Rheumatoide Arthritis

Ursachen, Therapie, Vorbeugung

 

 

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die mit einer chronischen Entzündung der Gelenke einhergeht. Bislang ist die Erkrankung zwar nicht heilbar, lässt sich aber mit modernen Therapieoptionen meist gut unter Kontrolle bringen.

 

In Deutschland leidet rund ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung unter einer rheumatoiden Arthritis (RA), wobei Frauen etwa drei Mal häufiger betroffen sind als Männer. Typischerweise beginnt die Erkrankung nach dem 50. Lebensjahr. Generell kann sie jedoch in jedem Alter auftreten. Die Ursachen der RA sind bislang noch nicht vollständig aufgeklärt. Man geht allerdings davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, der eine Fehlregulation des Abwehrsystems zugrunde liegt. Dabei greifen Zellen des Immunsystems fälschlicherweise die Innenhaut der Gelenke an, weil sie sie nicht als körpereigenes Gewebe erkennen. Dadurch entstehen Entzündungen, die sich im Verlauf auch auf Knorpel und Knochen ausbreiten können. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, besteht die Gefahr, dass im Verlauf irreparable Schäden entstehen.

 

Wie hält man die Krankheit auf?

Um ein Fortschreiten der RA zu verhindern, sollten Betroffene möglichst rasch einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen. Neben der Krankheitsgeschichte und den Symptomen liefert die körperliche Untersuchung erste Hinweise auf eine RA. Zur Sicherung der Diagnose sowie zur Einschätzung des Risikos für Folgeschäden werden außerdem meist Laboruntersuchungen des Blutes und bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen durchgeführt. Sobald die Diagnose feststeht, kann die Ärztin bzw. der Arzt eine geeignete Behandlung empfehlen. Idealerweise wird die Therapie innerhalb der ersten drei Monate nach Symptombeginn eingeleitet. Dabei kommen sogenannte Basistherapeutika zum Einsatz, die das Immunsystem langfristig in Schach halten. Zusätzlich können vorübergehend Kortison oder nicht-steroidale Antirheumatika gegeben werden, um Schmerzen und Entzündungen bei einem akuten Schub zu lindern. Begleitend zur medikamentösen Behandlung sollten Betroffene an einer Physio- und Ergotherapie teilnehmen, um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten. Auch physikalische Therapieformen wie Wärme- oder Kälteanwendungen können sinnvoll sein.

 

Woran erkennt man eine RA?

In vielen Fällen beginnt die RA mit Entzündungen und Schwellungen in den kleinen Gelenken der Finger und Zehen. Häufig treten die Beschwerden symmetrisch auf, also zum Beispiel sowohl an der rechten als auch an der linken Hand. Ein typisches Symptom ist die morgendliche Gelenksteife, eine Unbeweglichkeit in den entzündeten Gelenken nach dem Aufwachen, die über 30 Minuten bis mehrere Stunden andauern kann. Darüber hinaus können die betroffenen Gelenke schmerzen, insbesondere wenn Druck darauf ausgeübt wird. Manchmal kommen auch Begleitbeschwerden wie extreme Müdigkeit (Fatigue), Nachtschweiß und Gewichtsverlust hinzu. Die RA verläuft in der Regel in Schüben. Das bedeutet, dass die Beschwerden sich zwischenzeitlich bessern, um beim nächsten Schub erneut aufzuflammen. Im Verlauf sind oft immer mehr Gelenke betroffen, darunter Ellbogen, Schulter, Knie und Hüfte. In besonders schweren Fällen kann die RA nach mehreren Jahren sogar auf die obere Halswirbelsäule übergehen, was sich in Form von Nackenschmerzen und/oder -steifigkeit äußert. Weiterhin können sich die Entzündungen auch auf andere Organe wie die Lunge, das Herz und die Augen ausbreiten.

 

Was kann man präventiv tun?

Das Risiko, an RA zu erkranken, wird sowohl durch genetische als auch durch umweltbedingte Faktoren bestimmt. Während man auf die genetische Vorbelastung keinen Einfluss hat, lässt sich ein Teil des Risikos durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen. Hierzu zählt eine entzündungshemmende Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Auch Lebensmittel, die viel Omega-3-Fettsäuren enthalten, sind empfehlenswert. Gute Quellen sind beispielsweise fettreiche Seefische wie Lachs und Makrele, aber auch Samen und Nüsse (z. B. Leinsamen, Hanfsamen, Walnüsse). Entzündungsfördernde Lebensmittel wie rotes Fleisch und Zucker sollte man hingegen möglichst meiden. Gleiches gilt für Alkohol und Nikotin. Da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet, sollte man außerdem auf ein gesundes Normalgewicht achten. Regelmäßige Bewegung hilft nicht nur dabei, überflüssige Pfunde zu verlieren, sondern auch eine starke Muskulatur aufzubauen, welche die Gelenke entlastet. Empfehlenswert sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Yoga.

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Leitungswasser, Mineralwasser und Heilwasser

 

Wo liegt der Unterschied?

 

Wasser ist an sich das natürlichste, kalorienärmste und gesündeste Getränk, welches wir zu uns nehmen können. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Welche Sorten es gibt und worin sie sich unterscheiden.

