Diabetes?

Wussten Sie schon…

 

…dass mehr als 250 Millionen Menschen weltweit nicht wissen, dass sie Diabetes haben? Das geht aus einer Studie der International Diabetes Federation (IDF) hervor. Weltweit leben nach Angaben des IDF derzeit rund 589 Millionen Menschen mit Diabetes. Das sind mehr als die Bevölkerung der USA, Kanadas, Mexikos und der Karibik zusammen. Die geschätzte Zahl der Erwachsenen mit Diabetes wird nach Angaben des IDF bis zum Jahr 2050 auf 853 Millionen ansteigen. Der IDF fordert die Regierungen weltweit auf, energischere Maßnahmen zur Bekämpfung von Diabetes zu ergreifen.

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Allergien bei Kindern Frühzeitig erkennen und behandeln

Hatschi! Allergien zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Etwa jedes dritte Kind entwickelt im Laufe seines Lebens eine Allergie – sei es gegen Pollen, Nahrungsmittel, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Das kann im Alltag sehr belastend sein und die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Zum Glück kann man Allergien vorbeugen oder den Krankheitsverlauf abschwächen. Die Prophylaxe beginnt dabei schon im Mutterleib.

 

Warum reagiert mein Kind allergisch? Allergien entstehen, wenn das Immunsystem eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen oder Lebensmittel fälschlicherweise als Bedrohung einstuft und überreagiert. Oft beginnt dies schon im frühen Kindesalter mit Symptomen wie Ekzemen, Schnupfen oder Asthma. Allergien können unterschiedliche Ursachen haben: Genetische Faktoren, Ernährung und Umwelteinflüsse spielen dabei eine entscheidende Rolle. Außerdem wurde beobachtet, dass Kinder, die per Kaiserschnitt geboren werden, ein deutlich höheres Allergierisiko haben als Babys, die bei einer normalen Geburt zur Welt kommen.

 

Vorsorge beginnt bereits vor der Geburt Schon während der Schwangerschaft kann die werdende Mutter wichtige Maßnahmen ergreifen, um das Allergierisiko ihres Kindes zu minimieren. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Gesundheit des mütterlichen Mikrobioms – das ist die Gesamtheit der Darmbakterien. Studien zeigen, dass eine ausgewogene Darmflora der Mutter die Entwicklung des Immunsystems beim Kind positiv unterstützen kann. Am besten greift die werdende Mutter zu einer ballaststoffreichen Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Auch fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder Sauerkraut unterstützen eine gesunde Darmflora. Die Einnahme von Antibiotika wirkt sich dagegen negativ auf die Darmflora aus – das Medikament kann nämlich zu viele der „guten“ Bakterien zerstören. Deshalb sollten Schwangere nur im Notfall Antibiotika einnehmen. (Mehr zu den negativen Folgen der Antibiotika-Einnahme auf das Darm-Mikrobiom auch in unserem Artikel ??? auf Seite 11.)

 

Stillen ist unschlagbar

Nach der Geburt bietet Muttermilch den besten Schutz gegen Allergien. Sie enthält wertvolle Nährstoffe und Antikörper, die das Immunsystem des Babys stärken. Studien legen nahe, dass Babys, die mindestens vier bis sechs Monate ausschließlich gestillt werden, ein geringeres Risiko für Allergien haben. Sollte Stillen nicht möglich sein, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt über hypoallergene Ersatznahrung, vor allem, wenn es in der Familie bereits Allergien gibt.

 

Dreck hält gesund Eltern sollten peinlichst genau darauf achten, dass es zu Hause nicht zu sauber ist, denn: Übertriebene Hygiene schadet Kindern. Das Immunsystem ist auf Außenreize angewiesen, sonst kann es sich nicht entwickeln und stark werden. Geraten Sie also nicht gleich in Panik, wenn sich Ihr Kleinkind eine Handvoll Erde in den Mund steckt. Neben der Ernährung ist der Kontakt mit vielfältigen Keimen und Bakterien ein wichtiger Faktor für die Entwicklung eines starken Immunsystems. Bedenken Sie dabei, dass nicht alle Bakterien Ihrem Kind schaden, so besteht zum Beispiel eine gesunde Darmflora aus unzähligen Bakterien. Gefährlicher als Dreck ist eine keimfreie, sterile Umgebung. Deshalb gehören Desinfektionsmittel nicht in den alltäglichen Hausgebrauch. Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einer akuten Magen-Darm-Erkrankung in der Familie, sollte man solche Hygienemaßnahmen ergreifen. Interessant auch: Kinder, die mit Tieren aufwachsen oder auf Bauernhöfen leben, entwickeln seltener Allergien. Der frühe Kontakt mit Mikroorganismen ist ein hervorragendes Training für das Immunsystem und schützt vor Überreaktionen. Allerdings wirkt nur „natürlicher“ Schmutz positiv auf das Immunsystem. Chemische Umwelteinflüsse wie Tabakrauch, Autoabgase oder Lösungsmittel, beispielsweise von Möbeln und Teppichen, wirken dagegen stark negativ und können Allergien verschlimmern.

 

Frühzeitig erkennen und handeln Hat man den Verdacht, dass eine Allergie vorliegt, sollte das so früh wie möglich mit dem Kinderarzt besprochen werden. Typische Symptome sind häufige Hautausschläge, anhaltender Husten, häufiges Niesen, gerötete, juckende Augen oder Verdauungsprobleme. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da unbehandelte Allergien das Risiko für weitere Erkrankungen erhöhen können. Wer vor dem Arzttermin sein Kind im Alltag genau beobachtet und vielleicht sogar ein Tagebuch mit Kontakten und Reaktionen führt, zum Beispiel: „Kuscheln mit einem Hund, daraufhin rote Augen und häufiges Niesen“, kann dem Arzt wichtige Hinweise geben und dem Kind somit vielleicht vorerst die Blutabnahme für einen Allergietest ersparen.

