Wintertipps für Herzpatienten

Wenn die Temperaturen sinken, spüren nicht nur Hände und Füße die Kälte – auch dem Herz kann es sinnbildlich ganz klamm zumute werden. Insbesondere für Menschen mit Herzkrankheiten können Minusgrade zur ernsthaften Gefahr werden. Lesen Sie, warum das so ist und wie Sie sich und Ihr Herz schützen können.

 

Wenn es draußen kalt ist, versucht der Körper, seine Wärme zu speichern. Dafür zieht er die Blutgefäße in der Haut von beispielsweise Händen, Füßen und Ohren zusammen, damit dort möglichst wenig Wärme verloren geht. Somit gelangt das Blut bevorzugt zu den lebenswichtigen Organen wie Herz, Gehirn und Lunge, damit es diese schön mollig warm haben und ihre lebenswichtigen Aufgaben erfüllen können. Doch dieses ausgeklügelte System hat auch einen Nachteil: Durch das Zusammenziehen der Gefäße steigt der Widerstand, gegen den das Herz anpumpen muss – der Blutdruck erhöht sich. Studien zeigen, dass der systolische Blutdruck bei Kälte um bis zu 5–10 mm Hg ansteigen kann. Besonders für Menschen mit Herzproblemen – aber nicht nur für sie! – bedeutet das eine zusätzliche Belastung. Die Deutsche Herzstiftung warnt deshalb ausdrücklich Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, im Winter besonders auf sich achtzugeben.

 

Vermeiden Sie körperliche Überanstrengung bei Minusgraden

Schnee schippen, das zugeschneite Auto freischaufeln oder durch tiefen Schnee stapfen: Solche Tätigkeiten können bei frostigen Temperaturen den Herzmuskel schnell überlasten und zu einer Angina-Pectoris-Attacke oder einem Herzinfarkt führen. Im schlimmsten Fall kann sogar ein plötzlicher Herztod eintreten. „Deswegen sollten Menschen mit Herzproblemen starke Anstrengungen bei Minusgraden vermeiden“, sagt Prof. Dr. Dirk Westermann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Freiburg. Alarmsignale können plötzliche Atemnot sein sowie Schmerzen, Brennen oder ein Druckgefühl im Brustkorb. Der Kardiologe rät bei diesen Symptomen: „Hören Sie sofort auf mit der Arbeit und rufen Sie den Notarzt, wenn die Beschwerden anhalten.“

 

Verzichten Sie aber nicht auf moderate Bewegung

„Gerade Herzkranke sollten sich bei niedrigen Temperaturen nicht zu Hause einigeln, aus Angst, sich zu überlasten“, rät Prof. Dr. Thomas Deneke, Chefarzt der Rhythmologie am Klinikum Nürnberg und Herausgeber von www.herzmedizin.de. Bewegung tut dem Herzen gut – und das nicht nur im Sommer. Wer sich regelmäßig körperlich betätigt, trainiert Herz und Kreislauf und senkt damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch in der kühlen Jahreszeit lohnt es sich also, moderat aktiv zu bleiben – etwa mit Spaziergängen oder Walkingrunden. Nutzen Sie dabei jede Gelegenheit, nach draußen zu gehen, wenn die Sonne scheint. Denn das setzt Glückhormone frei und die sind gut für das Herz. Bei Minusgraden empfiehlt die Deutsche Herzstiftung, sich zum Schutz einen Schal über Mund und Nase zu legen, damit die Luft bereits vorgewärmt in die Atemwege gelangt. Wenn es sehr kalt ist, kann es auch sinnvoll sein, das Training in die Sporthalle oder das Schwimmbad zu verlegen. Das gilt auch bei Smog-Wetterlagen.

 

Achten Sie auf wohlige Wohntemperaturen

Interessanterweise scheint nicht nur die Außentemperatur Einfluss auf die Herzgesundheit zu haben. Studien deuten darauf hin, dass Kälte in den eigenen vier Wänden den Blutdruck nach oben treiben kann. So zeigte eine japanische Untersuchung, dass Menschen in einem 24 Grad warmen Raum deutlich niedrigere Blutdruckwerte hatten als in einer Umgebung mit nur 14 Grad. Eine angenehm warme Wohnung kann also nicht nur für Gemütlichkeit sorgen, sondern auch das Herz entlasten.

 

Essen und trinken Sie in Maßen

Alkohol und reichhaltige Mahlzeiten lassen den Blutdruck steigen. „Gerade für Herzpatienten und -patientinnen ist es keine gute Idee, auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein nach dem anderen zu trinken“, warnt Prof. Deneke. Sein Tipp: Beim Weihnachtsmarktbesuch oder Festessen lieber Maß halten und es etwas ruhiger angehen lassen.