 

Wasser ist für uns lebensnotwendig. Unser Körper braucht es unter anderem, um Nährstoffe zu transportieren und seine Temperatur zu regulieren. Außerdem unterstützt Wasser die Entgiftung und ist ein Hauptbestandteil unserer Zellen und Organe. Der durchschnittliche Wassergehalt im menschlichen Körper liegt je nach Alter bei 50 bis 80 Prozent. Um den Flüssigkeitsverlust beim Urinieren, Schwitzen und Atmen auszugleichen, sollte jeder erwachsene Mensch mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag zu sich nehmen. An heißen Tagen, bei anstrengender körperlicher Aktivität sowie bei Fieber oder Durchfall kann sogar die drei- bis vierfache Trinkmenge empfehlenswert sein.

 

Leitungswasser

Auf welche Art von Wasser man dabei zurückgreift, ist nicht zuletzt eine Frage des Geschmacks. Denn zumindest in Deutschland kann auch Leitungswasser in der Regel bedenkenlos getrunken werden. Das Umweltbundesamt attestiert ihm eine gute bis sehr gute Qualität. Die Trinkwasserverordnung enthält neben Vorgaben zur Beschaffenheit, Aufbereitung und Überwachung auch Grenzwerte für verschiedene Stoffe wie Nitrat, Blei, Kupfer und Uran. Hierzulande erfüllt Leitungswasser die rechtlichen Vorgaben zu über 99 Prozent. Die Vorteile von Leitungswasser gegenüber Wasser aus dem Supermarkt: Es ist äußerst preiswert, leicht verfügbar und schont durch den Wegfall von Transport und Verpackung auch die Umwelt.

 

Natürliches Mineralwasser

Natürliches Mineralwasser hat seinen Ursprung in unterirdischen Wasservorkommen, die vor Verunreinigung geschützt sind. Es handelt sich dabei um Regenwasser, das über Jahre oder Jahrhunderte durch verschiedene Erd- und Gesteinsschichten in den Boden sickert. Dabei wird das Wasser gefiltert und mit Mineralstoffen sowie Spurenelementen angereichert. Damit natürliches Mineralwasser im Handel vertrieben werden kann, muss es amtlich anerkannt und frei von Krankheitserregern sein. Außerdem darf die natürliche Zusammensetzung der Mineralien nicht verändert werden. Eine Ausnahme bildet die Entfernung bzw. der Zusatz von Schwefel, Eisen und Kohlensäure. Da keine Mindestmenge an Mineralien vorgeschrieben ist, kann es sogar sein, dass Leitungswasser mehr Mineralien enthält als bestimmte Mineralwässer. Die genaue Zusammensetzung sowie die Herkunft von natürlichem Mineralwasser finden sich auf dem Etikett. Restaurants sind übrigens dazu verpflichtet, natürliches Mineralwasser in einer geschlossenen Originalflasche zu servieren.

 

Quell- und Tafelwasser

Im Gegensatz dazu unterliegen Quell- und Tafelwässer weniger strengen rechtlichen Regelungen. Sie können einen variablen Mineralstoffgehalt aufweisen, der nicht zwingend auf dem Etikett angegeben sein muss. Obwohl sie zwar die Anforderungen an Trinkwasser erfüllen müssen, ist eine amtliche Anerkennung nicht notwendig. Während Quellwasser wie Mineralwasser aus unterirdischen Wasservorkommen stammt, handelt es sich bei Tafelwasser um Trinkwasser, Mineralwasser oder eine Mischung. Es kann generell überall hergestellt und abgefüllt werden. So wird teilweise zum Beispiel auch Meerwasser zur Produktion von Tafelwasser genutzt. Darüber hinaus dürfen die Hersteller verschiedene Zutaten wie Mineralstoffe und/oder Kohlensäure zusetzen.

 

Heilwasser

An Heilwasser werden die gleichen Anforderungen gestellt wie an Mineralwasser. Darüber hinaus gilt es nicht als Lebensmittel, sondern als Arzneimittel und unterliegt als solches dem Arzneimittelgesetz. Um als Heilwasser zugelassen zu werden, muss die therapeutische Wirkung anhand wissenschaftlicher Studien nachgewiesen worden sein. Je nach Ursprungsort und Zusammensetzung eignet sich Heilwasser zur Vorbeugung oder Behandlung von verschiedenen gesundheitlichen Problemen wie zum Beispiel Verdauungsbeschwerden. Das jeweilige Anwendungsgebiet muss ebenso wie die Verzehrempfehlungen auf dem Etikett angegeben werden. Vor dem Verzehr von Heilwasser ist eine Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt ratsam.

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Wenn das Kind zu viel wiegt…

Übergewicht und Adipositas

 

Nicht nur zu viele Erwachsene in Deutschland, auch immer mehr Kinder haben Übergewicht. Etwa sechs Prozent der Kinder entwickeln sogar Adipositas – eine chronische Erkrankung, die sich bereits im jungen Alter auf Stoffwechsel, Gelenke und seelisches Wohlbefinden auswirken kann. Am 4. März ist der Welt-Adipositas-Tag. Für uns der Anlass, der Frage nachzugehen, welche Rolle bei der Entwicklung von Übergewicht im Kindesalter der Alltag, die Gene und mangelnde Bewegung spielen und wie stark auch die Psyche beteiligt ist. Und vor allem: Was Familien tun können, damit ihr Kind gesund aufwächst, ohne dass das Thema Gewicht zur Belastung wird?