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Die Top 5 Gesundheitsmythen

Heilen Wunden besser an der Luft? Wie viele Schritte am Tag sind gesund? Und kann man sich wirklich den Arztbesuch sparen, wenn man jeden Tag einen Apfel isst? Es gibt zahlreiche Weisheiten rund um die Gesundheit. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter diesen Mythen? Experten der Debeka-Krankenversicherung klären auf.

 

Mythos 1

Möhren verbessern das Sehvermögen Nein, sie sind nicht der Grund dafür, warum Hasen so gut sehen. Das liegt eher an dem 360-Grad-Rundumblick. Möhren enthalten reichlich Betacarotin, eine Vorstufe von Vitamin A. Dies erfüllt im Körper eine Vielzahl wichtiger Funktionen und ist auch für ein ungetrübtes Sehvermögen zuständig. Allein durch den Verzehr lässt sich allerdings weder das Sehvermögen steigern noch eine Sehschwäche beheben.

 

Mythos 2

Spinat macht groß und stark Zwei überdimensionale Unterarme mit Anker-Tattoo, die obligatorische Pfeife im Mundwinkel und eine Vorliebe für Spinat, der ihm Superkräfte verleiht: Die Comicfigur Popeye kennt fast jeder. Allerdings macht Spinat nicht so groß und stark wie gedacht. Dieser Mythos geht auf einen Fehler in der Berechnung des Eisengehalts von Spinat zurück. Er enthält zwar Eisen, aber weniger als ursprünglich angenommen. Ein gesundes Gemüse ist er aber trotzdem, weil Spinat reich an Nährstoffen ist.

 

Mythos 3

Ein Apfel am Tag erspart den Arztbesuch „An apple a day keeps the doctor away.“ Wohl jeder kennt diesen Spruch. Aber stimmt er auch? Fakt ist: Äpfel enthalten je nach Sorte mehr als 30 Mineralien und Spurenelemente, darunter so wichtige wie Kalium und Eisen. Provitamin A, sämtliche B-Vitamine, Vitamin E, Vitamin C, Niacin und Folsäure. Damit wirken Äpfel positiv auf den Cholesterinspiegel sowie unseren Wasserhaushalt und regulieren die Darmtätigkeit. Ein Apfel allein kann allerdings nicht alle Gesundheitsaspekte abdecken. In Kombination mit einem gesunden Lebensstil, ausreichender körperlicher Aktivität, genügend Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung, befindet man sich aber auf jeden Fall auf einem guten Weg.

 

Mythos 4

Mindestens 10.000 Schritte am Tag sind gesund Fakt ist, Bewegung schadet nie. Sie kann sich sogar positiv auf die Psyche auswirken. Die magische Marke von 10.000 Schritten am Tag stammt aus einer Werbung aus den 1960er-Jahren. Damals hatte eine japanische Firma den ersten Schrittzähler „Manpo-kei“ auf den Markt gebracht, was im Japanischen so viel wie 10.000 Schritte bedeutet. Schnell wurde aus dem Slogan ein Credo. Von diesem „rudern“ Experten schon wieder zurück: Wichtiger seien Dauer und Intensität der Bewegung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate Bewegung wie schnelles Gehen oder langsames Laufen pro Woche, um Herz, Lunge und Muskeln zu stärken.

 

Mythos 5

Wunden heilen besser an der Luft Ein Mythos, der früher weit verbreitet war. Allerdings ist bestätigt, dass größere Wunden nach gründlicher Reinigung viel besser unter einem sterilen Verband oder Pflaster heilen. Eine feuchte Umgebung fördert die Wundheilung, weil sie verhindert, dass sich Kruste oder Schorf und damit neue Haut bilden kann. Ein Verband schützt die Wunde vor Bakterien, Schmutz und anderen Verunreinigungen der Haut. Es gibt jedoch Ausnahmen: Kleinere oberflächliche Schnittwunden oder Kratzer heilen gut an der frischen Luft.

 

Mehr Gesundheitsmythen im Check gefällig?

 

Es gibt natürlich noch viel mehr als diese fünf Gesundheitsmythen. Hier werden Sie fündig.

 

  1. Auf der Internetseite der Stiftung Gesundheitswissen finden Sie Dutzende von Gesundheitsmythen im Check. Einfach auf der Seite www.stiftung-gesundheitswissen.de den Suchbegriff „Gesundheitsmythen“ eingeben.

 

 

  1. Wer lieber etwas Gedrucktes in die Hand nimmt, dem sei das Buch „Schokolade macht schlau und andere Medizinmythen“ von Marleen Finoulst und Patrick Vankrunkelsen empfohlen, das 2018 bei Stiftung Warentest erschienen ist (ISBN: 978-3868511710).

 

 

  1. Noch etwas älter, aber deshalb nicht schlechter, ist das Buch „Mythos oder Medizin: Brauchen Wunden Luft oder Pflaster?“ von Ines Berres und Julia Merlot, das 2014 im Heyne-Verlag erschienen ist (ISBN: 978-3453603387). Das Buch ist vergriffen, über Amazon kann man es aber noch gebraucht kaufen.