 

Behalten Sie ihren Blutdruck im Blick

Gerade in den kalten Monaten ist es sinnvoll, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Das können Sie beispielsweise schnell und unkompliziert in Ihrer Guten-Tag-Apotheke machen lassen – Stichwort „pharmazeutische Dienstleistung“. Die geschulten Mitarbeiter messen nicht nur zuverlässig Ihren Blutdruck, sondern machen Sie auch aufmerksam, wenn die Werte auffällig sind. Vielleicht muss dann Ihre Medikation verändert werden. „Manchmal kann im Winter eine Dosisanpassung sinnvoll sein – zum Beispiel bei Medikamenten wie Blutdrucksenkern oder Antikoagulanzien, die bewirken, dass das Blut langsamer gerinnt“, weiß Prof. Deneke. „Das ist aber individuell sehr unterschiedlich, daher sollten Betroffene zuerst immer Rücksprache mit dem Facharzt oder der Fachärztin halten!“

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Wertvolle Tipps für den Ohrenputz

Finger weg von Wattestäbchen!

 

Ohrenschmalz ist wichtig für die Selbstreinigungsfunktion und Gesundheit unseres Gehörgangs. Doch manchmal ist es einfach zu viel des Guten. Wie Sie Ihre Ohren selbst pflegen können und wann Sie professionelle Hilfe aufsuchen sollten.

 

Viele Menschen überkommt beim Anblick von Ohrenschmalz, in Medizinerkreisen auch Cerumen genannt, Ekel. Doch bei dem natürlichen Sekret handelt es sich nicht um etwas Unhygienisches – ganz im Gegenteil. Ohrenschmalz hilft dabei, dass der äußere Gehörgang sauber bleibt und sich keine Krankheitserreger ansiedeln können.

 

Körpereigene Müllabfuhr

Das Cerumen besteht hauptsächlich aus Schweißdrüsensekret und Talg. Darüber hinaus enthält es unter anderem das Enzym Lysozym, das auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Tränen vorkommt und antibakteriell wirkt. Aussehen und Beschaffenheit des Ohrenschmalzes können sich im Laufe des Lebens ändern und werden von individuellen Faktoren wie Alter, Geschlecht und hormonellen Veränderungen beeinflusst. In der Regel weist es jedoch eine klebrige Konsistenz auf, die dafür sorgt, dass abgestorbene Hautschüppchen, Haare, Schmutz und Staub haften bleiben. Auch kleinere Insekten werden so daran gehindert, ins Innere des Ohres vorzudringen. Im Gehörgang befinden sich winzige Härchen, die das Ohrenschmalz samt Fremdkörpern nach außen transportieren. Bewegungen des Kiefers, zum Beispiel beim Sprechen oder Kauen, unterstützen diesen Vorgang. Außerdem erfolgt der Abtransport mit der Zeit automatisch, da die Haut im Gehörgang von innen nach außen wächst und das Cerumen mit sich nimmt. Eine weitere wichtige Funktion hat das Cerumen beim Aufrechterhalten des Feuchtigkeitshaushaltes im Ohr. So sorgt es dank seiner wachsartigen Eigenschaften dafür, dass die dünne Haut im äußeren Gehörgang nicht zu stark austrocknet und geschmeidig bleibt.

 

Weniger ist mehr

Da all die oben genannten Prozesse im Normalfall automatisch ablaufen, gibt es aus medizinischer Sicht keinen Grund, Ohrenschmalz zu entfernen. Viele Experten raten sogar eindringlich von übertriebenen Putzaktionen in Eigenregie ab. Vor allem von der Verwendung von Wattestäbchen sollte unbedingt abgesehen werden. Sie drücken das Ohrenschmalz samt Schmutz eher noch tiefer in den schmalen Gehörgang, wodurch sich dort mit der Zeit ein Pfropfen bilden kann. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie das empfindliche Trommelfell verletzen. Auch die Verwendung von Ohrenkerzen wird aufgrund der Verbrennungsgefahr und der fragwürdigen Wirksamkeit nicht mehr empfohlen. Wer aus ästhetischen Gründen trotzdem nicht auf eine Reinigung der Ohren verzichten möchte, sollte dabei vorsichtig vorgehen und sich auf den Bereich der Ohrmuschel beschränken. Am besten lässt man in der Dusche etwas lauwarmes Wasser – ohne Shampoo oder Seife – in die Ohren laufen. Dadurch wird das Ohrenschmalz eingeweicht und die Reste lassen sich im Anschluss mithilfe eines sauberen Kosmetiktuches, eines Wattepads oder eines Waschlappens entfernen.

 

Hilfe vom Fach

Obwohl sich die Ohren selbst reinigen, kann es passieren, dass sie durch hartnäckiges Ohrenschmalz verstopfen. Ein besonders hohes Risiko tragen ältere Personen und Menschen, die ein Hörgerät tragen. Die Symptome umfassen unter anderem eine Einschränkung des Hörvermögens, ein Gefühl, wie durch Watte zu hören sowie einen leichten Druck in den Ohren. Manchmal können auch Schmerzen, Ohrgeräusche und Kreislaufprobleme auftreten. Hilfe finden Betroffene in ihrer Apotheke. Dort gibt es zum Beispiel Ohrentropfen und -sprays, die das Ohrenschmalz aufweichen (Cerumenolytika). Bei Juckreiz im Gehörgang, der vor allem aufgrund von Trockenheit entsteht, können außerdem Öle (z. B. Mandelöl, Olivenöl, Walnussöl) Linderung verschaffen.

 

Wann zum Arzt?

