Die kleine Extra-Portion Pflege

Wirkstoffampullen und Seren für schöne Haut

Kaum ein Körperteil ist der Umwelt so sehr ausgesetzt wie unser Gesicht. Mantel, Mütze, Schal und Handschuhe schützen uns vor der Kälte. Doch das Gesicht bleibt immer frei. Eisiger Wind gefolgt von trockener Heizungsluft trifft ungehindert auf diese eh schon feine und sensible Hautpartie. Grund genug, ihr öfter mal eine extra Portion Pflege zu gönnen, zum Beispiel mit einem Serum oder einer Ampulle. Warum Sie sie mal probieren sollten, erfahren Sie jetzt.

Ampullen und Seren – hochkonzentrierte Pflegeprodukte
Ampullen wie auch Seren sind hoch konzentrierte Pflegeprodukte. Von einer Creme unterscheiden sie sich vor allem in ihrer Konsistenz: Sie sind sehr dünnflüssig, um schnell und tief in die Hautschichten eindringen zu können. Ampullen und Seren können sowohl einen sofortigen Pflege-Effekt erzielen, aber auch langfristig wirken. Sie werden zusätzlich zur normalen Pflege angewendet, und zwar immer nach der Reinigung und vor der Pflegecreme.

Gut verpackt für weniger Konservierungsmittel
Im Gegensatz zu Cremes sind Ampullen-Wirkstoffe absolut luftdicht in ihrem Glasfläschchen eingeschlossen. Der Vorteil: Dies reduziert den Kontakt der Pflegestoffe mit Luft, Viren und Bakterien. Dadurch sind weniger Konservierungsmittel im Produkt nötig. Auch Seren werden meist über einen Drückspender oder eine Pipette entnommen, sodass die Finger nicht mit dem restlichen Inhalt in Berührung kommen.

Wirkstoffampullen und Seren – einfach in der Anwendung
Für die tägliche Extra-Pflege ist ein Serum ideal. Es lässt sich leicht auftragen und zieht schnell ein. Vor der Pflegecreme auftragen und sanft andrücken.
Wirkstoffampullen sind die idealen Haut-Verwöhner für den schnellen Sofort-Effekt. Sie sorgen für einen frischen Teint, sanfte Aufpolsterung oder wirken als Durstlöscher. Perfekt vor einem besonderen Anlass oder wenn man sich eine wohltuende Kosmetik-Behandlung zu Hause.

So wenden Sie Ampullen richtig an
Das Glasfläschchen schütteln, mit einem Kosmetiktuch bedecken und die Spitze mit einem Ruck abbrechen. Die Flüssigkeit wenig zwischen den Händen erwärmen und dann auf das Gesicht, Hals und Dekolletee auftragen.
Ampullen kann man nach oder während einer extremen Belastung auch als Kur über einen längeren Zeitraum von einer bis mehreren Wochen anwenden, zum Beispiel bei besonders trockener Haut in der kalten Jahreszeit oder nach einem Urlaub, in dem man viel Sonne genossen hat.

Viele Apotheken bieten ein breites Spektrum an Pflegeprodukten und entsprechend spezialisiertes Know-how. Lassen Sie sich doch einfach mal von einer Expertin oder einem Experten dort beraten.

Die passende Hautpflege für trockene Haut
Mangelnde Feuchtigkeit kann zu Knitterfältchen und Spannungsgefühlen führen. Hyaluronsäure hilft sofort und kann von allen Hauttypen verwendet werden. (Z.B. „Aqua Booster Hyaluron Serum“ von Marbert 29,99 Euro, in Apotheken).

Die passende Hautpflege für empfindliche Haut
Bei Rötungen und Gereiztheit der Haut kann eine siebentägige Ampullenkur helfen, die körpereigene Hautbarriere zu unterstützen. Wirksam sind unter anderem Hyaluron, Dexpanthenol und Vitamin B5 (z.B. „Hyali B5 Ampullen-Kur“ von La Roche-Posay, 7×1,8 ml, 25,29 Euro).

Die passende Hautpflege für gestresste Haut
Mineralien (unter anderem enthalten in vulkanischem Wasser) helfen der hauteigene Schutzbarriere, Vitamin C trägt zum Schutz der Haut vor freien Radikalen bei und kann somit Anzeichen der Hautalterung mildern. (z.B. das Serum „Liftactiv H.A. Epidermic Filler“ von Vichy, 30 ml 36,99 Euro).

Die passende Hautpflege für müde Haut
Fahler, abgespannt wirkender Haut kann mit der Kraft des Meeres strahlend frischer Glanz verliehen werden. Kaviar soll einen revitalisierenden Effekt haben und die Hautfestigkeit fördern. (z.B. Ampullen „In a second caviar glow boost“ von Eubos, 7 x 2 ml, 32,30 Euro).

Experten-Tipp
„Die Wirkstoffkonzentrate in Ampullen sind wahre Booster, weil sie auf mehreren Ebenen wirken. Ampullen liefern durch ihre Wirkstoffkonzentration einen maximalen Pflegeeffekt. Ampullen steigern – je nach Wirkstoff – die Feuchtigkeit, Wasserbindevermögen, Dichte der Haut und stärken ihre Funktionen und Widerstandskraft. Die Inhaltsstoffe fördern sich gegenseitig in ihrem Wirkspektrum, wirken also synergetisch. So zum Beispiel bei der Collagen Boost Ampulle von Dr. Grandel, die mit Kollagen zum einen die Feuchtigkeit der Haut optimiert und zum anderen mit einem Amino-Komplex die hauteigene Kollagensynthese fördert. Dazu kommt Vitamin C, das die kollagenen Fasern gleichzeitig stärkt.“ Angelika Pudellek, Leiterin Media & Kommunikation bei der Dr. Grandel GmbH in Augsburg

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Wenn der Magen gereizt ist

Was bei einem Reizmagen hilft

Etwa 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) anhaltende Magenbeschwerden. Bei etwa zehn bis 15 Prozent liegt ein Reizmagen vor. Erfahren Sie jetzt mehr dazu.