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Vitamin D: Warum es gerade jetzt so wichtig ist

Über die Jahre sehen wir regelmäßig „Modetrends“ zu Vitaminen, Mineralstoffen, Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Nicht alles ist sinnvoll. Den anhaltenden Trend und die Diskussionen zu Vitamin D halte ich allerdings für relevant, da die Versorgung in Deutschland unterdurchschnittlich ist. Wozu brauche ich das „Sonnenhormon“ Vitamin D überhaupt? Wieviel soll ich nehmen? Oder genügt gesundes Essen plus ein Sonnenbad? Während Lebensmittel in einigen nordeuropäischen Ländern mit Vitamin D angereichert werden, ist die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit 1.000 I.E. pro Tag eher zurückhaltend. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält 4.000 I.E. Vitamin D pro Tag ab einem Alter von elf Jahren und für alle Erwachsenengruppen für sicher. Lebensmittel enthalten leider kaum Vitamin D. Jedoch kann unsere Haut bei ausreichend hohem UV-Index selbst Vitamin D herstellen, solange keine Sonnencreme aufgetragen wird. „Aber dann erhöhe ich doch mein Hautkrebs-Risiko!“ werden Sie vielleicht empört sagen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (www.bfs.de) hält die sog. „halbe minimale Erythemdosis MED“ für sicher. Beim Hauttyp II wären das bei einem UV-Index von 7 beispielsweise zwölf Minuten. Übrigens produziert unsere Haut umso mehr Vitamin D, je heller unsere Haut ist und je jünger wir sind. Was soll ich also für mich selbst tun? Als allgemeine Empfehlung gilt: Nehmen Sie im Winter 2.000 I.E. Vitamin D pro Tag und im Sommer 1.000 I.E. Vitamin D pro Tag. Da aber jede Person das „Sonnenhormon“ unterschiedlich gut resorbiert (also im Darm aufnimmt), ist es besser, den eigenen Wert zu kennen. Bitte lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmen. Ab 30ng/ml gilt dieser als ausreichend, ab 110ng/ml zu hoch, so dass der optimale Bereich für Ihre Gesundheit in der Mitte um die 70ng/ml liegen dürfte. Nicht nur Ihre Knochen werden es Ihnen danken, auch für Ihren Stoffwechsel, Ihr Immunsystem und Ihre gute Laune kann das „Sonnenhormon“ Vitamin D Gutes tun. Noch ein kleiner, aber wichtiger Tipp zum Schluss: Vitamin D muss nicht zum Frühstück genommen werden. Es wird am besten zu Ihrer Hauptmahlzeit eingenommen, weil diese üblicherweise Fett oder Öl enthält. Da Vitamin D fettlöslich ist, kann es nur in Anwesenheit von Fett auch wirklich in Ihrem Körper ankommen. Prävention ist der Schlüssel für Ihre Gesundheit von morgen.

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Und jetzt alle zusammen! – Warum singen der ganzen Familie guttut

Ob „Happy Birthday“ oder „Oh Tannenbaum“ – zu besonderen Anlässen wird gemeinsam gesungen. Gesang ist eine weltweite Tradition, die in allen Kulturen und Religionen verankert ist und uns in vielen Lebensmomenten begleitet. Kinder singen fast immer mit viel Leidenschaft und Erwachsene trällern zumindest unter der Dusche oder im Auto. Und das ist auch gut so, denn Singen hat eine ausnahmslos positive Auswirkung auf unseren Körper und unser Gemüt – das bestätigen wissenschaftliche Erkenntnisse aus Psychologie und Hirnforschung.

 

Singen hat eine enorm positive Wirkung auf unsere Stimmung und unser Wohlbefinden. Beim Singen werden Endorphine freigesetzt, die zu den wirksamsten „Glückshormonen“ zählen. Endorphine sorgen dafür, dass wir uns glücklicher und entspannter fühlen. Gleichzeitig werden durch die kontrollierte Atmung und die Fokussierung auf Melodie und Text Stresshormone wie Cortisol abgebaut. „Singen ist wie eine natürliche Stressbremse, die dem Körper hilft, sich zu regenerieren und zur Ruhe zu kommen“, so der Psychologe Dr. Peter Walschburger von der Universität Berlin. Außerdem kommt es, während wir singen, zu einer verstärkten Ausschüttung von Oxytocin, einem Hormon, das für Bindung und Vertrauen zuständig ist. Oxytocin ist auch als „Still-Hormon“ bekannt und fördert die frühkindliche Bindung zur Mutter. Mit Liedern statt Milch kann also auch Papa die Beziehung zu seinen Kindern vertiefen.

 

Singen stärkt den Körper Interessant: Damit wir überhaupt singen können, sind vom Kehlkopf bis zum Bauch rund 100 Muskeln beteiligt. Dazu gehören unter anderem das Zwerchfell, die Lunge, die im Kehlkopf sitzenden Stimmlippen und der sogenannte Vokaltrakt, zu dem Rachen, Mund und Nase gehören. Die intensiviere Atmung beim Singen führt auch zu einer besseren Sauerstoffversorgung des Körpers, was das Herz-Kreislauf-System stärken und die Immunabwehr verbessern kann.

 

Herzschmerz herauslassen Den eigenen Liebeskummer in ein Lied verwandeln – das hat auch Popstars wie Adele oder Taylor Swift zu Ruhm und Erfolg verholfen. Denn mit Gesang lassen sich Emotionen leichter ausdrücken und verarbeiten, egal ob Freude, Trauer, Wut oder Liebe. Dabei muss nicht jeder sein eigenes Liebes- oder Trennungslied komponieren. Mitsingen genügt!

 

Gehirn-Jogging im Takt Sich einen Text zu merken, fällt den meisten Menschen mit einer passenden Melodie viel leichter. Wetten, dass auch Sie problemlos Kinderlieder singen können, auch wenn sie vor vielen Jahrzehnten gelernt wurden? Das Lernen und Erinnern von Texten und Melodien fördert das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit. Besonders im Alter kann regelmäßiges Singen helfen, kognitiven Abbauprozessen entgegenzuwirken und die geistige Fitness zu erhalten.

 

Im Zweifel Tür zu Kinder singen von Natur aus sehr gern, schon Babys reagieren auf rhythmische Klänge. Mit zwei bis drei Jahren legen die Kleinen dann gesanglich richtig los. Das ist einerseits niedlich, aber eine Dauerbeschallung kann für Eltern auch anstrengend sein. Da heißt es: Ohren zu und durch, denn Singen fördert die sprachliche Entwicklung und Lernfähigkeit. Und Lieder bringen Kindern Sicherheit: Immer wieder die gleichen Texte und Melodien zu wiederholen, vermitteln ein Gefühl von Verlässlichkeit und Geborgenheit. Falls Mama und Papa mal dringend Ruhe brauchen, könnten sie „geheime“ Proben im Kinderzimmer für einen späteren Auftritt vorschlagen.