In folgenden Fällen sollte unbedingt eine Hals-Nasen-Ohren-Arztpraxis aufgesucht werden:

  • Anzeichen einer Entzündung (z. B. unangenehmer Geruch, Flüssigkeitsansammlung/-austritt)
  • Besonders enger Gehörgang bzw. besonders große Ansammlung von Ohrenschmalz
  • Tinnitus
  • Fieber
  • Schmerzen
  • Schwindel

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Übersäuerung im Mund greift die Zähne an

Sodbrennen und ein saures Mundklima können sich schädlich auf die Zahngesundheit auswirken. Vor allem Zahnschmelz und Zahnbein können betroffen sein. Eine chronische Übersäuerung kann insbesondere bei den Seiten- und Vorderzähnen zu einer Zahnerosion führen, also einer langsamen, aber zunehmenden Zerstörung der Zahnsubstanz durch Säure-Angriffe.

Um dem vorzubeugen, empfiehlt Dr. Jochen H. Schmidt, zahnärztlicher Leiter des Carree Dental in Köln, gründliches Mundausspülen nach jeder Mahlzeit, vor allem nach Obst und anderen säurehaltigen Lebensmitteln wie etwa Wein oder Fruchtsäften. Für einen bessern Speichelfluss – und somit weniger Säure im Mund – sorgen Kaugummis (aber natürlich zuckerfreie). Auch spezielle Zahncremes und Spüllösungen können den Zahnschmelz vor Säuren schützen und stabilisieren. Am besten in der Apotheke nachfragen.

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Mit einer Partnerschaft steigt die Lebenszufriedenheit:

Menschen lernen sich kennen, verlieben sich ineinander und ziehen irgendwann zusammen. Und das ist gut so. Eine Forschungsgruppe unter anderem mit Wissenschaftlern der Uni Bielefeld hat herausgefunden, dass die Lebenszufriedenheit mit Beginn der Partnerschaft deutlich ansteigt und sich vor allem im ersten Jahr des Zusammenlebens auf hohem Niveau stabilisiert. Auch in den folgenden Jahren bleibt die Lebenszufriedenheit deutlich über dem Niveau aus der Zeit als Single. Und zwar unabhängig von Geschlecht, Alter, Einkommen und Bildung. „Selbst in Zeiten von digitalen Medien bleiben Partnerschaften zentral für das Wohlbefinden. Das Bedürfnis nach einer festen Partnerschaft ist tief verwurzelt“, sagt Prof. Dr. Sakari Lemola von der Uni Bielefeld.

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Die Hoffnung stirbt nie

„Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen“, soll der Philosoph Immanuel Kant gesagt haben. Über die Bedeutung des Schlafs und des Lachens für unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit haben wir in MEIN TAG bereits geschrieben. In dieser Ausgabe widmen wir uns der Hoffnung.

 

Rund sieben Millionen Menschen spielen in Deutschland jede Woche Lotto oder eine andere staatliche Lotterie. Etwa 21 Millionen machen zumindest gelegentlich mit. In Europa sind es über 200 Millionen Menschen, die jährlich an staatlich lizenzierten Lotterien teilnehmen. Und allein in den USA etwa nehmen jedes Jahr rund 181 Millionen Menschen – die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung – an der Powerball-Lotterie teil. Der weltweite Lotteriemarkt ist gigantisch: Allein 2024 erreichte er ein Volumen von über 350 Milliarden Dollar! Bis 2030 soll das Volumen auf rund 484 Milliarden Dollar ansteigen. Warum ist Lotto so beliebt? Warum kaufen sich so viele Menschen regelmäßig ein Los, obwohl die Chancen auf einen Hauptgewinn minimal sind? Die Antwort ist einfach: Es ist die Hoffnung.  Die Hoffnung auf den Hauptgewinn. Die Chancen, die Millionen zu gewinnen, sind zwar winzig, aber die Hoffnung ist groß. Ist das unvernünftig? Nein! Unvernünftig wäre es nur, auf den Lottogewinn zu hoffen, obwohl man sich gar kein Los gekauft hat (kennen Sie noch den Claim: „Nur wer mitspielt, kann gewinnen“?). Und die Menschen werden in ihrer Hoffnung immer wieder bestätigt: Es gibt sie ja tatsächlich, die Menschen, die von einem Tag auf den anderen durch ihren Lottogewinn zu Millionären oder sogar Multimillionären werden. Warum sollte ich nicht der Nächste sein? Hoffnung begleitet uns das ganze Leben hindurch. Das Kleinkind hofft, dass das Christkind oder der Weihnachtsmann das richtige Geschenk unter den Weihnachtsbaum legt, der Teenager hofft auf eine Vier in der Mathearbeit, die Studentin auf einen guten Job nach dem Examen, der Krebspatient hofft, dass er die Behandlung gut übersteht und er bald wieder gesund wird. Wir alle hoffen, permanent, wir können gar nicht anders. Hoffnung ist der Docht, der die Kerze am Brennen hält. Ein Leben ohne Hoffnung, ist das überhaupt möglich? Selbst das Lebensende muss nicht ohne Hoffnung sein, etwa für gläubige Christen. Aber auch wenn ein Leben ohne Hoffnung schwierig oder gar unmöglich erscheint, ein Leben, dass allein auf Hoffnung basiert, kann auch nicht funktionieren. Hoffnung kann uns Kraft geben, etwas zu tun, damit wir unsere Ziele erreichen, sie kann uns motivieren, Entscheidungen zu treffen, die sich – hoffentlich! – als richtig erweisen. So sieht der Philosoph Ernst Bloch in seinem berühmten Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ in der Hoffnung die Triebkraft für eine Verbesserung der menschlichen Lebensverhältnisse. Hoffnung kann auch Trost bedeuten, wenn nichts anderes mehr geht.