Welche Beschwerden treten auf?

Menschen mit Reizmagen berichten von unterschiedlichen Symptomen. Sie können einzeln oder zusammen, phasenweise oder nahezu dauerhaft auftreten. So werden beispielsweise Schmerzen oder ein brennendes Gefühl im Oberbauch, verfrühtes Sättigungsgefühl oder Völlegefühl nach dem Essen sowie Blähungen und Krämpfe beschrieben. Auch häufiges Aufstoßen, Übelkeit, Unwohlsein und Erbrechen kommen vor.

Wie entsteht ein Reizmagen?

Leider ist bislang noch nicht vollständig geklärt, wie es zu einem Reizmagen kommt.

  • Wissenschaftler vermuten, dass eine chronische bakterielle Infektion oder vorausgegangene Entzündung im Verdauungstrakt an der Entstehung beteiligt sein könnten.
  • Darüber hinaus werden Zusammenhänge mit Immunprozessen im Dünndarm, der Zusammensetzung des Mikrobioms sowie einer erblich bedingten Anfälligkeit in Studien untersucht.
  • Außerdem weiß man, dass sich bei manchen Menschen der Magen nach dem Essen nicht so dehnt und entspannt wie ein gesunder Magen. Dann verteilt sich der Mageninhalt nicht ausreichend, wodurch es schnell zu einem anhaltenden Völlegefühl oder Übelkeit kommen kann.
  • Außerdem können Depressionen und Ängste einen Reizmagen begünstigen.

Meist spielen körperliche und psychische Aspekte zusammen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Etwas weniger als die die Hälfte der anhaltenden Magenbeschwerden wird durch bestimmte Krankheiten (z.B. Entzündungen, Lebensmittelunverträglichkeiten, Magengeschwür, Gallensteine) oder Medikamente (z.B. Antirheumatika, Eisenpräparate) ausgelöst. Von einem Reizmagen ist erst dann die Rede, wenn diese Ursachen abgeklärt und ausgeschlossen wurden. Dem Reizmagen liegt glücklicherweise keine gefährliche Krankheit zugrunde.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ziel einer Therapie des Reizmagens ist, dass sich die Beschwerden langfristig so in den Griff bekommen lassen, dass ein möglichst aktives und unbeschwertes Leben möglich ist. Das ist in der Regel am besten mit einer Kombination aus verschiedenen Maßnahmen zu erreichen.

  1. Medikamentös werden häufig sogenannte Prokinetika (Wirkstoffe, die gegen Druck- und Völlegefühl, Übelkeit und nicht-saures Aufstoßen helfen) sowie Säurehemmer eingesetzt.
  2. Auch mit pflanzlichen Wirkstoffen unter anderem aus Anis, Angelikawurzel, Bauernsenf, Bittere Schleifenblume, Enzian, Kümmel, Pfefferminze oder Wermut beziehungsweise auch mit Flohsamenschalen lassen sich gute Behandlungserfolge erzielen. Ihre Guten-Tag-Apotheke verfügt über ein breites Sortiment verschiedener Darreichungsformen (z.B. Tees, Dragees, Kapseln oder Tropfen) und hat für jeden Patienten das passende Präparat samt kompetenter Beratung parat.
  3. Viele Patienten machen auch gute Erfahrung damit, über den Tag verteilt kleine und fettarme Mahlzeiten zu sich zu nehmen.
  4. Eine angenehme Umgebung beim Essen und langsames, gutes Kauen können ebenfalls hilfreich sein. Ob auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet werden muss, lässt sich am besten bei einer qualifizierten Ernährungsberatung feststellen – meist ist es jedoch nicht nötig.
  5. Oft genügt es schon, Alkohol und Nikotin zu meiden,
  6. lieber Brot vom Vortag als frisches zu essen,
  7. die Speisen zu dünsten oder zu kochen, anstatt sie zu braten oder zu frittieren
  8. und viel zu trinken.
  9. Die Techniker Krankenkasse empfiehlt darüber hinaus, Strategien zur Stressbewältigung (z.B. Ausdauersport, Yoga, progressive Muskelrelaxation, Meditation) in den Alltag einzubauen.

 

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Online- und Computersucht

Wenn das Internet süchtig macht…

Die Möglichkeiten, die das Internet bietet, sind toll, und in vielerlei Hinsicht hat das Internet das Leben der Menschen bereichert und erleichtert. Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille: Eine zunehmende Zahl an Menschen ist dem Internet geradezu verfallen wie andere dem Alkohol oder Drogen. Sie sind internetsüchtig.

Internetsucht und ihre Folgen

Experten schätzen, dass allein in Deutschland rund drei Prozent der Bevölkerung computer- oder internetsüchtig sind. Das sind etwa 2,5 Millionen Menschen. Der Anteil der Jugendlichen mit pathologischem, also krankhaftem, Internetgebrauch wird noch höher vermutet. Wer unter dieser Sucht leidet, nutzt den Computer, das Internet oder Spielekonsolen so exzessiv, dass dieses Verhalten schwerwiegende negative Folgen für ihn oder sie hat. Bei Jugendlichen kann das unter anderem die völlige soziale Isolation, Schulversagen und komplettes Desinteresse an sonstigen Freizeitaktivitäten sein. Bei Erwachsenen können solche Folgen der Verlust des Arbeitsplatzes, Probleme in der Partnerschaft oder die Vernachlässigung wichtiger Aufgaben – wie die Betreuung der Kinder – sein.