 

Adipositas ist eine Krankheit – keine Charakterschwäche „Zuerst möchte ich betonen, dass unser Körper in Vielem noch genauso funktioniert wie in der Steinzeit“, sagt unsere Expertin Prof. Dr. Antje Körner (siehe Kasten S. 10). „Damals benötigten wir Energiereserven, um zu überleben. Der Körper wollte unbedingt sein gewohntes Gewicht halten – Gewicht zu verlieren war gefährlich! Damals wussten wir auch nie, wann wir unsere nächste Mahlzeit bekommen würden, und waren täglich viel zu Fuß unterwegs, um unser Essen zu jagen oder zu finden. In der heutigen Zeit leben wir aber im Überfluss und müssen uns kaum noch bewegen. Darauf haben unsere Körper sich aber nicht umgestellt.“ Adipositas, also starkes Übergewicht, ist heute als chronische Erkrankung anerkannt. Sie hat komplexe Stoffwechsel- und Regulationsmechanismen, die weit über Ernährungsgewohnheiten hinausgehen. Zu viel Gewicht ist nicht immer eine Frage von Willenskraft oder Disziplin, sondern vor allem eine medizinische Herausforderung, bei der insbesondere Kinder auf Unterstützung angewiesen sind. Manche Kinder haben ein höheres Risiko, weil ihr Körper Energie anders speichert oder weil hormonelle Signale wie Hunger- und Sättigungsgefühle weniger zuverlässig arbeiten. „Wir haben in Studien bereits beobachten können, dass das Gewicht der Eltern der höchste Risikofaktor ist: Leiden Mutter oder Vater an Adipositas, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind in seinem Leben Übergewicht entwickelt, enorm. Auch zu viel Gewicht der Mutter in der Schwangerschaft kann sich nachteilig auf das Kind auswirken.“

 

Wie der Alltag sich auf kleine Körper auswirkt Das allgemein gesellschaftliche Problem ist: „Kinder, wie auch wir Erwachsene, sitzen sehr viel – viel zu viel“, sagt Professorin Körner. „Vormittags ist in der Schule Stillsitzen gefordert. Und immer weniger Kinder gehen zu Fuß dorthin – die Eltern kutschieren sie häufig mit dem Auto. Zu den Freizeitaktivitäten sind viele Bildschirmaktivitäten wie Computerspiele dazugekommen, was die Kinder auch von echter Bewegung abhält.“ Außerdem ist das Nahrungsangebot quasi unerschöpflich: Zu den Hauptmahlzeiten kommen viele Snacks und zuckerhaltige Getränke, die stets verfügbar sind und nebenbei konsumiert werden. Und unser „Steinzeit-Gehirn“ liebt Zucker – kein Wunder, dass wir zugreifen wollen. Frühkindliche Erfahrungen und das familiäre Umfeld spielen eine große Rolle. Kinder übernehmen natürlich Routinen und Vorlieben aus ihrem Zuhause – nicht nur beim Essen und der Bewegung, sondern auch beim Umgang mit Stress oder Langeweile. Manche Kinder nutzen Essen als emotionalen Ausgleich, lange bevor sie dafür Worte finden.

 

Woher weiß ich, ob mein Kind ein gesundes Gewicht hat? Das lässt sich nicht allein an der Zahl auf der Waage ablesen. „Der allgemein bekannte Body-Mass-Index (BMI) ist auf Erwachsene ausgelegt und gilt für Kinder nicht“, erläutert Körner. „Kinderärzte nutzen BMI-Perzentilen, die neben Größe und Gewicht auch Alter und Geschlecht berücksichtigen.“ Man findet diese Kurven in den gelben Kinder-Untersuchungsheften. Sind Eltern in Sorge, sollten sie das beim Kinderarzt ansprechen. „Bemerken Sie bei Ihrem Kind einen rasanten Gewichtsanstieg, kann das ein Warnzeichen sein und Sie sollten es untersuchen lassen“, rät Prof. Dr. Körner. „Übrigens gibt es so etwas wie einen gesunden Babyspeck nicht. Zu viel Gewicht ist in jedem Alter schädlich. Kinder bekommen zwar keinen Herzinfarkt, aber es kann bereits in jungen Jahren Auswirkungen auf Blutdruck, Blutfette und Insulinempfindlichkeit haben.“ Die Folge ist oft genug die Entwicklung von Diabetes 2. Manche Kinder entwickeln Schmerzen in den Gelenken, andere leiden unter Atemproblemen oder schneller Erschöpfung. Dazu können seelische Belastungen kommen, wenn Kinder wegen ihres Gewichts ausgeschlossen oder gehänselt werden. Für viele Familien ist es hilfreich zu wissen, dass die Diagnose Übergewicht oder Adipositas nicht bedeutet, dass etwas falsch gemacht wurde. Sie ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass medizinische Hilfe angebracht ist.

 

Für ein gesundes Kindergewicht ist die ganze Familie verantwortlich Kinder machen in der Regel das, was sie bei ihren Eltern beobachten. „Deswegen sind Mama und Papa als Vorbilder so wichtig“, betont Professorin Körner. „Ein gesunder Alltag ist die beste Prävention. Dazu gehören ausgewogene Mahlzeiten, die möglichst gemeinsam und vor allem ohne Bildschirme am Tisch genossen werden.“ Wer beim Essen abgelenkt wird, isst oft zu viel. Süßigkeiten müssen gar nicht komplett verboten werden, aber sie sollten nur in kleinen Mengen zur Verfügung stehen. Großzügig zugreifen dürfen Kinder bei Obst und Gemüse, also am besten immer wieder in appetitlichen Häppchen bereitstellen. Bewegung ist ein weiterer Schlüssel: im Sportverein und bei alltäglichen Aktivitäten wie viel zu Fuß gehen, draußen spielen, Treppen statt Aufzug, gemeinsame Fahrradtouren oder lange Spaziergänge am Wochenende. Es hilft sehr, zusätzlich Bildschirmzeiten klar zu begrenzen – nicht als Strafe, sondern als Orientierung. Kinder profitieren von einem Umfeld, das gesundes Verhalten ermöglicht und vorlebt – ohne dass das Thema Gewicht ständig im Raum steht. Sie sollten nicht das Gefühl bekommen, dass ihr Gewicht im Mittelpunkt steht oder sie „falsch“ sind. Motivation und Veränderung entstehen eher durch positive Erfahrungen – nicht durch Druck oder Kontrolle.