 

Im Chor sind alle gleich Egal, ob jung, alt, groß, klein, arm oder reich – wer einem Chor beitritt, erlebt oft eine außergewöhnliche Gemeinschaft. Einer der Gründe: Wenn Menschen zusammen singen, synchronisieren sich ihre Atmung und Herzschläge, was zu einem Gefühl der Einheit und Vertrautheit führt und Einsamkeit vorbeugt.

 

Stimmt es, dass Singen gegen Angst hilft? Ja, das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Der Neurobiologe Dr. Dr. Gerald Hüther hat festgestellt: Bestimmte Gehirnregionen, die das Empfinden von Angst auslösen, werden beim Singen blockiert. Zusätzlich entspannt die beim Singen nötige vertiefte Atmung den Körper und hemmt damit Nervosität. Wenn Ihnen also mal eine fette Spinne im Badezimmer begegnet, holen Sie erst einmal tief Luft und trällern Sie Ihr Lieblingslied.

 

Sieben Hypothesen, warum Singen glücklich macht und gesund hält

 

  1. Singen verbessert die Stimmung und steigert das allgemeine Wohlbefinden
  2. Singen entspannt und mindert körperlichen und psychischen Stress
  3. Singen fördert kognitive Leistungen
  4. Singen fördert die psychische und körperliche Gesundheit
  5. Singen fördert Spiritualität und sorgt für tiefe seelische Erfahrungen
  6. Singen fördert ein positives Selbstbild und wirkt gegen psychosoziale Probleme
  7. Singen fördert Gefühle sozialer Verbundenheit

 

aus dem Buch „Warum Singen glücklich macht“ von Prof. Dr. Gunter Kreutz

 

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Glückliches Alter

Warum wir uns auf die zweite Lebenshälfte freuen dürfen

Jeder will es werden, aber keiner will es sein: alt! Das Alter hat in Deutschland ein sehr schlechtes Image. Vor allem wird es mit körperlichem und geistigem Verfall in Verbindung gebracht, mit chronischen Krankheiten, Gebrechen, Immobilität, Demenz, Depression und Verlust. Was soll am Alter gut sein? Dem entgegen stehen Erkenntnisse der Wissenschaft und der Altersforschung. Diese besagen, dass die meisten älteren und alten Menschen mit ihrem Leben viel zufriedener sind, als sie es in jüngeren Jahren waren. Es gibt gute Gründe, sich auf das Alter und das Älterwerden zu freuen.

„Nein, ich will keinen Seniorenteller“

Am Anfang des erfrischend heiteren Buches „Nein, ich will keinen Seniorenteller“ von Virginia Ironside gibt es diese amüsante Szene, in der sich die 59-jährige Ich-Erzählerin bei einer Dinnerparty mit einem Psychiater über das Alter streitet. Der Psychiater sagt: „Das Schöne am Alter ist, dass es nie zu spät ist. Man kann noch so vieles machen. Noch einmal studieren, Bungee-Jumping. Eine neue Sprache lernen …“ Darauf unsere 59-jährige Protagonistin: „Aber es ist sehr wohl zu spät! Das ist doch gerade das Schöne am Alter. Man muss nichts mehr studieren oder sich an einem Gummiband in die Tiefe stürzen! Gott sei Dank! Wie lange habe ich mich mit Schuldgefühlen herumgeschlagen, weil ich keine weitere Fremdsprache mehr gelernt habe. Aber jetzt, wo ich alt bin, brauche ich keine Gewissensbisse mehr zu haben. Aus und vorbei!“

Ein gutes Leben ist möglich

Ein lustiger Dialog, wie auch das gesamte Buch von Virginia Ironside allen zu empfehlen ist, die Angst vor dem älter werden haben und glauben, mit spätestens 60 sei alles vorbei. Denn auch wenn dann vieles nicht mehr möglich ist (zum Beispiel die 100 Meter in 10,0 Sekunden zu laufen), ist immer noch sehr viel möglich. Vor allem ist es möglich, ein gutes Leben zu führen. Darum geht es auch und vor allem in dem Buch „Die bessere Hälfte. Worauf wir uns mitten im Leben freuen können“ von Dr. Eckart von Hirschhausen und Prof. Dr. Tobias Esch. Den beiden Medizinern und Glücksforschern ist es ein Anliegen, „das alte und schädliche Bild des Älterwerdens von Siechtum und Windeln zum Wackeln zu bringen und mehr Lust auf die spannenden persönlichen Entwicklungschancen zu machen“.

Zufriedenheit mit steigendem Alter

Sie wollen mit dem weitverbreiteten Vorurteil aufräumen, dass ab der Lebensmitte, also mit 40 bis 45, der beste Teil hinter einem liege und es aber jetzt nur noch bergab gehe. Das Gegenteil nämlich sei der Fall: „Die zweite Lebenshälfte ist für die meisten von uns die bessere“, schreiben Hirschhausen/Esch. So seien „die meisten mit 57 zufriedener als mit 17 oder 27“.

Studien aus der Neurobiologie des Glücks

Esch, der an der Universität Witten/Herdecke forscht und lehrt und als einer der renommiertesten Experten auf dem Gebiet der Neurobiologie des Glücks gilt, kann seine positiven und optimistischen Aussagen über das Alter wissenschaftlich belegen. So hat er im Rahmen einer Studie 3.000 Menschen gebeten, ihren eigenen Lebensverlauf zu beurteilen. Dabei kam heraus, dass der Anteil von Menschen über 60, die eher zufrieden mit dem Leben insgesamt sind, gegenüber denen, die eher unzufrieden sind, bei zehn zu eins liegt. Eine andere Forschungsarbeit bestätigt diese Aussage: Danach waren über zwei Drittel der Menschen im Alter von 65 bis 85 Jahren mit dem eigenen Leben völlig zufrieden.