Wann ist zu viel zu viel?

Vor allem Eltern sind alarmiert, wenn ihr Kind stundenlang vor dem Computer hockt. Aber woran erkennt man, dass sein Kind – oder man selbst – internetsüchtig ist. Wann ist „viel“ zu viel oder „lange“ zu lange? Hilfe auf diese Fragen liefert unter anderem ausgerechnet das Internet, das damit einmal mehr zeigt, dass es nichts ist, was man verteufeln sollte.

Vor allem die Seite www.computersuchthilfe.info ist eine gute erste Anlaufstelle für Eltern und sonstige Angehörige, aber auch für Betroffene selbst.

Diese Seite wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) in Hamburg betrieben und wird vom Bundesgesundheitsministerium sowie der Krankenkasse DAK gefördert.

Hilfreiche Anlaufstelle im Netz

Das besondere Anliegen dieser Webseite ist es, wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema Computersucht zu bieten. Die Seite bietet drei verschiedene Zugangswege:

  1. a) für Jugendliche
  2. b) für Erwachsene
  3. c) für Angehörige, Lehrer und Ausbilder

Zum Angebot der Webseite zählt auch eine umfassende Informationsbroschüre zum Thema, die man sich kostenlos herunterladen kann. Darin werden viele Fragen beantwortet, angefangen von der Frage, was man eigentlich unter Internet- oder Computersucht versteht und woran man sie erkennt bis hin zu Adressen von Suchtberatungsstellen und Kliniken.

WHO erkennt Internetsucht als Krankheit an

Natürlich ersetzt diese Seite kein Gespräch mit einem spezialisierten Arzt oder Therapeuten.  Auch die Diagnosestellung, also die Frage, ob tatsächlich eine Sucht vorliegt oder nicht, kann nur von einer Fachkraft erstellt werden. Positiv für Betroffene und Angehörige ist, dass Internetsucht seit Mitte dieses Jahres von der Weltgesundheitsorganisation WHO als eigene Krankheit anerkannt wurde. Von Vorteil ist dies unter anderem deshalb, da so die Voraussetzung dafür geschaffen ist, dass die Behandlungs- und Therapiekosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Surftipp

  • Special der DAK-Gesundheit für Betroffene und Angehörige

www.dak.de/dak/gesundheit/internetsucht

 

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Alzheimer vorbeugen

In Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa eine Million Menschen mit Morbus Alzheimer. Und auch wenn die häufigste Form der Demenz bislang nicht heilbar ist, lässt sich das Erkrankungsrisiko doch nachweislich senken. Diese fünf Tipps der gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) helfen beim gesunden Altern.

 

Gestalten Sie Ihren Alltag aktiv

Was gut für den Körper ist, ist auch gut für den Kopf. Mit Bewegung steigern Sie nicht nur Ihre körperliche Fitness, sondern halten auch Ihre grauen Zellen gesund. Das Gehirn wird besser durchblutet, die Nervenzellen werden gestärkt und es können sich sogar neue Nervenzellen bilden. Mindestens zwanzig Minuten pro Tag sollten Sie Ihren Kreislauf durch körperliche Aktivität in Schwung bringen. Dabei geht es nicht um Höchstleistungen, sondern darum, mit Freude in Bewegung zu bleiben. Erlaubt ist, was gefällt: Spazieren gehen, schwimmen, tanzen, radeln. Lassen Sie, so oft es geht, das Auto stehen und nehmen Sie nach Möglichkeit die Treppe anstelle des Lifts.

 

Halten Sie sich geistig auf Trab

Wer rastet, der rostet – das gilt auch für Ihre grauen Zellen. Wer sich regelmäßig geistig fordert und neugierig bleibt, hat ein geringeres Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Sich mit Freunden zum Skatspielen treffen, dem Enkelchen Socken stricken oder aktiv im Chor mitwirken macht nicht nur Spaß, sondern trainiert gleichzeitig Ihre geistige Fitness. Vielleicht mögen Sie auch eine neue Sprache lernen, Kreuzworträtsel lösen oder ein Instrument üben? Ihr Gehirn wird es Ihnen danken!

 

Ernähren Sie sich bewusst

Es gibt leider kein Patentrezept, mit dem Sie Ihr Alzheimer-Risiko einfach wegessen können. Allerdings erkranken Menschen, die sich bewusst ernähren, nachweislich seltener an Alzheimer. Eine mediterrane Ernährung versorgt das Gehirn mit wichtigen Nährstoffen und stärkt seine Abwehrbereitschaft. Setzen Sie viel Obst und Gemüse, Olivenöl und Nüsse, dafür wenig rotes Fleisch und reichlich Fisch auf Ihren Speiseplan. Fetter Seefisch (z.B. Lachs, Hering, Makrele) enthält viele langkettige Omega-3-Fettsäuren, welche entscheidend an der Signalübertragung im Gehirn beteiligt sind. Sie mögen keinen Fisch? Kein Problem: In Ihrer Guten Tag Apotheke erhalten Sie hochwertige Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren samt passender Beratung. Außerdem wichtig: Viel trinken – zwei bis drei Liter Wasser, Saftschorle, Tee und auch ein Tässchen Kaffee dürfen es täglich schon sein.

 

Bleiben Sie gesellig

Wer viel allein ist, hat ein doppelt so großes Alzheimer-Risiko wie jemand mit viel sozialem Austausch. Bleiben Sie mit der Familie in Kontakt, treffen Sie sich regelmäßig mit Freunden und Bekannten und bleiben Sie offen für neue Begegnungen. In vielen Städten und Gemeinden gibt es Seniorentreff s mit tollen Bastel-, Sport- und Ausflugsangeboten.