 

Kann eine Kur meinem Kind helfen? Bei einer medizinischen Reha („Kur“) in spezialisierten Kliniken erhalten Kinder ein strukturiertes Programm aus Ernährungsberatung, Bewegung, psychologischer Unterstützung und altersgerechter Alltagsstruktur. Aber: Eine Kur wirkt nur nachhaltig, wenn die erlernten Gewohnheiten nach der Rückkehr zu Hause weitergeführt werden. „Wir beobachten leider immer wieder, dass Kinder während der Kur zwar abnehmen, dieses neue Gewicht aber im Alltag oft nicht halten können“, sagt Professorin Körner. „Als gute Alternativen zur Kur gibt es verschiedene Programme, die langfristig Hilfe im Alltag anbieten und Bewegung sowie Ernährung schulen, unterstützt durch psychologische Hilfe und Elternarbeit. Diese Programme begleiten Familien über sechs Monate bis zu einem Jahr und werden oft durch Krankenkassen unterstützt, um langfristige Verhaltensänderungen zu fördern.“

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Wenn die Stimme versagt …

 

Deutsche sprechen durchschnittlich etwa 16.000 Wörter pro Tag – wobei diese Zahl je nach Persönlichkeit stark variieren kann. Die hohe Zahl zeigt, was für ein wichtiges Instrument unsere Stimme im Alltag, im Beruf und für die Unterhaltung ist. Und unsere Stimme ist sensibel – sie wird stark von unseren Gefühlen beeinflusst und reagiert meist direkt auf Belastung. Wer eine volltönende, tiefe Stimme hat, wird allgemein als stark wahrgenommen. Doch klingt die Stimme heiser, kratzt oder versagt plötzlich ganz, verunsichert das viele. Stimmprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und entstehen oft durch ein Zusammenspiel aus körperlichen und psychischen Faktoren.

 

Wieso verspannte Schultern plötzlich den Ton angeben

Unsere Expertin Annette Schlumbohm ist akademische Sprachtherapeutin mit eigener Praxis in Schleswig-Holstein. Sie erklärt: „Die Stimmlippen sind über Muskeln, Bänder und Faszien im Kehlkopf aufgehängt. Beim Atmen stehen sie weit geöffnet. Sobald wir einen Ton erzeugen, schließen sie sich. Von unten aus der Lunge wird bei der Ausatmung Luft gegen die Stimmlippen gedrückt – das bringt sie zum Vibrieren: Ein Ton wird erzeugt, unsere Stimme entsteht.“

Sind die Schleimhäute jedoch gereizt, überlastet oder angespannt, verlieren die Stimmlippen ihre Elastizität. Häufige physische Auslöser dafür sind Atemwegsinfekte, Allergien, trockene Luft oder Reflux. Auch organische Ursachen spielen eine Rolle. „Die Störanfälligkeit der Stimme tritt oft bei Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) auf. Oder nach operativen Eingriffen, bei denen Narbenbildung oder Intubationsschäden auftreten können“, so Schlumbohm. „Psychische Belastungen wirken ebenfalls direkt auf die Stimme. Stimme und Stimmung sind eng verwandte Wörter, und das aus gutem Grund: Stress führt zu flacher Atmung und Verspannungen im Schulter-, Nacken- und Kieferbereich. Und wer kennt es nicht, dass wir bei seelischer Anspannung oder Nervosität die Schultern hochziehen oder den Kiefer zusammenpressen? Das zieht sich alles bis in die Muskulatur der Stimmlippen.“ Die Folgen sind deutlich spür- und hörbar: Heiserkeit, Kratzen, Hustenreiz oder ein Engegefühl im Hals. Die Stimme schwächelt, wird leise, rutscht in hohe Tonlagen oder fühlt sich „belegt“ an.

 

Das tut der Stimme gut

Warme Getränke wie Thymian-, Salbei- oder Ingwertee beruhigen die Schleimhäute. Inhalationen mit Wasserdampf, regelmäßiges Lüften und Luftbefeuchter – besonders in der Heizperiode – halten die Stimmlippen geschmeidig. Zigarettenrauch, sehr scharfe Speisen oder Alkohol sollten dagegen gemieden werden, weil sie stark reizend wirken. Bei einem akut kratzigen Gefühl im Hals helfen Lutschpastillen mit Isländisch Moos, Hyaluronsäure oder pflanzlichen Extrakten aus der Apotheke dabei, die gereizten Schleimhäute zu befeuchten. Auch Sprays mit Salzlösungen oder Aloe vera können zwischendurch für schnelle Linderung sorgen. Bei länger anhaltenden Beschwerden, die nicht von einem akuten Infekt stammen, kann eine logopädische Behandlung dabei helfen, Fehlspannungen zu erkennen und abzutrainieren. Ein Rezept dafür stellen Haus-, HNO- oder Kinderärzte sowie Neurologen und Kieferorthopäden aus.