 

Aber Hoffnung selbst kann kein Ziel sein

In meinem letzten Urlaub las ich den spannenden Thriller „Gefahr im Verzug“ von Tom Glancy und Marc Cameron. Da ich mich schon damals mit den Recherchen zu diesem Artikel befasste, fiel mir ein Satz auf Seite 435 ins Auge (und ich habe ihn mir sofort notiert). Der Satz lautet: „Hoffnung ist nie ein guter Plan, aber manchmal, wenn man alles getan hat, was möglich war, ist Hoffnung alles, was einem noch bliebt.“ Mir gefällt dieser Satz nach wie vor richtig gut. Denn er sagt aus, dass man der Hoffnung auch eine Chance, eine Basis, einen Grund geben muss. Sonst läuft Hoffnung ins Leere. Drei Beispiele für „falsche“ oder unbegründete Hoffnungen:

 

  • Der Schüler, der hofft, beim Französch-Vokabeltest gut abzuschneiden, obwohl er keine Minute dafür gelernt hat.
  • Die Frau, die hofft, ihren Traum-Mann kennenzulernen, aber nie vor die Tür geht.
  • Der Mann, der hofft, steinalt zu werden, aber täglich zwei Packungen Zigaretten raucht.

 

Das Muster dieser Beispiele ist gleich: Diese Menschen hoffen, dass es „irgendwie gut ausgeht“, aber sie geben der Hoffnung keine Chance, sich zu erfüllen. Das ist ähnlich wie ein Mensch, der zwar hofft, beim Lotto Millionen zu gewinnen, aber nie ein Los kauft. Also lassen Sie uns mit „guter Hoffnung“ in dieses neue Jahr starten. Und viel dafür tun, dass unsere Hoffnungen sich erfüllen.

 

Wussten Sie schon?

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ – diese sprichwörtliche Redensart ist schon sehr alt. Schon bei den Römern galt Hoffnung als letzte Göttin („spes ultima dea“), die Menschen selbst in aussichtslosen Lagen nicht verzweifeln lässt. Im 17. und 18. Jahrhundert tauchen ähnliche Formulierungen in der deutschen Literatur auf, bevor die heute bekannte Redensart im 19. Jahrhundert in Alltagssprache und Volksweisheit etabliert wurde. Bedeutung: Auch wenn alles verloren scheint, gibt Hoffnung den letzten Antrieb, nicht aufzugeben.

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Mit der ganzen Familie in die Sauna?

Das sollten Sie beim gemeinsamen Schwitzen beachten

 

An kalten Tagen ist der Gedanke an einen warmen Saunagang besonders verlockend. Und Saunabesuche mit der ganzen Familie können wunderbar verbinden. Ganz ohne Handy und Ablenkung gemeinsam zur Ruhe zu kommen, tut allen gut. Kinder erleben, wie ihre Eltern sich um Gesundheit und Entspannung kümmern, und übernehmen solche Routinen oft später selbst. Doch darf man Kinder überhaupt mitnehmen? Und wenn ja, ab wann und wie lange? Saunieren kann auch für Kinder angenehm und gesund sein – wenn man es richtig angeht.

Regelmäßiges Saunieren stärkt das Immunsystem, trainiert Herz und Kreislauf und hilft, Stress abzubauen. Der Wechsel zwischen Hitze und Abkühlung wirkt wie ein sanftes Fitnesstraining für die Gefäße. Auch Kinder profitieren davon: Studien zeigen, dass regelmäßig saunierende Kinder seltener erkältet sind und besser mit Temperaturschwankungen umgehen können. Aber: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körper reagiert empfindlicher auf Hitze, weil die Temperaturregulation noch nicht vollständig ausgereift ist. Deshalb gilt: lieber kürzer, kühler und ruhiger.

 

Ab welchem Alter dürfen Kinder mit in die Sauna?

Die ganz Kleinen sind meist überfordert mit der Hitze und der Stille. Sobald das Kind länger stillsitzen mag, sich zu seinem Wohlbefinden äußern kann und gesund ist, kann man es mal gemeinsam probieren. Das ist oft ab etwa drei Jahren der Fall.

 

Kurz und kühl(er)

Der erste Saunagang mit dem Kind sollte maximal fünf bis sieben Minuten dauern und auf den unteren Bänken Platz finden, wo es weniger heiß ist. Wichtig ist, dass das Kind sich jederzeit wohlfühlt. Wenn es unruhig wird, lieber abbrechen – Saunieren soll angenehm bleiben. Auch bei der Abkühlung ist Vorsicht geboten. Am besten geht man erst an die frische Luft, gefolgt von einer lauwarmen Dusche oder einem Fußbad. Eisbäder oder kalte Güsse sind für Kinder noch tabu.