 

Statten Sie Ihrem Arzt mal wieder einen Besuch ab

Kümmern Sie sich gut um sich und lassen Sie sich regelmäßig von Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin untersuchen. Wenn Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte stimmen bzw. gut eingestellt sind, freuen sich auch Ihre graue Zellen.

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Parodontose verhindern

Bestimmt haben Sie schon einmal von Parodontose gehört – sei es aus der Zahnpasta-Werbung oder von Ihrem Zahnarzt. Aber wissen Sie auch, was damit gemeint ist? Wenn nicht, sind Sie in bester Gesellschaft – so geht es vielen. Lassen Sie uns den Tag der Zahngesundheit im September zum Anlass nehmen, um über die Krankheit zu sprechen.

 

Was ist Parodontitis?

Die Parodontitis ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die zu einer chronischen Entzündung des Zahnhalteapparates führt. Sie wird von Bakterien verursacht, die bei Erwachsenen ganz natürlich in der Mundhöhle vorkommen. Die Parodontitis entwickelt sich meist schleichend, schmerzlos und unbemerkt.

 

Parodontitis (so heißt die Parodontose korrekt in der Fachsprache) ist eine Volkskrankheit:

Laut aktueller Mundgesundheitsstudie des Instituts Deutscher Zahnärzte sind ab einem Alter von 35 Jahren rund 52 Prozent der Deutschen davon betroffen. Die Erkrankungshäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter stark an.

 

Welche Folgen drohen?

Durch den anhaltenden Entzündungsprozess in der Mundhöhle verliert das Zahnfleisch seine Festigkeit und die Zahnwurzel sowie der Kieferknochen werden irreparabel beschädigt bzw. abgebaut. Das bewirkt eine erhöhte Beweglichkeit der Zähne bis hin zum Zahnverlust.

 

Die Entzündung beschränkt sich jedoch oft nicht nur auf den Mund. Wenn Bakterien und Entzündungsstoffe aus dem Mundraum in den Blutkreislauf gelangen, kann das auch Probleme in anderen Regionen des Körpers auslösen. Dr. Wolfgang Koch aus Herne weiß, dass Patienten, die eine Parodontitis haben, etwa vier- bis fünfmal häufiger einen Herzinfarkt bekommen. Medizinische Studien zeigen, dass die Parodontitis auch in Wechselwirkung mit beispielsweise Diabetes, Rheuma, chronischen Atemwegserkrankungen und Schlaganfall steht.

 

Wie macht sich die Krankheit bemerkbar?

Der Bundeszahnärztekammer zufolge zählt Zahnfleischbluten zu den typischen Symptomen einer Parodontitis, ebenso wie unangenehmer Mundgeruch oder Schwellungen und Rötungen des Zahnfleisches. Manchmal bemerkt man beim Saugen am Zahnfleisch auch einen schlechten Geschmack.

 

Was tun bei Parodontitis?

Wenn Sie den Verdacht auf eine Parodontitis haben, heißt es: Nichts wie ab zum Zahnarzt oder zur Zahnärztin! Glücklicherweise wird eine Parodontitis-Behandlung nach neuestem wissenschaftlichem Stand von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Wichtig: Die Krankheit lässt sich nur behandeln, wenn Patient und Arzt gemeinsam an einem Strang ziehen.

 

Prävention ist besser als Behandlung

Mit einer guten Mundhygiene lässt sich einer Parodontitis vorbeugen. Zweimal am Tag Zähneputzen und die Zwischenräume mit Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen reinigen sind Pflicht. Alles, was Sie dazu benötigen, sowie eine fachgerechte Beratung erhalten Sie selbstverständlich in Ihrer Guten Tag Apotheke. Nehmen Sie außerdem unbedingt ihre halbjährlichen Kontrolltermine beim Zahnarzt wahr und lassen Sie Ihre Zähne dort regelmäßig professionell reinigen.

 

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Komoot, Outdooractive & Co.

Auf Tour mit dem digitalen Wanderführer

Die Digitalisierung unseres Lebens macht auch vor den Wanderkarten nicht halt. Kurz gesagt bedeutet dies: Die klassische Wanderkarte auf Papier ist out. Ihre Rolle übernehmen immer mehr der Routenplaner und die Navigations-App auf dem Smartphone. Doch es ist nicht einfach nur der Ersatz von gedrucktem Papier durch ein elektronisches Device – die neuen digitalen Wanderkarten bieten einen enormen Mehrwert.

Die bekanntesten Outdoor-Apps

  • Komoot
  • Outdooractive
  • AllTrails
  • Bergfex
  • Alpenvereinaktiv
  • Reality maps Wandern & Biken
  • Rother Touren Guides
  • Topo GPS Deutschland
  • ape@maps

(kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Sie heißen Komoot, Outdooractive, AllTrails, Rother Touren Guides oder Topo GPS… Die Rede ist von den digitalen Erben unserer guten alten Wanderkarte. „Gute alte Wanderkarte“? Ja sicher, der Wanderführer auf Papier hat uns in der Vergangenheit wertvolle Dienste geleistet und uns meist sicher durch die Alpen, die Lüneburger Heide, die Eifel oder den Thüringer Wald gelotst. Aber wie heißt es so schön: Des Guten Feind ist das Bessere. Und diese digitalen Wanderführer, die als App auf dem Smartphone gespeichert sind, sind tatsächlich um Längen besser als ihre analogen Vorfahren auf Papier. Das fängt schon damit an, dass „Wanderkarte“ ein viel zu enger Begriff dafür ist, was diese Apps leisten. Nehmen wir als Beispiel Komoot, mit weltweit mehr als 20 Millionen Nutzern nach eigenen Angaben die größte Outdoor-Plattform.