 

Sechs Tipps für eine entspannte Stimme und tiefe Atmung

„Eine kräftige, wohlklingende Stimme kann man trainieren“, sagt unsere Expertin Annette Schlumbohm. „Diese sechs Übungen sollten Sie täglich immer mal wieder zwischendurch anwenden. Sie helfen Ihnen dabei, Ihre Stimmlippen zu lockern und die Atmung bewusst zu stärken.“

 

  1. Es ist zwar nicht salonfähig, aber ein herzhaftes Gähnen mit weit geöffnetem Mund-Rachenraum tut auch den Stimmlippen sehr gut.
  2. „Kauen“ Sie einen Summton durch. Beginnen Sie in hoher Tonlage, ein weiches „njamm-njamm-njamm“ zu wiederholen und gehen Sie dabei mit der Stimme langsam immer tiefer.
  3. „Lippenflattern“: Lassen Sie Ihre Lippen ganz locker und erzeugen Sie ein „brrrrrrrrr“ – so, wie Kinder es tun, wenn sie Motorgeräusche nachahmen.
  4. Setzen oder stellen Sie sich bequem hin und atmen Sie auf einem langen „f“-Ton aus, bis die Luft vollständig verbraucht ist. Legen Sie dabei eine Hand auf die Bauchdecke und nehmen Sie die Bewegung von Bauch und Zwerchfell bewusst wahr.
  5. Äpfel pflücken: Lassen Sie die Arme zunächst locker hängen. Mit der Einatmung heben Sie die Arme an und greifen mit den Händen weit nach oben – als würden Sie hoch hängende Äpfel pflücken. Beim Ausatmen seufzen Sie wohlig aus und lassen die Arme locker nach unten fallen.
  6. Den Brustkorb weiten: Setzen Sie sich aufrecht hin und führen Sie die Schulterblätter langsam hinten zusammen, als wollten Sie mit ihnen eine Nuss knacken. Die Arme bleiben locker hängen, die Daumen drehen sich leicht nach außen und Sie heben Ihren Blick nach schräg oben. Das ist ein wunderbarer Ausgleich zum „Handy-Buckel“.

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Was ist eigentlich das Piriformis-Syndrom?

 

Das Wort „piriformis“ leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie Birne. Wenn Mediziner vom Piriformis sprechen, meinen sie damit einen birnenförmiger Muskel, der unter dem großen Gesäßmuskel liegt. Ist dieser Muskel gereizt, verkürzt oder verspannt, kann das zu Schmerzen, dem sogenannten Piriformis-Syndrom führen.

 

Wo liegt der Musculus piriformis und was sind seine Aufgaben?

Der Piriformis-Muskel liegt tief im Gesäß, eingebettet zwischen Kreuzbein und Oberschenkelknochen. Er ist bei fast allen Bewegungen der Beine beteiligt und besonders wichtig für die Außenrotation des Beins. Außerdem hilft er, das Becken zu stabilisieren. Unter dem Musculus piriformis verläuft der Ischiasnerv. Er ist der dickste Nerv unseres Körpers und zieht von der unteren Wirbelsäule über das Gesäß die gesamte Rückseite des Beins bis zum Fuß entlang.

 

Wie kommt es zum Piriformis-Syndrom?

Wenn der sogenannte Birnenmuskel nicht weich und elastisch, sondern verhärtet oder verspannt ist, kann es passieren, dass er auf den Ischiasnerv drückt und diesen reizt.

 

Wie äußern sich die Beschwerden?

Meist macht sich der Schmerz auf einer Seite des Gesäßes bemerkbar und kann über den unteren Rücken bis ins Bein oder sogar die Zehen ausstrahlen. Viele Betroffene beschreiben ihn als stechend oder brennend. Manche Patienten berichten auch von Taubheitsgefühlen und Kribbeln. Typisch ist, dass die Beschwerden zunehmen, wenn man längere Zeit sitzt, sich bückt oder länger geht bzw. läuft. Wird die Hüfte gestreckt – etwa beim Aufstehen oder beim aufrechten Stehen –, lässt der Schmerz oft nach.

 

Was begünstigt die Entstehung eines Piriformis-Syndroms?

Häufig steckt ganz Alltägliches dahinter: langes Sitzen – besonders mit übereinandergeschlagenen Beinen oder mit dem Geldbeutel in der Gesäßtasche. Das kann den Muskel unter Druck setzen. Auch Bewegungsmangel oder im Gegenteil sehr intensives Training können zu Verspannungen führen. Fehlhaltungen, etwa bei Skoliose oder Hüftarthrose, belasten den Muskel ebenfalls und bringen ihn aus dem Gleichgewicht. Manchmal sind auch Verletzungen, Prellungen oder ruckartige Bewegungen die Auslöser. Insgesamt gibt es viele mögliche Ursachen – von Überlastung und schlechter Durchblutung bis hin zu Schwangerschaft oder einfach zu wenig Ausgleich im Alltag.

 

Was tun bei Verdacht auf Piriformis-Syndrom?

Ein Piriformis-Syndrom verschwindet oft nach wenigen Tagen ohne Behandlung oder mit einfachen Übungen. Die AOK empfiehlt, bei akuten Beschwerden alles zu meiden, was den Schmerz verstärkt. Wärme oder Kälte können zusätzlich Entlastung bringen, ebenso kurzfristig eingenommene Schmerzmittel. Lassen Sie sich am besten in Ihrer Guten-Tag-Apotheke beraten, welcher Wirkstoff in welcher Dosierung sinnvoll ist. Auf Dauer helfen vor allem gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen, um den Piriformis zu beruhigen und neuen Beschwerden vorzubeugen. Bleiben die Schmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen oder treten erstmalig nach einem Sturz oder Unfall auf, rät die AOK zum Arztbesuch.