 

Saunaregeln kindgerecht erklären

Kinder verstehen am besten, wenn sie wissen, warum etwas wichtig ist. Erklären Sie, dass in der Sauna Ruhe herrscht, damit alle entspannen können. Dass man vorher duscht, sich abtrocknet und dass das Handtuch unter den ganzen Körper gehört – auch unter die Füße. Wer das dann ausgiebig lobt („Wir machen das wie die Profis!“), hat bald einen stolzen kleinen Saunagänger. Falls Sie die Möglichkeit haben, selbst einen Aufguss zu machen, lassen Sie die Kinder bei der Wahl des Konzentrats aus der Apotheke mitentscheiden.

 

Dann ist Sauna für Kinder tabu

Es gilt dasselbe wie auch für Erwachsene: Bei Fieber, Erkältung, Hautproblemen oder Kreislauferkrankungen sollte man auf den Saunagang verzichten. Wer unsicher ist, sollte sich vorher beim Kinderarzt erkundigen.

 

Sensibles Thema:

Wenn Kinder öffentlich nackt sind

Nicht jeder hat eine private Sauna bei sich zu Hause. In den meisten öffentlichen Saunen gilt Nacktheit als Teil der Hygiene und Kultur – auch für Kinder. Das kann aber auch zu Unsicherheit und Schamgefühlen führen. So wird der Saunabesuch auch für Kinder ein angenehmes Erlebnis:

 

Wählen Sie die richtige Sauna

Familien- oder Kindersaunen sind ideal. Dort herrscht eine entspannte Atmosphäre, und Nacktheit wird selbstverständlich, aber respektvoll behandelt. In gemischten Saunen kann es dagegen manchmal zu irritierten Blicken kommen. Erkundigen Sie sich vorher, ob Kinder willkommen sind oder ob es spezielle Familienzeiten gibt.

 

Achten Sie auf das Schamgefühl

Ihres Kindes Zwingen Sie Ihr Kind nie, sich zu entkleiden, wenn es sich unwohl fühlt. Ein großes Handtuch oder ein leichtes Baumwolltuch kann Sicherheit geben. Manche Kinder sitzen lieber eingehüllt – das ist völlig in Ordnung.

 

Sensibilisieren Sie für Körpergrenzen

Erklären Sie altersgerecht, dass Nacktheit in der Sauna nichts mit Scham oder Sexualität zu tun hat, sondern mit Hygiene und Natürlichkeit. Gleichzeitig ist es wichtig, über persönliche Grenzen zu sprechen: Niemand darf andere anstarren oder berühren.

 

Überlassen Sie Streit den Profis

Achten Sie auf die Mitmenschen. Gibt es vielleicht unangenehme Blicke oder Bemerkungen? Versucht Ihr Kind, Ihnen etwas zu signalisieren? Dann verlassen Sie den Raum und sprechen abseits darüber. Sollte sich tatsächlich jemand unangemessen verhalten haben, melden Sie das dem Sauna-Personal. Denn: Kindern sind Vorwürfe, Anklagen und Streit im Allgemeinen sehr unangenehm. Spricht ein Kind aus, dass es sich von jemandem belästigt fühlt, nehmen Sie das ernst. Aber: Papa oder Mama sollten besser nicht in die Konfrontation gehen. Das könnte dazu führen, dass das Kind es beim nächsten Mal lieber vermeidet, eine Situation, in der es sich unwohl fühlt, anzusprechen.

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Kreatin

Was es ist und wer es braucht

 

Unter Bodybuildern und Kraftsportlern ist es schon lange beliebt, aber auch immer mehr „normale“ Frauen und Männer entdecken Kreatin als Ergänzungsmittel für sich. Was durchaus sinnvoll ist, denn das Pulver verspricht unseren Muskeln und dem Gehirn mehr Energie und kann dabei helfen, dass man sich im Alltag wieder ein bisschen kraftvoller fühlt.

 

Was ist Kreatin eigentlich?

Kreatin ist ein natürlicher Stoff, den unser Körper selbst aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin herstellt. „Wir produzieren täglich ein bis zwei Gramm Kreatin in Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse“, erklärt unsere Expertin Peggy Reichelt (siehe rechte Seite). „Kreatin dient als Energiequelle, um die ATP-Speicher – unsere zelluläre `Batterie´ – schnell aufzufüllen. Je nach Aktivität verbrauchen wir zwei bis sechs Gramm pro Tag. Die Differenz müssen wir über die Nahrung aufnehmen.“

 

Das Powermittel für Körper und Geist

Beim Sport sorgt Kreatin dafür, dass die Muskeln länger durchhalten, sich schneller erholen und mit der Zeit kräftiger werden. Dabei zieht es Wasser in die Muskelzellen – was diese praller und gesünder wirken lässt. Das sieht gut aus, ist aber vor allem ein Zeichen für eine bessere Zellfunktion. Studien zeigen, dass Kreatin auch das Gehirn unterstützt. Es kann die Konzentration verbessern und die mentale Ermüdung senken. Manche Forscher vermuten sogar, dass es die Stimmung stabilisieren kann – besonders in stressigen Phasen oder bei Schlafmangel.