Paradoxon des Wohlbefindens im Alter

Interessant dabei: Während die körperliche Gesundheit nachlässt, steigt das psychisch-mentale Wohlbefinden an. Wissenschaftler sprechen hier vom „Paradoxon des Wohlbefindens im Alter“. Obwohl die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit nachlässt und dafür gesundheitliche Beeinträchtigungen häufiger werden, steigt die Lebenszufriedenheit. Das liegt, sagt die Psychologin Prof. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello in ihrem Buch „Own your Age. Stark und selbstbewusst in der zweiten Lebenshälfte“ (Beltz-Verlag, 25 Euro), an psychischen Anpassungsprozessen und optimierten Bewältigungsstrategien, im Klartext daran, dass wir „mit fortschreitendem Alter ganz bewusst das Anspruchsniveau und die Vergleichsstandards an die veränderten Umstände anpassen“.

U-förmige Zufriedenheitskurve

Perrig-Chiello: „So werden von den Betroffenen etwa Ziele, die nicht mehr erreicht werden können, in ihrer Bedeutung relativiert, die Menschen geben sich mit weniger zufrieden. Man setzt neue Prioritäten im Leben oder man vergleicht sich mit jenen, denen es noch schlechter geht.“ Wissenschaftler haben herausgefunden, dass unsere Lebenszufriedenheit U-förmig verläuft – man spricht von der „Zufriedenheitskurve“. Sie besagt: In der Jugend und im Alter sind wir glücklich und zufrieden, dazwischen hängen wir durch. Der Tiefpunkt liegt zwischen 45 und 49 Jahren.

Tiefpunkt mit Mitte vierzig

In einem Interview auf der Internetseite geo.de erläutert Pasqualina Perrig-Chiello diese U-Kurve so: „In der Jugend fühlen sich Menschen tendenziell stark und zufrieden, leben beflügelt von Hoffnungen und großen Erwartungen. Ab Mitte 30 aber beginnen sie, Wunsch und Wirklichkeit immer häufiger zu vergleichen – und das Glücksgefühl nimmt stetig ab, bis es einen Tiefpunkt erreicht. In Europa ist das bei 46 Jahren der Fall, in Schwellenländern bei 43 Jahren.

Das Erlebte wertschätzen lernen

Viele Menschen sind dann enttäuscht von der Vergangenheit und zugleich wenig hoffnungsvoll für die Zukunft, die zweite Lebenshälfte erscheint vielen geradezu bedrohlich. Nach ein paar Jahren allerdings vermögen die Menschen dann wieder das Gute zu sehen, sie schätzen, was sie erlebt haben und noch erleben können. Die Zufriedenheit nimmt im Durchschnitt wieder zu – und wird mitunter größer als je zuvor.“

Negatives einfach abschütteln

Aber woran liegt es, dass wir im Alter zufriedener sind, trotz der Handicaps und Einschränkungen, die damit verbunden sind? „Wenn wir älter werden, schütteln viele von uns den Ballast der Negativität ab“, sagt Glückforscher Esch. Es sei eine Tatsache, „dass Ältere besser darin sind, mit stressigen Situationen umzugehen. Sie lernen, sich nicht von kleinen Dingen ins Schwitzen bringen zu lassen. Viele Unannehmlichkeiten, die zuvor noch große Dinge waren, werden über die Zeit klein. Diese Form von Weisheit nimmt mit dem Alter zu.“ Dazu komme noch eins: „Je älter wir werden, desto weniger reagieren wir auf Ärger, Angst und Traurigkeit.“

Gelassenheit kommt mit dem Alter

Der 2015 verstorbene deutsche Philosoph Odo Marquard nannte in einem Interview, das er als 85-Jähriger zwei Jahre vor seinem Tod gegeben hatte, als einen Vorzug des Alters, dass man „sich nichts mehr beweisen müsse“. „Dies sorgt für mehr Gelassenheit. Man lernt über Fehler und Schwächen leichter hinwegzusehen. Im Alter kann man die Dinge eher mal laufen lassen.“

Die Killer der Lebenszufriedenheit im Alter

Obwohl die Lebenszufriedenheit im Alter quasi automatisch ansteigt (Glücksforscher Esch: „Der wichtigste Treiber der Zufriedenheit ist die Tatsache, über 60 Jahre alt zu sein.“), gibt es doch Umstände, die dieses verhindern. Die häufigsten „Killer der Zufriedenheit“ sind chronische Schmerzen und Krebserkrankungen, Verlust (z.B. des Partners, Verlust der Selbstständigkeit), soziale Isolation/ Einsamkeit und finanzielle Not. „Wenn die Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind, dann wird es mit der Lebenszufriedenheit schwierig“, so Esch in einem Interview auf zeit.de.

Schmerzen und Krankheit trüben das entspannte Älterwerden

Und genau hier haken die Kritiker von Hirschhausen, Esch & Co ein. So hält es der Soziologe Dr. Fabian Kratz von der LMU München für einen „Mythos“, dass die zweite Lebenshälfte die bessere sei. „Bei vielen Menschen wird die zweite Lebenshälfte überschattet von Krankheit und vom Verlust von nahestehenden Menschen“, sagt er. Und weiter: „Es gibt individuelle Lebensverläufe, bei denen es steigendes Glück mit dem Alter gibt. Aber bei vielen Menschen ist das Alter ab 65 überschattet von gesundheitlichen Problemen. Und das zeigt die Forschung eindeutig: Es ist wahnsinnig schwer, glücklich zu sein, wenn man Schmerzen oder gesundheitliche Probleme hat.“

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Impfen hilft

Vermeidbare Krankheiten

Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps und Röteln können durch Impfstoffe deutlich eingedämmt werden. Seit der Jahrtausendwende hat die Anzahl der globalen Fälle solcher durch Impfung vermeidbaren Krankheiten weltweit abgenommen. So wurden im Jahr 2000 noch mehr als 853.000 Masernerkrankungen registriert – 2022 ist die berichtete Anzahl auf etwa 205.000 gefallen.