 

Wie geht es beim Arzt weiter?

Da es einige Krankheitsbilder gibt (u.a. Bandscheibenvorfall, Hüftarthrose), die ähnliche Symptome wie das Piriformis-Syndrom verursachen, wird der Arzt verschiedene Untersuchungen durchführen, um diese auszuschließen. Die Diagnostik kann von einfachen Funktionstests bis hin zu bildgebenden Verfahren reichen. In der Regel lässt sich das Piriformis-Syndrom mit Physiotherapie und Schmerzmedikamenten gut in den Griff bekommen. Cortisonspritzen oder Operationen sind nur in Ausnahmefällen nötig.

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Frühjahrsmüdigkeit und Zeitumstellung

 

So schafft Ihre Familie den Wechsel

 

Am letzten Märzwochenende wird die Uhr auf Sommerzeit vorgestellt – ein Termin, der jedes Jahr viele Familien aus dem Takt bringt. Nach dem langen Winter fühlt sich der Start in den Frühling oft anstrengend an, und dann fällt auch noch eine Stunde Schlaf weg… Das schlaucht! Die gute Nachricht: Die Symptome klingen meist nach wenigen Wochen ab und es gibt vieles, was uns die Umstellung erleichtern kann.

 

Warum ist das Frühjahr eigentlich so anstrengend?

Mit zunehmendem Tageslicht nimmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin ab, während der Serotoninspiegel – wichtig für Stimmung und Aktivität – steigt. Diese hormonelle Umstellung braucht Zeit und kann für ein Gefühl ständiger Schläfrigkeit sorgen. Auch das schwankende Wetter belastet den Kreislauf: Der März kann uns schon mal sonnige Tage mit Temperaturen an die 20 Grad schenken. Genießt man die wärmende Sonne, weiten sich die Blutgefäße. Wird es plötzlich wieder schattig und kalt, ziehen diese sich wieder zusammen und der Blutdruck sinkt ab. Bei vielen Menschen führt das zu Schwindel, Frösteln oder Konzentrationsschwäche.

 

Eine Herausforderung für die ganze Familie

Kinder und Jugendliche reagieren oft besonders sensibel auf diese Übergangsphase. Häufiges Gähnen, geringere Belastbarkeit, ein stärkeres Ruhebedürfnis oder schwankende Stimmungslagen sind typische Zeichen. Erwachsene erleben den familiären Alltag zusätzlich als herausfordernd, wenn eigene Müdigkeit und der Energiebedarf der Kinder gleichzeitig aufeinandertreffen. Eltern sollten sich bewusst machen, dass manchmal schlichtweg das Wetter zu Knatsch in der Familie führen kann. In dieser Zeit ist ein wenig mehr Geduld und Verständnis angesagt – und vielleicht ein paar Schokoladenkekse.

 

Das hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit

A propos Schokoladenkekse – die helfen eher der Seele. Den Körper unterstützen frische und vitaminreiche Mahlzeiten jetzt besonders gut. Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Früchte helfen dem Stoffwechsel und mindern Müdigkeit. B-Vitamine, Magnesium und Eisen tragen dazu bei, Hormone und Nerven zu regulieren. Gemüsepfannen, Suppen, warme Salate oder Obst-Snacks tun jetzt der ganzen Familie besonders gut.

 

Bewegung und Tageslicht als natürlicher Energiegeber

Der Schulweg zu Fuß, ein Spaziergang nach dem Mittagessen oder ein gemeinsames Spielen im Freien – setzten wir uns täglich etwa 30 Minuten natürlichem Tageslicht aus, stabilisiert sich die inneren Uhr schneller. Regelmäßige Aktivität an der frischen Luft macht wacher, denn Bewegung verbessert die Sauerstoffversorgung und beugt Kreislauftiefs vor.

 

Schlaf ist wirklich wichtig

Es ist manchmal schon seltsam: Sind wir durstig, trinken wir. Sind wir hungrig, essen wir. Sind wir müde – tja, dann greifen wir oft zu Kaffee und Süßem, um uns aufzuputschen. Natürlich hat nicht jeder im Alltag die Gelegenheit, ein Nickerchen einzulegen, wann und wo es ihm lieb ist. Aber wenn tagsüber eine große Müdigkeit vorherrscht, sollte man gezielt früher ins Bett gehen als sonst. Auch wenn man nicht sofort einschlafen kann, hilft es dem Körper, zur Ruhe zu kommen und sich zu erholen. Frühjahrsmüdigkeit ist nämlich ein anstrengender biologischer Anpassungsprozess.

 

Zeitumstellung betrifft nicht nur die Uhren, sondern auch den Körper

Moment mal, sollte die nicht schon längst abgeschafft sein? Über 70 Prozent der Deutschen wären laut Umfragen dafür. Die Umstellung auf die Sommerzeit ist dabei besonders unangenehm, schließlich haben wir eine Stunde weniger. Ein sanfter Übergang gelingt, wenn die Schlafzeiten bereits einige Tage vorher um jeweils zehn bis 15 Minuten vorverlegt werden. Das heißt auch, den Genuss von Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränken vorzuziehen. Ein fester Abendablauf – warme Dusche, gedämpftes Licht, ruhige Aktivitäten – und Lavendelöl oder Melatonin als Einschlafhilfe aus der Apotheke können die Nachtruhe unterstützen.