Komoot ist nicht einfach eine Karte in digitaler Form, sondern ist

  • ein Routenplaner
  • eine Navigations-App
  • ein Tourenverzeichnis
  • und ein soziales Netzwerk für Outdoor-Aktivitäten

Outodoor-Apps im Detail

Man kann selbst eine Route planen oder auf eine der zigtausend Vorschläge von anderen Teilnehmern zugreifen, die ihre eigenen Touren auf Komoot gespeichert und für andere zugänglich gemacht haben – oft mit Beschreibungen und Fotos. Wenn man selbst eine Route plant – beispielsweise eine Rundtour – braucht man lediglich den Start- und Zielpunkt einzugeben und die Funktion „Hin und zurück“ einzugeben und Komoot erledigt den Rest. Zusätzlich kann man sein eigenes Fitness-Level eingeben und natürlich die vorgeschlagene Route auch anpassen, indem man etwa einen besonderen Aussichtpunkt hinzufügt. Und natürlich kann man seine eigene Tour aufzeichnen und anschließend zu Hause noch einmal in aller Ruhe auswerten und genießen. Dies alles gilt übrigens nicht nur für die Funktion „Wandern“. Auch weitere Sportarten wie Laufen, Trailrunning, Rennradfahren oder Mountainbiken sind möglich. Für die jeweiligen Sportarten sind natürlich auch spezielle Tourenvorschläge gespeichert. Man muss die Tourenplanung und Auswertung übrigens nicht am Smartphone vornehmen. Die Apps haben in der Regel auch eine Webseite, so dass man ganz bequem am größeren Bildschirm des Notebooks oder PC die Touren vor- und nachbereiten kann. Mit der Synchronisierungsfunktion ist dann das Smartphone immer „uptodate“. Der größte Mehrwert dieser digitalen Tourenplaner aber dürfte die Navigationsfunktion sein. Wie beim Autofahren führt eine Stimme den Wanderer oder die Wanderin durch die vorher geplante Tour, auch im Gelände. Selbst wenn man einmal vom Weg abgekommen ist, lässt einen die App nicht im Stich. Mit den Hinweisen „Sie haben die Route verlassen“ und „Die Route liegt 30 Meter links von Ihnen“ sowie „Sie sind jetzt wieder auf der Route“ kann man sich praktisch nicht verlaufen. Natürlich kann man den Streckenverlauf und die eigene Position während der gesamten Tour auch optisch auf dem Bildschirm verfolgen.

Und die Kosten?

Die Basisversionen der Apps sind durchgehend kostenlos. Mit ihnen kann man schon mal etwas anfangen und testen, ob das überhaupt etwas für einen ist. Bei Komoot zum Beispiel ist eine frei wählbare Region kostenlos, beispielsweise die Region „Gardasee“. Schon in dieser Variante kann man alle Funktionen nutzen. Für einmalig rund 30 Euro bekommt man Zugriff auf das sogenannte „Welt-Paket“ und hat unbegrenzten Zugriff auf alle verfügbaren Touren, wo immer diese sich befinden. Bei anderen Anbietern wie Outdooractive ist es ähnlich.

Ein Tipp zu den digitalen Wanderführern zum Schluss

Der Stromverbrauch dieser Routen-Apps ist ziemlich hoch. Wer längere Touren plant, sollte daher besser eine Powerbank im Gepäck haben, damit er den Akku seines Smartphones unterwegs laden kann. Man kann die Karten auch downloaden und offline verwenden, allerdings ist die Funktion meistens kostenpflichtig und den Premium-Versionen vorbehalten.

 

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Ganz einfach abnehmen mit Intervallfasten

Ein paar Pfunde purzeln lassen – wer möchte das nicht? Vor allem nach dem Sommer samt Grillsaison, Besuchen in der Eisdiele und der einen oder anderen Schlemmerei im Urlaub könnte so mancher Körper etwas weniger Gewicht gut vertragen. Eine besonders einfache und für fast jeden mögliche Art der Diät ist das Intervallfasten.

Intervallfasten – was ist das genau?

Wenn Sie bei Fastenkuren an kompletten Verzicht und Null-Diät denken, wird Sie überraschen, wie einfach Intervallfasten ist. Denn: Es muss nie komplett aufs Essen verzichtet werden. Dabei gibt es zwei Methoden: Beim 16:8-Fasten beschränkt man die Nahrungsaufnahme auf acht Stunden täglich, die restlichen 16 Stunden des Tages nimmt man lediglich ungesüßte Getränke wie Tee, Wasser oder Kaffee zu sich. Bei der 5:2-Methode beschränkt man sich an zwei Tagen in der Woche auf eine maximale Kalorienzufuhr von 500 (Frauen) beziehungsweise 600 Kalorien (Männer). Die restlichen Tage können Sie ganz normal essen.

Was bringt es?

Bei anderen Diäten wird oft der Stoffwechsel heruntergefahren: Man friert, fühlt sich müde, baut Muskulatur ab. Beendet man die Diät, nimmt man oft wieder zu (Jo-Jo-Effekt). Beim Intervallfasten dagegen schaltet der Körper in den Fastenzeiten lediglich die Fettverbrennung an – ansonsten bleibt der Stoffwechsel aktiv. Außer für Schwangere und stillenden Frauen sowie Kinder und Jugendliche ist Intervallfasten für jeden geeignet. Diabetiker sollten sich jedoch mit ihrem Arzt absprechen.

