört stets in ärztliche Hand. Je nach Beschwerdebild gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um die Entzündung der Magenschleimhaut abklingen zu lassen. Zunächst ist es wichtig, die Auslöser zu vermeiden. Auf Kaffee, Alkohol, Nikotin usw. sollte man verzichten und den Speiseplan auf Schonkost umstellen. Dazu gehören einige Hausmittel:

  • Zwieback: ist fettarm und leicht verdaulich
  • Haferschleim: enthält Schleimstoffe, die beruhigend auf die gereizte Schleimhaut wirken
  • Natron: ist ein bewährter Säurehemmer
  • Lein- und Flohsamen: wirken schleimbildend und entzündungshemmend
  • Ingwer: wirkt mit seinem Wirkstoff Gingerol antibakteriell, lindert die Übelkeit und hilft beim Erbrechen

 

Zusätzliche Linderung können freiverkäufliche Tees oder Tropfen mit Heilpflanzen verschaffen. Kamillenblüten, Fenchel, Pfefferminze, Eibisch, Schafgarbe und Süßholz wirken wundheilend, entzündungshemmend und entkrampfend. Bettruhe und Wärme gehören stets zu der Behandlung dazu. Wenn das alles nicht hilft und die Beschwerden länger dauern, kommt eine medikamentöse Behandlung zum Einsatz.

 

Antazida wie Aluminium -oder Magnesiumhydroxid sind meist basische Substanzen, neutralisieren die überschüssige Magensäure und lindern schnell die Übersäuerung. Sie werden bei leichten Beschwerden eingesetzt.

 

H2-Rezeptor-Blocker wie Famotidin drosseln die Magensaftproduktion um circa 60 Prozent, indem sie die Bindestelle im Magen für Histamin besetzen. Der Rezeptor wird dadurch unwirksam, die Menge an Magensäure sinkt.

 

Bei starken Beschwerden werden vor allem die sog. Protonenpumpenhemmer eingesetzt, die noch effektiver wirken. Wirkstoffe wie Omeprazol und Pantoprazol hemmen die Säureausschüttung aus den Drüsenzellen im Magen um circa 90 Prozent. Eine sich oft wiederholende Gastritis beeinflusst auch die Resorption und Metabolisierung von Vitaminen, insbesondere Vitamin C und Vitamin B12. Mangelnde Energie und Müdigkeit können die Folge sein. Seien Sie achtsam mit ihrer Magenschleimhaut. Eine Gastritis ist eine Art Hilferuf des Magens, dass wir uns um eine gesunde Lebensweise kümmern sollen.

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Buch des Monats

 

„Mit ADHS zu leben ist hart.“ Das sagt Meredith Carder, ADHS-Therapeutin und selbst Betroffene. Auch bei ihrer Tochter wurde ADHS diagnostiziert. Die Amerikanerin mit einem Abschluss in Psychologie beschreibt in dem sehr gut lesbaren Buch „Den Alltag meistern mit ADHS“ ihre eigenen Erfahrungen sowie die aus ihrem Coaching. In insgesamt 21 Kapiteln geht Carder auf die vielen Herausforderungen ein, vor denen ADHS-Betroffene stehen, und gibt Tipps, damit umzugehen. Die Themen reichen von Konzentrationsproblemen über Hyperaktivität, Grübeln, Schlafproblemen bis hin zu Schwierigkeiten im Umgang mit Geld und chronischer Überforderung (um nur einige zu nennen). Das Buch ist im Südwest-Verlag erschienen, hat 272 Seiten und kostet 20 Euro.

ClareM

Demenz:

Alltag meistern und Angehörige stärken

 

Die Pflege eines demenzerkrankten Angehörigen ist eine der größten Herausforderungen, denen sich Familien stellen können. Es geht nicht nur um praktische Fragen – sondern oft auch um emotionale Belastung, Unsicherheit und das Gefühl, mit alldem allein zu sein. In der ersten Folge einer neuer Video-Reihe auf Youtube gibt die stellvertretende Geschäftsführerin der Alzheimer Forschung Initiative, Dr. Linda Thienpont, konkrete Tipps, wie Angehörige ihren Alltag besser gestalten und sich selbst dabei nicht vergessen. Weitere Videos auf dem Youtube-Kanal der Alzheimer Forschung Initiative behandeln Themen wie Demenz-Pflege, Demenz-Risiko, Unterstützung für Angehörige und wichtige Erkenntnisse der Forschung.

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