 

Vitamin-D-Status prüfen lassen

Viele Menschen starten mit niedrigen Vitamin-D-Speichern in den Frühling. Leidet man unter anhaltender Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder Stimmungstiefs, sollte man beim Arzt ein Blutbild machen lassen. Liegt tatsächlich ein Mangel vor, helfen Vitamin-D-Präparate aus der Apotheke, den Speicher wieder aufzufüllen.

 

 

 

 

 

Lichtwecker für ein sanfteres Erwachen

Sogenannte „Lichtwecker“ simulieren durch langsames Hellerwerden einen Sonnenaufgang. Das wiederum signalisiert dem Gehirn bereits vor dem eigentlichen Weckton, dass ein neuer Tag beginnt – und aktiviert damit sanft die innere Uhr. So geht’s: Der Wecker ist beispielsweise auf 7 Uhr gestellt. Ab 6.30 Uhr wird das Licht langsam immer heller, bis dann um 7 Uhr ein Weckton dazu kommt. Das Licht fördert die Ausschüttung von wach machendem Cortisol, was den Körper weniger aufschrecken lässt als ein plötzlicher, lauter Alarm. Viele Menschen wachen dadurch natürlicher und weniger abrupt auf, was Kreislauf und Nervensystem entlastet. Besonders in der Übergangszeit, wenn es morgens noch dunkel ist, kann die künstliche Morgendämmerung den Start in den Tag erleichtern. Licht am Morgen kann allgemein die Stimmung verbessern und die morgendliche Leistungsfähigkeit erhöhen – ein Effekt, von dem auch Kinder und Jugendliche profitieren können. Lichtwecker gibt es in vielen Varianten ab etwa 40 Euro.

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Wenn die Nase kitzelt – Tipps bei Heuschnupfen

Praxistipps aus Ihrer Apotheke

Kaum zeigen sich die ersten warmen Tage, juckt es in der Nase und die Augen tränen: Der Frühling bringt nicht nur Sonne, sondern auch Pollen. Für Menschen mit Heuschnupfen bedeutet das oft Niesattacken, Müdigkeit und eingeschränkte Lebensqualität. Doch mit etwas Vorbereitung und den richtigen Maßnahmen lässt sich die Pollenzeit gut überstehen.

 

  1. Pollen meiden – so gut es geht Ganz vermeiden lässt sich der Kontakt mit Pollen nicht, aber man kann ihn deutlich reduzieren. Lüften Sie am besten nach einem Regenschauer, wenn die Luft sauber ist. Kleidung, die draußen getragen wurde, gehört abends nicht ins Schlafzimmer, und die Haare sollten vor dem Schlafengehen gewaschen werden – so gelangen weniger Pollen ins Bett.

 

  1. Frische Luft ja – aber mit Bedacht Ein Spaziergang tut gut, besonders außerhalb der Hauptpollenflugzeiten. Aktuelle Pollenflugvorhersagen – etwa bei der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, beim Deutschen Wetterdienst und bei den meisten Wetterdiensten im Internet – helfen, den besten Zeitpunkt zu wählen. Eine Sonnenbrille kann die Augen zusätzlich vor direktem Pollenflug schützen.

 

  1. Medikamente gezielt einsetzen Antihistaminika lindern die typischen Symptome wie Niesen, Jucken und tränende Augen. Cetirizin gehört zu den bewährtesten Wirkstoffen, kann jedoch müde machen und wird daher am besten abends eingenommen. Moderne Alternativen wie Loratadin oder Desloratadin machen meist weniger schläfrig. Bei lokalen Beschwerden wirken Augentropfen oder Nasensprays mit Wirkstoffen wie Azelastin besonders effektiv – sie helfen schnell, wenn Auge oder Nase betroffen sind. Cromoglicinsäure hingegen sollte vorbeugend und regelmäßig angewendet werden, um allergische Reaktionen frühzeitig zu verhindern. Treten zusätzlich Atembeschwerden, Husten oder ein Druckgefühl in der Brust auf, kann das ein Hinweis auf ein beginnendes allergisches Asthma sein – hier sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.

 

  1. Kleine Helfer aus der Apotheke Isotonische Salzlösungen zum Spülen der Nase befreien die Schleimhäute von Pollen und beugen Entzündungen vor. Für gereizte Haut rund um Nase und Augen eignen sich milde, rückfettende Pflegecremes.

 

Fazit Mit etwas Achtsamkeit und der richtigen Unterstützung muss Heuschnupfen nicht die ganze Saison verderben. Sprechen Sie uns gerne an – Ihr Apothekenteam berät Sie individuell, welche Medikamente und Pflegemaßnahmen in Ihrem Fall am besten geeignet sind. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Sie die warme Jahreszeit wieder unbeschwert genießen können.

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Schmerzhafte Gelenke

So schützen Sie sich vor Gicht-Attacken

 

Die Osterzeit steht vor der Tür – und mit ihr viele kulinarische Verlockungen: Heringssalat an Karfreitag, Hefezopf, knuspriger Braten und ein Glas Bier am Ostersonntag. Doch was für die meisten Menschen pure Genussmomente sind, kann bei anderen zu höllischen Schmerzen führen. Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leidet an Gicht – einer Stoffwechselerkrankung, die sich gerade nach üppigen Mahlzeiten schmerzhaft bemerkbar macht.

 

Wenn purinreiche Lebensmittel (s. Kasten) und alkoholische Getränke die Harnsäurewerte im Blut ansteigen lassen, lagern sich nadelspitze Harnsäurekristalle in den Gelenken ab – besonders gerne im Grundgelenk der großen Zehe. Das führt meist nachts oder in den frühen Morgenstunden zu heftigen Schmerzattacken: Das betroffene Gelenk schwillt an, wird heiß und färbt sich rötlich-blau. Selbst die Berührung einer Bettdecke kann zur Tortur werden, oft kommt Fieber dazu.