Das ist erlaubt

Auf Alkohol brauchen Sie innerhalb der Essenszeiten nicht zu verzichten, wählen Sie jedoch lieber trockenen Wein als Bier, was sehr kohlenhydratreich ist. Sport ist immer empfehlenswert. Falls Sie Ihren Kaffee nur mit Milch genießen, gönnen Sie sich ruhig einen Schuss auch während der Fastenzeiten. Nur auf Zucker sollten Sie strikt verzichten.

Egal, für welche Methode Sie sich entscheiden, wir haben einen Plan für Sie:

Darauf sollten Sie verzichten

Allgemein werden Zucker und Kohlenhydrate schnell verbrannt – nicht ideal, um die längeren Fastenzeiten durchzustehen. Greifen Sie besser zu eiweißreichen Produkten sowie frischem Gemüse. Obst wegen des hohen Fruchtzuckers nur in Maßen. Auch künstliche Süßstoffe zum Beispiel in Getränken sollten Sie meiden – diese sind zwar kalorienarm, gelten aber als appetitanregend.

 

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Herzmuskelentzündung: Das sollten Sie darüber wissen

Wer krank ist und sich nicht wohl fühlt, der sollte sich schonen und vor allem keine anstrengenden Tätigkeiten ausüben. Vor allem wenn ein Virus der Grund für die Befindlichkeitsstörung ist. Denn sonst droht die Gefahr einer Herzmuskelentzündung, Fachbegriff Myokarditis. Im Gespräch mit MEIN TAG erläutert Prof. Dr. Brenda Gerull vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz am Universitätsklinikum Würzburg, was man tun kann, um eine Herzmuskelentzündung zu vermeiden und wie man sich verhalten sollte, wenn es einen doch erwischt hat.

Frau Professorin Gerull, warum ist eine Herzmuskelentzündung gefährlich?

Prof. Dr. Brenda Gerull: Eine Myokarditis kann zu schweren Herzrhythmusstörungen sowie einer akuten beziehungsweise chronischen Herzinsuffizienz führen. Obwohl prinzipiell alle Altersgruppen erkranken können, wird sie besonders häufig bei jungen Menschen festgestellt. Bei Kindern und jungen Erwachsenen, die an einer chronischen Herzmuskelerkrankung leiden, hat man festgestellt, dass bis zu 40 Prozent von ihnen vorher eine Herzmuskelentzündung hatten. Ähnlich hoch ist die Zahl in Bezug auf die Ursache eines plötzlichen Herztodes in dieser Altersgruppe, wobei andere Studien auch deutlich geringere Zahlen postulieren.

Trotzdem muss man festhalten, dass diese schweren Verläufe selten sind und die allermeisten Herzmuskelentzündungen ausheilen. Daten aus Studien belegen, dass sich circa 70 Prozent der Patienten mit einer akuten Myokarditis, die durch eine Myokardbiopsie festgestellt wurden, nach der Akutphase erholen, meistens auch ohne Folgen.

Wie kommt es zu einer Herzmuskelentzündung?

Die Myokarditis ist eine entzündliche Erkrankung des Herzens, die vor allem durch Viren, zum Beispiel Grippeviren, ausgelöst wird. Seltener entsteht sie durch andere infektiöse Erreger sowie toxische Substanzen, etwa bestimmte Medikamente, oder – bei Autoimmunerkrankungen – auch durch das Immunsystem selbst beziehungsweise durch eine überschießende Immunantwort bei Infektionen.

Die häufigste Ursache stellen, wie gesagt, Viren dar, wobei hier verschiedene Mechanismen unterschieden werden. Beispielsweise gibt es Viren, die direkt den Herzmuskel beziehungsweise die Gefäße im Herzmuskel angreifen. Andere bleiben im Organismus bestehen und lösen immer wieder Entzündungen über das Immunsystem aus. Angenommen wird ferner, dass Viren der Corona-Familie über Eintrittspforten wie die sogenannten ACE2-Rezeptoren potenziell direkte Herzschäden verursachen können.

Apropos: Wie groß ist das Risiko, aufgrund einer COVID-19-Erkrankung oder einer COVID-19-Impfung an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken?

Anfängliche Berichte über schwere Herzschäden durch die SARS-CoV-2-Erkrankung haben sich nicht bestätigt. Sehr schwere Fälle, die das Leben gefährden, sind extrem selten, unspezifische entzündliche Veränderungen sind jedoch häufig. Genaue Zahlen gibt es allerdings nicht. In einer Studie an Sportlern wurde festgestellt, dass 0,6 bis drei Prozent vor Wiederaufnahme des Trainings Kriterien für eine klinische Myokarditis hatten.

Auch nach einer Corona-Impfung ist eine Myokarditis sehr selten. Betroffen sind vor allem junge männliche Personen im Alter von zwölf bis 17 Jahren, die bevorzugt nach der zweiten Impfdosis leicht erkranken. Die meisten Patienten können nach wenigen Tagen die Klinik verlassen. Prinzipiell sollte die Myokarditis nach einer Impfung genau so betrachtet werden wie bei einer Infektion mit SARS-CoV-2.

Woran erkennt man eine Herzmuskelentzündung?

Klinisch äußert sich eine Myokarditis durch kardiale Symptome wie Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Belastungsintoleranz, Herzklopfen oder Synkopen, also umgangssprachlich einer Ohnmacht, oder eines Kollaps. Weiterhin ist ein Anstieg kardialer Enzyme, Veränderungen im EKG, gegebenenfalls im Langzeit-EKG bei Rhythmusstörungen sowie Veränderungen in der kardialen Bildgebung wie der Echokardiografie und kardiale Magnetresonanztomografie zu erwarten. Für eine genauere Diagnose und die Ursachenfindung sind weitere Bluttests und eine Herzmuskelbiopsie erforderlich. Letzteres wird jedoch selten durchgeführt.