Höchster Impferfolg bei Röteln

Den stärksten Rückgang verzeichnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Röteln: 2022 wurden weltweit knapp 18.000 Fälle übermittelt, was einer Abnahme von rund 97 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 entspricht. In Deutschland kommen die in dem WHO-Bericht aufgeführten Infektionskrankheiten auch nur noch selten vor. Der Keuchhusten (Pertussis) ist mit 3.462 Fällen (2020) die häufigste Erkrankung, gefolgt von Mumps mit etwa 338 Fällen (2020).

 

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Gürtelrose: Schmerzen wie Messerstiche in den Rücken

Impfen schützt

 

Was ist die Steigerung von Schmerz? Antwort: Gürtelrose! Menschen, die an dieser Viruserkrankung leiden, setzen die Schmerzen auf einer Skala von 1 (sehr gering) bis 10 (nicht mehr auszuhalten) häufig bei 10 an. Zum Glück kann man sich dagegen impfen lassen – und sollte es auch tun.

Erfahrungsbericht von Martina Voss-Tecklenburg

Martina Voss-Tecklenburg, die ehemalige Bundestrainerin der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen, befand sich im Urlaub, als sie an Gürtelrose erkrankte. Das war im Sommer 2021, Voss-Tecklenburg war 53 Jahre alt, und dass sie an Gürtelrose erkranken könnte, hatte sie bis zu diesem Tag überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt. Dass ihr Urlaub, den sie eigentlich dringend brauchte, damit beendet war, war noch das geringste Übel. Viel schlimmer waren die enormen, kaum zu ertragenden Schmerzen.

Unerträgliche Schmerzen

Gegenüber dem Frauenmagazin Brigitte erinnerte sich Voss-Tecklenburg so: „Nach dem anfänglichen Jucken, Brennen und Stechen gab es einen Hautausschlag, der sich von hinten über den Rücken bis zum Bauch gezogen hat. Es tat wahnsinnig weh, ich hatte Nerven- und Bewegungsschmerzen. Mir ging es körperlich überhaupt nicht gut, ich hatte ein allgemeines, totales Unwohlsein. Ich war vom Fußball her Schmerzen gewöhnt, ich hatte schon viele Verletzungen. Aber es hat mich doch sehr erschrocken, dass mich die Gürtelrose so beeinträchtigt hat, ich habe wirklich sehr gelitten. Ich konnte auch nachts nicht schlafen, bin teilweise aufgestanden und wusste nicht mehr, wo ich hingehen, wie ich damit umgehen und was ich tun soll. Ich bin fast täglich bei der Ärztin gewesen, um gegen die Schmerzen angehen zu können.“

Frühzeitige Behandlung ist entscheidend

Fast ein Dreivierteljahr lang war der Alltag der Fußballlehrerin durch die Erkrankung stark beeinträchtigt. Und sie hatte noch Glück gehabt, dass ihre Krankheit so früh erkannt worden war – keine Selbstverständlichkeit. Denn das Problem aus ärztlicher Sicht besteht darin, dass die Symptome zu Beginn meist unspezifisch sind: Schmerzen, Brennen oder Juckreiz treten bei vielen Hauterkrankungen auf. Wenn sich der charakteristische Hautausschlag mit Bläschen gebildet hat, ist die Krankheit bereits voll ausgebrochen. Der frühzeitige Beginn der Behandlung ist also entscheidend: „Ohne zügige Behandlung innerhalb eines therapeutischen Zeitfensters von 72 Stunden nach Ausbruch der Gürtelrose baut sich eine immer stärkere Entzündung im Körper auf. Die Schmerzen, die eine Gürtelrose-Infektion begleiten, können dann lange anhalten – manchmal sogar für immer“, sagt Dr. Markus Heinemann, Internist und Infektiologe aus Stuttgart. Ähnlich wie Martina Voss-Tecklenburg unterschätzen viele Menschen ihr persönliches Gürtelrose-Risiko.

Jährlich 400.000 Erkrankungen in Deutschland

Einer von drei Menschen erkrankt im Laufe seines Lebens an der Viruserkrankung Gürtelrose – jährlich sind das in Deutschland rund 400.000 Personen. Bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen kommt es im Laufe der Erkrankung zu Komplikationen. Am häufigsten sind dies anhaltende Nervenschmerzen, die als sogenannte Post-Zoster-Neuralgie (PZN) wochen-, monate- oder auch lebenslang andauern können. Die Schmerzen können extrem sein und werden allgemein deutlich höher als beispielsweise Schmerzzustände bei Rheumatoider Arthritis beschrieben. Manche Patienten berichten, die Schmerzen fühlten sich an wie Messerstiche in den Rücken.

Risiko für Gürtelrose-Schmerzen steigt mit zunehmendem Lebensalter

Besonders Menschen ab 60 Jahren sind aufgrund des altersbedingt nachlassenden Immunsystems von einer Herpes- Zoster-Erkrankung bedroht. Auch die Dauer der Erkrankung nimmt im Alter zu: So beträgt der Anteil der Betroffenen mit Gürtelrose-Schmerzen von einem Jahr oder länger bei den über 60-Jährigen mehr als 80 Prozent. Mit den schmerzhaften Langzeitfolgen bei Gürtelrose kennt sich Günther Rambach von der Deutschen Schmerzliga e. V. aus – als Vorstandsmitglied betreut er unter anderem das Schmerztelefon und führt viele Gespräche mit Betroffenen.