 

Gicht ist Männersache

Männer tragen ein fünffach höheres Gicht-Risiko als Frauen und erkranken auch früher. Während die ersten Attacken bei Männern oft schon ab 40 Jahren auftreten, sind Frauen meist erst nach den Wechseljahren betroffen. Der weibliche Hormonhaushalt schützt bis zur Menopause.

 

Schnelle Hilfe ist entscheidend

Bei einem Gichtanfall heißt es: Sofort zum Arzt! Denn je schneller die Behandlung beginnt, desto besser lässt sich eine Chronifizierung mit Zerstörung des Gelenkknorpels, der Knochen oder der Sehnen verhindern. Zur Therapie werden entzündungshemmende Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen), Cortisonpräparate und manchmal auch der Wirkstoff Colchicin eingesetzt.

 

Selbstmanagement in der Akutphase

Zusätzlich zur ärztlichen Behandlung können Betroffene den Heilungsprozess aktiv unterstützen: Jetzt ist absolute Schonung angesagt. Das betroffene Gelenk sollte hochgelagert und vorsichtig gekühlt werden. Reichliches Trinken von Wasser und ungesüßten Tees fördert die Harnsäure-Ausscheidung über die Nieren. Purinreiche Lebensmittel sind in der akuten Phase komplett tabu.

 

Gesunder Lebensstil schützt vor Gicht

Nach der akuten Phase beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Ziel, weitere Anfälle zu verhindern und den Harnsäurespiegel dauerhaft zu senken. Das funktioniert nur mit einer konsequenten Lebensstiländerung. Ein gesundes Körpergewicht, möglichst kein Alkohol und eine purinarme Ernährung sind der Schlüssel zum Erfolg. Manche Patienten benötigen zusätzlich harnsäuresenkende Medikamente.

 

Die Orangensaft-Überraschung

Forscher der Universitäten Hohenheim und Kiel haben herausgefunden, dass ein Glas Orangensaft pro Tag den Harnsäure-Spiegel senken kann. Verantwortlich dafür sind das enthaltene Vitamin C und spezielle Pflanzenstoffe (Flavonoide), die dem Körper helfen, überschüssige Harnsäure auszuscheiden. Wichtig: Fruchtsäfte sollten nur sparsam genossen und nicht als Durstlöscher eingesetzt werden.

 

Sorgenfrei Schlemmen an den Osterfeiertagen

Genießen Sie an Karfreitag doch einmal statt des klassischen Fischgerichts einen bunten Kartoffel-Ei-Salat mit frischen Kräutern und Joghurtdressing. Wer am Ostersonntag nicht auf eine klare Brühe mit Einlage verzichten will, wählt statt Fleischbouillon eine kräftige Gemüsebrühe und gibt statt Markklößchen einfach Grießnocken hinein. Als Hauptgang ist ein herzhafter Nussbraten mit Kartoffel- und Gemüsebeilage statt Fleisch eine köstliche Option. Zum Nachtisch gibt es dann einen feinen Osterzopf – mit Backpulver statt mit Hefe.

 

Was sind Purine?

Purine sind natürliche Bausteine in den Körperzellen, die beim Abbau zu Harnsäure werden. Harnsäure kann bei zu hohen Mengen schmerzhafte Gichtkristalle in den Gelenken bilden.

 

Purinreiche Lebensmittel: Alkohol, Bouillon, Fisch Fleisch, Hefe und Hülsenfrüchte

 

Purinarme Lebensmittel: Backpulver (als Hefe-Ersatz), Eier, Gemüse, Milch- und Milchprodukte, Obst und Reis

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Zähneputzen: Ausspucken statt Ausspülen

Die meisten machen es so: Nach dem Zähneputzen wird gründlich ausgespült, um auch kleinste Schmutzpartikel bzw. Essensreste zu entfernen. Doch dies ist nicht optimal, sagt Dr. Julia Thome vom Kölner Carree Dental. Besser ist es, auf das Ausspülen zu verzichten und lediglich die Zahncreme auszuspucken. „So können die in der Creme enthaltenen Fluoriode länger auf die Zähne einwirken“, sagt die Zahnärztin. Und diese Mineralsalze haben es in sich. „Sie schützen den Zahnschmelz vor Säuren und Bakterien, machen die Zähne widerstandsfähiger und sind somit die beste Präventiv-Maßnahme gegen Karies“, erläutert Thome.

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Tag der gesunden Ernährung

Leider ist das mit der gesunden Ernährung nicht so einfach. So geht aus einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hervor, dass es für die Mehrheit der Umfrageteilnehmer (59 Prozent) eine Herausforderung darstellt, gesunde Ernährung dauerhaft in den eigenen Tagesablauf zu integrieren, Knapp die Hälfte (47 Prozent) der 2.000 befragten Bürgerinnen und Bürger würden ihre schlechten Ernährungsgewohnheiten zwar gerne ändern, halten aber trotzdem an ihnen fest. Als Gründe für das ungesunde Essverhalten nannten die Studienteilnehmer unter anderem die höheren Preise der gesunden Lebensmittel sowie die leichtere Verfügbarkeit von Junk Food und Süßigkeiten an öffentlichen Plätzen, Bahnhöfen und Raststätten. Als Gegenmaßnahme fordert AOK-Chefin Dr. Carola Reimann unter anderem, Obst und Gemüse preislich attraktiver zu machen, indem sie von der Mehrwertsteuer befreit werden.

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