 

Wer profitiert besonders?

Kreatin ist längst kein Geheimtipp mehr für Fitnessfreaks, sondern ein echter Alltagshelfer – besonders ab 40 Jahren. Denn in diesem Alter beginnt der Körper, Muskelmasse und Kraft langsam zu verlieren. Kreatin hilft, die Muskulatur zu erhalten, sorgt für schnellere Regeneration und kann die Leistungsfähigkeit steigern. Da Kreatin vorwiegend in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten enthalten ist, kann eine Ergänzung für Vegetarier und Veganer besonders sinnvoll sein.

 

Darum ist Kreatin für Frauen besonders wichtig

Unsere Expertin Peggy Reichelt ist Wechseljahresexpertin, lizenzierte Food-Coach, Autorin und Unternehmerin. Sie setzte ihre Passion für Frauengesundheit ein und gründete XbyX – Women in Balance, initiierte 2021 die „MenoSupport“-Studie und ist Beirat im „Women in Change“-Projekt der Healthcare Frauen. Gemeinsam mit ihrer Mitgründerin und renommierten Expertinnen begleitet sie Frauen ab der Lebensmitte durch die Wechseljahre bis ins hohe, gesunde Alter. Wir haben sie gefragt, warum Kreatin für Frauen besonders wichtig ist. Hier ihre Antwort: „Frauen haben 70 bis 80 Prozent geringere Kreatinspeicher als Männer und nehmen oft weniger über die Nahrung auf. Mit zunehmendem Alter sinken die körpereigenen Speicher zusätzlich. Spätestens ab 40 Jahren wird die Einnahme von hochwertigem Kreatin für Frauen immer wichtiger. Denn: Ab diesem Alter beeinflussen hormonelle Veränderungen, wie der Körper Kreatin selbst herstellt und verwendet. Vor allem gegen die typischen Symptome in der Peri- und Menopause wie zum Beispiel Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Muskelabbau, Knochenschwund (Osteoporose) und geistige Erschöpfung kann Keratin wertvolle Unterstützung bieten:

Muskeln und Knochen: Kreatin füllt die ATP-Speicher auf und verzögert so die Muskelermüdung. Das bedeutet mehr Kraft im Training und einen effizienteren Muskelaufbau. Studien zeigen, dass Kreatin in Kombination mit Krafttraining die Knochendichte verbessern kann – ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen Osteoporose.

Gehirnleistung: Das Gehirn beansprucht bis zu 20 Prozent unseres Energieumsatzes. Gut gefüllte Kreatinspeicher verbessern nachweislich Informationsverarbeitung und Merkfähigkeit, besonders bei Stress, Schlafmangel oder Erschöpfung.

Energie und Stimmung: Kreatin schützt vor Müdigkeit und erhöht die mentale Stresstoleranz. Erste Studien deuten darauf hin, dass es auch den Dopamin- und Serotoninspiegel positiv beeinflussen kann.

Die richtige Dosierung: Ich empfehle drei bis fünf Gramm täglich. Dabei ist Kreatin-Monohydrat die stabilste Form. Die Einnahmezeit ist flexibel – wichtig ist nur die tägliche Einnahme, um die Speicher kontinuierlich aufzufüllen.

Gut zu wissen: Vor allem die positiven Effekte auf Muskeln und Energie zeigen sich nur in Kombination mit Training. Wer nicht ins Fitnessstudio gehen mag, findet viele Kurse und Inspiration auch online. Für ein effektives Training zu Hause reichen oft schon Fitnessbänder (auch „Resistance-Bänder“) und ein paar Hanteln.

Wichtig: Kreatin ist sicher und gut erforscht. Menschen mit bestehenden Nierenerkrankungen sollten die Einnahme jedoch mit ihrer Ärztin besprechen.“

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Niesen, so machen Sie es richtig

Hatschi!

Niesen ist einerseits ein natürlicher Reinigungsprozess unseres Organismus und andererseits einer der effektivsten Verbreitungswege für Krankheitserreger. Was genau im Körper abläuft, wenn wir niesen, und wie wir uns richtig verhalten, um uns selbst und andere zu schützen.

 

Es beginnt mit einem Kribbeln in der Nase und endet in einer regelrechten Explosion: Beim Niesen entstehen Luftstöße, die mit bis zu 160 Stundenkilometern orkanartige Ausmaße annehmen können. Wozu dieser Kraftakt? Niesen ist ein wichtiger Schutzreflex unseres Körpers, welcher der Reinigung der oberen Atemwege dient. Dabei werden überschüssiges Sekret – von dem wir übrigens jeden Tag rund einen Liter produzieren – und Fremdkörper aus dem Nasenraum katapultiert. Besonders häufig niesen wir, wenn wir erkältet sind. Doch neben Viren und Bakterien können auch Staubpartikel, scharfe Gerüche und Allergene wie Pollen oder Tierhaare einen Niesreflex auslösen. Etwa jeder vierte Mensch muss außerdem niesen, wenn er in helles Licht blickt. Die Gründe für diesen photischen Niesreflex sind bislang noch unbekannt.

 

Was passiert beim Niesen?