Folgen der Viruserkrankung zu wenig bekannt

„Im Jahr 2022 haben uns über die Hotline fast 2.000 Menschen erreicht. Circa jeder vierte Anrufer hatte Fragen zu Gürtelrose und zur Post-Zoster-Neuralgie. Es ist teilweise erschütternd, wie sehr die Betroffenen tagtäglich unter den Nervenschmerzen leiden, die durch eine Gürtelrose-Erkrankung entstanden sind. In der allgemeinen Öffentlichkeit scheinen die möglicherweise gravierenden Folgen dieser Viruserkrankung noch wenig bekannt“, beschreibt Rambach seine Erfahrungen.

Wie wird die Gürtelrose behandelt?

Schmerzen und Fieber lassen sich durch schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel lindern. Bei starken Schmerzen können manchmal auch verschreibungspflichtige Schmerzmedikamente verordnet werden. Ziel einer Behandlung ist es, den Juckreiz zu lindern und die Bläschen auszutrocknen. Dabei helfen antiseptische oder juckreizstillende Lotionen oder Puder, die häufig Gerbstoffe, Zink, Menthol oder Polidocanol enthalten. Spezielle Medikamente (Virostatika) werden nur selten verschrieben.

Eine Impfung kann vor Gürtelrose schützen

Mehr als 95 Prozent der über 60-Jährigen sind Träger des Windpocken-Erregers Varizella Zoster, der später im Leben reaktiviert werden kann und zu Gürtelrose führt. Grundsätzlich ist Gürtelrose eine ernstzunehmende Erkrankung, vor der man sich jedoch schützen kann. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Vorsorge-Impfung gegen Gürtelrose für alle Menschen ab 60 Jahren. Die Krankenkassen übernehmen hierfür die Kosten. Für Menschen mit Grunderkrankung wird die Impfung ab 50 Jahren empfohlen.

Mehr Informationen zur Viruserkrankung Gürtelrose finden Sie auf www.impfen.de/guertelrose.

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Der verantwortungsvolle Umgang mit Medikamenten im Straßenverkehr

 

Unsere Straßen sind oft voller Herausforderungen, und es ist wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer klar und wachsam sind. Eine oft vernachlässigte, aber dennoch äußerst wichtige Frage ist: Wie beeinflussen Medikamente die Fahrtüchtigkeit? Der Gebrauch von Arzneimitteln kann die Fähigkeit zum sicheren Führen eines Fahrzeugs erheblich beeinträchtigen, und das Bewusstsein für diese Auswirkungen ist entscheidend für die Verkehrssicherheit.

Arten von Medikamenten, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können:

  1. SCHMERZMITTEL: Einige Schmerzmittel, insbesondere Opioide, können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen, was die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt.
  2. BERUHIGUNGSMITTEL UND SCHLAFMITTEL: Medikamente zur Behandlung von Angstzuständen, Depressionen oder Schlaflosigkeit können die Konzentration und Aufmerksamkeit beeinträchtigen und zu Schläfrigkeit führen.
  3. ANTIHISTAMINIKA: Diese Medikamente werden häufig zur Behandlung von Allergien eingesetzt und können ebenfalls Schläfrigkeit verursachen.
  4. MUSKELRELAXANTIEN: Sie werden oft bei Muskelkrämpfen oder Muskelverletzungen verschrieben, können aber auch die Koordination und Reaktionszeit beeinträchtigen
  5. SOGAR AUGENTROPFEN können die Fahrtüchtigkeit stark verschlechtern und müssen daher immer mindestens eine halbe Stunde vor Fahrtantritt getropft werden, Augensalben sollten generell nicht vor einer Fahrt verwendet werden.

Wie können Medikamente die Fahrtüchtigkeit beeinflussen?

Medikamente können auf verschiedene Weisen die Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs beeinflussen, darunter:

  • SCHLÄFRIGKEIT UND BENOMMENHEIT: Viele Medikamente können Schläfrigkeit verursachen, was die Reaktionszeit verlangsamt und das Risiko von Unfällen erhöht.
  • VERMINDERTE KOORDINATION: Einige Medikamente können die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigen, was die Fähigkeit zur sicheren Bedienung eines Fahrzeugs einschränkt.
  • VERÄNDERTE WAHRNEHMUNG: Medikamente können die Wahrnehmung von Geschwindigkeit, Entfernungen und Gefahren verändern, was das Risiko von Fehlern beim Fahren erhöht.
  • CANNABISKONSUM – GENERELL RAUSCHMITTEL – IST AM STEUER UNTERSAGT. Die Kombination mit Alkohol ist generell verboten, auch wenn beide Blutwerte unterhalb der einzeln erlaubten Grenzen liegen sollten.

Tipps für einen sicheren Umgang mit Medikamenten im Straßenverkehr

  • Lesen Sie die Packungsbeilage: Informieren Sie sich über mögliche Nebenwirkungen und Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit, bevor Sie ein neues Medikament einnehmen.
  • Konsultieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker: Wenn Sie unsicher sind, ob ein Medikament die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen könnte, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber.
  • Vermeiden Sie das Fahren, wenn Sie sich beeinträchtigt fühlen: Wenn Sie Nebenwirkungen spüren, die Ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen könnten, nehmen Sie nicht am Straßenverkehr teil.
  • Alternativen prüfen: Wenn möglich, erkundigen Sie sich nach alternativen Medikamenten, die Ihre Symptome behandeln, aber die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigen.
  • Planen Sie Ihre Medikamenteneinnahme: Nehmen Sie Ihre Medikamente so ein, dass sie Ihre Fahrtüchtigkeit möglichst wenig beeinträchtigen. Vermeiden Sie das Fahren, wenn Sie wissen, dass Sie bald eine Dosis einnehmen müssen, die Sie beeinträchtigen könnte.

Wir beraten Sie!