Wie wird eine Herzmuskelentzündung behandelt?

Patienten mit nachgewiesener leichter oder mittelschwerer Myokarditis wird zunächst ein Krankenhausaufenthalt empfohlen, um eine Symptomverschlechterung rechtzeitig zu erkennen, während weitere Untersuchungen beziehungsweise die Ursachensuche erfolgen, und dann eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden kann.

Patienten mit schwerer Myokarditis sollten idealerweise in größeren Zentren behandelt werden, die Erfahrungen in der Behandlung einer schweren Herzinsuffizienz beziehungsweise von Herzrhythmusstörungen haben sowie auch die Möglichkeiten einer immunsuppressiven oder immunmodulativen Therapie abwägen können. Bei entzündlichen Schmerzen beziehungsweise bei Verdacht auf eine Perikardbeteiligung, also einer Beteiligung des Herzbeutels, kommen nichtsteroidalen Antirheumatika oder Colchicin zum Einsatz.

Und was kann man tun, um die Myokarditis zu vermeiden? Kein Sport?

Grundsätzlich sollte man bei Erkältungssymptomen und grippalen Infekten auf seinen Körper hören und sich schonen beziehungsweise in diesen Phasen vor allem auf Sport und starke körperliche Belastungen auch im Arbeitsumfeld verzichten.

Was die Corona-Impfung betrifft, so raten viele Experten, in den ersten Tagen nach der Impfung auf Sport und starke körperliche Belastungen zu verzichten. Wichtig ist, wie gesagt, auf seinen Körper zu hören, erkältungsähnliche Symptome ernst zu nehmen und erst dann wieder das gewohnte Pensum aufzunehmen, wenn man sich gesund und fit fühlt.

Nach einer überstandenen Herzmuskelentzündung: Wann kann man sich wieder vollständig belasten, etwa beim Sport?

Das hängt sicher auch von der Schwere der Erkrankung ab. Wichtig ist, dass der Patient nach einer überstandenen Erkrankung mit dem Kardiologen einen entsprechenden Plan zum Wiedereinstieg festlegt. Sportler, bei denen eine klinische Myokarditis diagnostiziert und behandelt wurde, sollten im Regelfall drei bis sechs Monate lang auf Sport verzichten.

Frau Professorin Gerull, vielen Dank für das Interview.

Prof. Dr. med. Brenda Gerull ist Leiterin des Departments Kardiovaskuläre Genetik am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz des Universitätsklinikums Würzburg.

www.ukw.de/dzhi/genetik

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Hausapotheke

Erste Hilfe in den eigenen vier Wänden

Starke Kopfschmerzen oder eine Schnittwunde ereilen einen selten, wenn man gerade in einer Apotheke steht. Sehr gerne treten unangenehme Leiden dagegen am Sonntagabend oder mitten in der Nacht auf. Um für eine optimale Erstversorgung, auch bei schwereren Verletzungen, sofort das richtige Mittel zur Hand zu haben, lohnt es sich, eine strukturierte Hausapotheke anzulegen. Wir sagen Ihnen, was dazu gehört:

Hausapotheke | allgemein

  • Mittel gegen Schmerzen und Fieber (wenn in Ihrem Haushalt Kinder wohnen, auch ein entsprechendes Präparat)
  • Ein Kombi-Medikament zur Linderung von grippalen Infekten
  • Halstabletten Nasenspray, eventuell auch Nasendusche
  • Medikamente gegen Durchfall und Verstopfung
  • Salbe für Brandverletzungen
  • Gel für Sport- oder Alltagsverletzungen
  • Bei Bedarf Medikamente gegen häufige Beschwerden wie Sodbrennen, Lippenherpes oder Migräne

Hausapotheke | Wund-Versorgung

  • Wunddesinfektionsmittel
  • Pflaster für kleinere Verletzungen
  • Sterile Kompressen zum Abdecken von Wunden
  • Mullbinden verschiedener Breite
  • Verbandwatte zum Auspolstern von Verbänden
  • Dreiecktuch, das als Armschlinge benutzt wird
  • Verbandschere

Hausapotheke | weitere nützliche Hilfsmittel

  • Fieberthermometer
  • Splitterpinzette
  • Zeckenzange
  • Einmalhandschuhe
  • Kühlkompressen
  • Erste-Hilfe-Anleitung (gibt es zum Ausdrucken
  • auf diversen Internetseiten)
  • Eine Liste mit Notfallnummern wie 112, der Giftnotrufzentrale und des ärztlichen und zahnärztlichen Bereitschaftsdienstes sowie des Apothekennotdienstes

Der perfekte Platz für die Hausapotheke

Viele Leute haben ihr Medikamenten-Schränkchen im Bad stehen – was allerdings sehr ungünstig ist. Denn die dort erhöhte Luftfeuchtigkeit und die hohen Temperaturen vertragen viele Medikamente nicht und führen zu einer Beeinträchtigung ihrer Wirkung. Optimal ist die Aufbewahrung in einem kühlen, trockenen und nicht zu hellen Zimmer wie Schlafzimmer oder Abstellkammer.

Auf jeden Fall sollte die Hausapotheke so aufbewahrt werden, dass Kinder nicht selbständig herankommen – werden Pillen mit Bonbons verwechselt oder wird mit einer spitzen Pinzette vielleicht Augenarzt gespielt, kann das schlimme Folgen haben.

Ideal platziert ist die Hausapotheke in einem Schränkchen, das sich abschließen lässt. Verschreibungspflichtige Arzneien wie zum Beispiel Blutdruckmittel oder Opiate sollten wegen einer möglichen Verwechslungsgefahr nicht in der allgemeinen Hausapotheke gelagert werden. Und: Ist die Krankheit überstanden und die Therapie beendet, sollten Reste im Hausmüll entsorgt werden.