Wenn unsere Nasenschleimhaut gereizt wird, senden Nervenfasern ein Signal an das sogenannte „Nieszentrum“, eine Region in unserem Gehirn, die sich am Übergang vom Rückenmark zum Hirnstamm befindet. Von dort aus wird der komplexe Ablauf des Niesens gesteuert und Kommandos werden an die entsprechenden Körperteile weitergeleitet. Zunächst atmen wir tief ein und halten den Atem für den Bruchteil einer Sekunde an. Um ausreichend Druck in den Lungen aufzubauen, verschließt sich der Kehldeckel kurzzeitig. Im nächsten Schritt ziehen sich die Ausatmungsmuskulatur im Bauch- und Brustraum sowie das Zwerchfell schlagartig zusammen. Dadurch wird die angestaute Luft zusammen mit Nasensekret und Fremdkörpern über Mund und Nase ausgestoßen. Da sich dabei auch die Gesichtsmuskulatur anspannt, schließen sich in der Regel die Augen. Darüber, warum das so ist, lässt sich nur spekulieren. Möglicherweise sollen die Augen vor einer Kontamination mit Keimen geschützt werden.

 

Welche Verhaltensregeln gelten?

Mit jedem Nieser gelangen bis zu einer Million Tröpfchen in die Luft (Aerosol), die potenziell mit Krankheitserregern beladen sind. Dieses Aerosol hat eine Reichweite von bis zu acht Metern, während die Tröpfchen beim Husten nur rund ein bis zwei Meter weit geschleudert werden. Wie weit sich die einzelnen Partikel tatsächlich verbreiten, ist von ihrer Größe und den Umgebungsbedingungen (z. B. Luftzug, Temperatur) abhängig.

Um andere Personen vor einer Ansteckung zu schützen, sollten trotzdem folgende Regeln eingehalten werden:

  • Halten Sie beim Niesen einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter ein und wenden Sie sich von Personen in ihrer näheren Umgebung ab.
  • Niesen Sie nach Möglichkeit in ein Taschentuch oder, wenn gerade keines zur Verfügung steht, in Ihre Armbeuge.
  • Entsorgen Sie Papiertaschentücher unmittelbar danach im Müll. Wenn Sie auf Stofftaschentücher als umweltfreundlichere Variante setzen, waschen Sie diese bei 60 Grad Celsius. Auch Kleidung, die möglicherweise kontaminiert wurde (z. B. beim Niesen in die Armbeuge), gehört direkt in die Waschmaschine.
  • Waschen Sie sich nach dem Niesen bzw. Schnäuzen gründlich die Hände. Achten Sie darauf, auf dem Weg zum Wasserhahn so wenig Gegenstände wie möglich anzufassen und niemandem die Hand zu reichen.

 

Sollte man das Niesen unterdrücken?

Ob aus Höflichkeit oder aus einem Schamgefühl heraus – versuchen Sie nie, einen aufsteigenden Nieser zu unterdrücken. Durch das Zuhalten der Nase oder das Anhalten der Luft entsteht ein enormer Druck im Körperinneren. Dieser beträgt Schätzungen zufolge etwa 39 Kilopascal und damit rund das 24-fache eines normalen Niesers, der sich nach außen entladen kann. In seltenen Fällen zieht ein unterdrückter Nieser schwere gesundheitliche Folgen nach sich. Doch der hohe Luftdruck im Körperinneren kann dazu führen, dass kleine Blutgefäße, beispielsweise in der Nase oder im Auge, platzen. Darüber hinaus sind Schäden am Mittel- und Innenohr sowie Risse im Trommelfell möglich. In Einzelfällen wurde auch von Rissen im Rachenraum nach einem unterdrückten Nieser berichtet. Also besser richtig niesen.

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Was ist eigentlich das grüne Rezept?

Viele freiverkäufliche und apothekenpflichtige Medikamente gehören nicht zu den Standard- leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen. Damit Sie als Patient trotzdem von solchen Präparaten profitieren können, die Ihr Arzt in ein ganzheitliches Behandlungskonzept einbindet, wurde das Grüne Rezept eingeführt.

 

Wenn Ihr Arzt Ihnen ein Medikament auf einem Grünen Rezept verschreibt, signalisiert das: Ich halte dieses Mittel für medizinisch sinnvoll und empfehle es ausdrücklich. Damit es beim Abholen in der Apotheke keine Missverständnisse bezüglich des Produktnamens, des Wirkstoffs oder der Dosierung gibt, sind diese Informationen sowie meist auch die empfohlene Packungsgröße auf dem Grünen Rezept dokumentiert. Es dient also auch als hilfreicher Merkzettel.

 

Gibt es eine Frist, bis wann ich das Grüne Rezept einlösen muss?

Nein – da es sich nicht um eine strenge Verordnung, sondern lediglich um eine Empfehlung handelt, ist das Grüne Rezept grundsätzlich zeitlich unbegrenzt in der Apotheke einlösbar.

 

Wer zahlt das Medikament?

In der Regel tragen Sie die Kosten selbst. Das Grüne Rezept ist nicht automatisch erstattungsfähig.

 

Kann meine Krankenkasse dennoch zahlen?