Die Verwendung von Medikamenten im Straßenverkehr erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Indem Sie sich über die Auswirkungen Ihrer Medikamente informieren und vorsichtig handeln, tragen Sie dazu bei, die Sicherheit auf unseren Straßen zu gewährleisten. In der Apotheke erhalten Sie die richtigen Antworten auf Ihre Fragen!

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Wie Sie trotz Reiseübelkeit und Flugangst entspannt ankommen

So groß die Vorfreude auf den anstehenden Urlaub auch sein mag – für viele Menschen ist die Anreise eher eine Tortour als ein Vergnügen. Doch mit ein paar Tricks lassen sich selbst lange Auto-, Schiffs oder Flugreisen angenehmer gestalten.

Wodurch entsteht Reiseübelkeit?

Ob Turbulenzen im Flieger, starker Wellengang auf hoher See oder eine kurvige Bergstraße – vor den möglichen Auslösern von Reiseübelkeit ist man in keinem Verkehrsmittel gefeit. Der Grund dafür sind widersprüchliche Informationen, die unsere Sinnesorgane an das Gehirn senden. Wenn wir beispielsweise im Innenraum eines Autos auf einen Stadtplan blicken, melden unsere Augen Stillstand, während das Gleichgewichtsorgan Erschütterungen oder Schwankungen wahrnimmt. Dieser Konflikt führt zur Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin, die das Brechzentrum im Gehirn reizen. Müdigkeit, Schwindel, Schweißausbrüche und Übelkeit bis hin zum Erbrechen sind die Folge.

Vorbeugende Maßnahmen

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Reiseübelkeit vorbeugen. So kann bereits die Wahl des Sitzplatzes das Risiko deutlich reduzieren. Im Auto oder Bus empfiehlt sich ein vorderer Platz, mit möglichst freiem Blick auf die Straße. Dahingegen ist es im Flieger oder auf dem Schiff ratsam, einen Sitzplatz in der Mitte zu wählen, da hier die Bewegungen am schwächsten sind. Außerdem sollte man in der Nacht vor Reiseantritt genug schlafen und nur leichte, fettarme Speisen sowie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Histaminhaltige Lebensmittel meiden

Bei Übelkeit sind insbesondere Ingwer, Anis, Kümmel und Fenchel empfehlenswert. Auch das Knabbern von Äpfeln oder Möhren ist ein guter Tipp. Verzichten sollte man hingegen auf Kaffee, Nikotin und Alkohol sowie auf Lebensmittel, die viel Histamin enthalten, wie Thunfisch, Rotwein, geräuchertes Fleisch, Sauerkraut oder Hartkäse. Darüber hinaus kann Ablenkung dabei helfen, dass keine Reiseübelkeit auftritt. Während Lesen kontraproduktiv ist, empfehlen sich Beschäftigungen wie Musik oder ein Hörbuch hören, Gespräche mit den Mitreisenden oder Schlafen. Falls möglich, sollte man darüber hinaus ausreichend Pausen an der frischen Luft einlegen.

Medikamente gegen Übelkeit

Wer trotz dieser vorbeugenden Maßnahmen unter Reiseübelkeit leidet, kann auf verschiedene Medikamente in Form von Tabletten, Kaugummis, Sirup, Pflastern oder Zäpfchen zurückgreifen. Am besten lässt man sich in der Apotheke oder Arztpraxis dazu beraten, welches Arzneimittel im individuellen Fall zur Prophylaxe und Behandlung von Reiseübelkeit geeignet ist. Obwohl die Wirkung nicht wissenschaftlich belegt ist, scheint auch Akupressur in manchen Fällen bei Reiseübelkeit zu helfen. Hierfür massiert man für etwa 30 Sekunden den sogenannten Nei-Kuan- Punkt, der etwa drei Fingerbreit unter der Handgelenksfalte auf der Arminnenseite liegt (Videos dazu gibt es auf Youtube, einfach das Stichwort „Nei-Kuan- Punkt“ eingeben).

Bewältigungsstrategien bei Flugangst

Obwohl Fliegen rational gesehen eine der sichersten Arten zu Reisen ist, leidet rund jeder fünfte Mensch in Deutschland unter Flugangst. Um diese Angst zu überwinden, kann es hilfreich sein, sich vor dem Flug mit der Sicherheit und Routine an Bord vertraut zu machen. Einige Fluggesellschaften bieten hierfür spezielle Seminare an, in denen den Teilnehmenden neben Informationen zur Flugzeugtechnik und zum Flugablauf Strategien zur Angstbewältigung an die Hand gegeben werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich bereits frühzeitig einen Sitzplatz nahe den Tragflächen zu reservieren, da das Flugzeug dort am wenigsten absackt. Wer vor allem Angst vor der Höhe hat, ist mit einem Gangplatz gut beraten.

Verschiedene Entspannungstechniken haben Erfolg

Außerdem können Atemübungen und Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung dabei helfen, die Angst zu überwinden. Wenn das alles nichts hilft oder die Angstsymptome sehr stark ausgeprägt sind, besteht die Möglichkeit, Medikamente gegen die Flugangst einzunehmen – allerdings nur nach ärztlicher Rücksprache.

Reisemedizinische Beratung empfohlen

Eine reisemedizinische Beratung wird mindestens acht bis zehn Wochen vor Antritt einer Fernreise empfohlen. So bleibt genügend Zeit, gegebenenfalls für das Zielland relevante Impfungen (z. B. gegen Gelbfieber und/ oder Hepatitis) durchzuführen. Weitere wichtige Themen sind unter anderem krankheitsvorbeugende Maßnahmen (z. B. Malaria- und/oder Thromboseprophylaxe), Hygiene sowie Zusammensetzung der Reiseapotheke. Neben vielen Hausärztinnen und -ärzten bieten zum Beispiel auch Tropeninstitute eine reisemedizinische Beratung an.

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