Homöopathie in der Hausapotheke

Wer auf Homöopathie vertraut, der ist mit folgenden Mitteln gut ausgerüstet:

✘ Apis Mellifi ca D12 für Insektenstiche, Hals-, Ohren- und Gelenkentzündung (rot, heiß oder dick)

✘ Arnica D12 für Quetschung, Prellung, Verrenkung und Hämatome

✘ Calendula D12 Schürf- und Risswunden sowie Verbrennungen

✘ Cantharis D12 für Verbrennung und Blasen

✘ Cocculus D12 für Reiseübelkeit, Schlafstörung, Schwindel

✘ Gelsemium D12 für Schmerzen wie Spannungskopfweh und Grippe

✘ Ledum D12 für Stichverletzungen, Tierbisse und Juckreiz

✘ Okoubaka D3 für Durchfall und Lebensmittelunverträglichkeit

✘ Rhus toxicodendron D12 für Muskelkater und körperliche Überanstrengung

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Gehirndoping – können Pillen schlau machen?

„Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen“, heißt ein alter Spruch. Aber stimmt er auch? Wäre es nicht schön, wenn wir morgens einfach eine Tablette schlucken würden und das Gehirn daraufhin einen genialen Geistesblitz nach dem nächsten abfeuert? Lästige Schreibtisch-Aufgaben erledigt man in der Hälfte der Zeit und Geburts- und Hochzeitstage kann man sich mühelos merken. Auch manche Studenten hoffen zu Prüfungszeiten auf einen Konzentrations-Kick mit Hilfe von Medikamenten. Die Frage lautet: Können wir die Denkfähigkeit dopen?

Was ist Gehirndoping?

Wenn die geistige Leistungsfähigkeit kurzfristig mit Hilfe von natürlichen oder chemischen Substanzen gesteigert werden soll, spricht man vom Gehirndoping. Das klingt fast schon verwerflich oder illegal, weshalb Experten lieber von Neuroenhancement sprechen. Wie beim Sport gibt es auch bei der geistigen Leistungsfähigkeit legale und illegalen Methoden, seine Leistungen zu steigern. Allerdings: „Eine Wunderpille gibt es nicht. Oft zeigen die Medikamente nur kurzfristige und minimale Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit“, sagt Professor Dr. Klaus Lieb, Facharzt und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz.

Gehirndoping: Hände weg von Ritalin und Co.

Beispiel Ritalin, ein Medikament, das im Zusammenhang mit der Therapie gegen ADHS bekannt wurde. Das verschreibungspflichtige Medikament basiert auf dem amphetaminartigen Wirkstoff Methylphenidat, der dem Betäubungsmittelgesetzt (BtMG) unterliegt. Vor allem bei Studierenden vor Prüfungen, bei Menschen in kreativen Berufen oder auch bei Jungmanagern, die auf der Karriereleiter schnell nach oben kommen wollen, steht Ritalin wegen seiner anregenden Wirkung zur Vertreibung von Müdigkeit und zur Aufmerksamkeitssteigerung hoch im Kurs. Da es legal nur auf ärztliche Verordnung zu bekommen ist, blüht der Schwarzmarkt. Wer das Mittel ohne ärztliche Verordnung nimmt, geht ein hohes gesundheitliches Risiko ein, denn die Nebenwirkungen sind enorm und reichen bis zu erhöhter Aggressivität, Angstzuständen, Wahnvorstellungen und sogar zum plötzlichen Tod. Verbreitet ist auch das Aufputschmittel Modafinil, ein Medikament gegen Narkolepsie (Schlafkrankheit).

Können Tabletten den IQ steigern?

Doch genauso wenig wie man aus einem Ackergaul ein Rennpferd machen kann, wird durch die Einnahme von Medikamenten aus einem Tölpel ein Einstein. Es gibt zwar Mittel, welche die Konzentration und das Gedächtnis verbessern. Wirklich schlauer machen sie einen aber nicht – ein Präparat, das kognitive Fähigkeiten bei einem Menschen (dazu gehören unter anderem Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Kreativität oder Orientierung) über die genetische Veranlagung hinaus steigert, wurde bisher noch nicht entwickelt.

Tut dem Gehirn gut – und ist legal

Dennoch kann man auf ganz legalem Wege dafür sorgen, dass das eigene Gehirn optimal arbeiten kann. Dazu gehört natürlich vor allem eine solide Lebensweise mit einer gesunden Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung. Zudem sind Forschern bestimmten Nährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen auf die Spur zu kommen, die das geistige Allgemeinbefinden verbessern. Citicolin zum Beispiel wird im Körper zu dem Neurotransmitter Acetylcholin umgewandelt und beschleunigt die Reizweiterleitung zwischen Synapsen im Gehirn. Das wiederum fördert die Denkleistung, die Konzentration und das Gedächtnis. Citicolin kommt in Lebensmitteln wie Milch, Eiern, Leber und Erdnüssen vor.

Noch mehr Nährstoffe fürs Hirn

Auch andere Nährstoffe fördern die Gehirnleistung, zum Beispiel Pflanzenstoffe (Ginkgo, Brahmin, Rosenwurz), Vitamine (B12), Mikronährstoffe (Zink), Fettsäuren (Omega 3). Klassische „Wachmacher“ wie Koffein, Grüner Tee oder Guarana können ebenfalls den Nebel im Hirn lichten. Wem das alles zu kompliziert ist, der wende sich vertrauensvoll an das Team seiner Guten Tag Apotheke. Denn viele der hier erwähnten Wirkstoffe gibt es als Nahrungsergänzungsmittel. Lassen Sie sich ausführlich beraten.

 

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