Gesetzliche Krankenkassen müssen die Kosten für Medikamente, die auf Grünem Rezept empfohlen werden, grundsätzlich nicht übernehmen. Manche Kassen beteiligen sich jedoch freiwillig und erstatten die Ausgaben für bestimmte Arzneimittel – meist bis zu einem festgelegten Höchstbetrag und nach eigenen Satzungsregeln. Am besten fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob und zu welchen Konditionen sie welche Präparate erstattet.

 

Welche Unterlagen muss ich für die Erstattung vorlegen?

Bei Krankenkassen, die die Kosten erstatten, gilt das grüne Rezept gemeinsam mit dem Apothekenbeleg als Nachweis und Grundlage für die Rückerstattung Ihrer Ausgaben. Also: gut aufbewahren! In der Regel muss zusätzlich ein entsprechendes Formular ausgefüllt und eingereicht werden.

 

Bis wann muss ich das Grüne Rezept bei der Krankenkasse einreichen?

Viele Krankenkassen verlangen, dass Sie das Grüne Rezept gemeinsam mit der Rechnung und den geforderten Unterlagen innerhalb von drei Monaten nach Ausstellungsdatum vorlegen.

 

Was kann ich tun, wenn meine Kasse nicht erstattet?

Dann müssen Sie die Kosten leider selbst tragen. Bewahren Sie Rezept und Kaufbeleg trotzdem gut auf! Denn Krankheitskosten, die weder von der Krankenkasse noch auf andere Weise erstattet werden, können Sie als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend machen. Dazu zählen auch Kosten für Medikamente, sofern ein ärztliches Rezept vorliegt. Allerdings wirken sich die Kosten nur dann steuerlich aus, wenn sie die sogenannte zumutbare Belastung übersteigen.

 

Kann ich ein Grünes Rezept elektronisch bekommen (E-Rezept)?

Ja – fragen Sie einfach Ihren Arzt, nach einer digitalen Umsetzung des Grünen Rezepts.

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Was hilft bei einer Bindehautentzündung?

Bei einer Bindehautentzündung kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße, sie werden stärker durchblutet, die Bindehaut ist gerötet und gereizt, die Augen tränen und können brennen oder jucken. Auslöser können Trockenheit, Zugluft, Rauch, Überanstrengung oder auch eine Allergie sein.

 

Hier helfen Augentropfen, die sogenannte Alpha-Sympathomimetika enthalten. Diese verengen die Blutgefäße in der Schleimhaut des Auges, sie schwellen infolgedessen ab, was zum Rückgang der Rötung führt. Rezeptfrei erhältlich sind die Wirkstoffe Naphazolin und Tetyrzolin, die kurzfristig für einige Tage angewendet werden können. Für eine dauerhafte Anwendung eignen sie sich nicht, da die gefäßzusammenziehende Wirkung auf Dauer zu einer Austrocknung des Auges führen kann. Denn weniger Durchblutung heißt auch weniger Flüssigkeit fürs Auge, was wiederum zu einer Rötung des Auges führt.

 

Gegen die Reizung durch Trockenheit bzw. Überanstrengung helfen oft schon feuchtigkeitsspendende Augentropfen, -gele oder Lidsprays, die z.B. Hyaluronsäure oder Malvenextrakt enthalten und das Auge befeuchten und beruhigen. Sie können zeitlich unbegrenzt und mehrmals täglich angewendet werden.

 

Bei einer durch Allergie ausgelösten Bindehautentzündung bieten sich Präparate an, die speziell auf das allergische Geschehen wirken. Eine Allergie tritt meist an beiden Augen auf und geht oft mit Juckreiz und laufender Nase einher. Antiallergische Augentropfen können während der gesamten Allergiezeit angewendet werden. Die Wirkstoffe Azelastin, Levocabastin und Ketotifen stehen hier zur Auswahl.

 

Ganz neu auf dem Markt sind Augentropfen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin, diese helfen ebenfalls bei einer eitrigen Bindehautentzündung.

 

Für Schwangere und Stillende eignet sich Cromoglycinsäure, die allerdings keine Sofortwirkung hat und daher schon prophylaktisch angewendet werden soll.

 

Auch pflanzliche Inhaltsstoffe haben sich bei einer Bindehautentzündung – gleich welcher Ursache – bewährt. Beim Augentrost( Euphrasia) ist der Name Programm: entzündungshemmend, beruhigend und abschwellend, in Tropfenform oder als Augensalbe, hier auch kombiniert mit anderen entzündungshemmenden Pflanzen, verschafft er Linderung für jede Altersklasse ab Säuglingsalter. Die Ringelblume (Calendula) wird in einer Augentropfenflasche angeboten und fördert den Heilungsprozess bei einer eitrigen Bindehautentzündung.

 

Unbedingt abzuraten ist von selbsthergestellten Pflanzenaufgüßen aus Kamille oder anderen Heilpflanzen, sie können zu Reizungen führen oder selbst Allergien auslösen. Sollten starke Schmerzen, Eiter oder eine Verschlechterung des Sehvermögens auftreten, ist sofort ein Augenarzt aufzusuchen! Lassen Sie sich gern vom Team Ihrer Apotheke vor Ort beraten.

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