Machen künstliche Süßstoffe hungrig?

 

Viele Menschen, die auf ihr Gewicht achten, ersetzen Zucker durch künstliche Süßstoffe. Doch die erwartete gewichtsreduzierende Wirkung bleibt häufig aus. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) weiß, warum. Beispiel Sucralose (E955), ein Süßungsmittel, das circa 600 Mal süßer ist als Zucker: Laut DGVS steigert Sucralose die Aktivität im Hypothalamus, einem Hirnareal, das für Hunger und Sättigung verantwortlich ist. In einer Studie nahm das subjektive Hungergefühl bei den Teilnehmern rund eine halbe Stunde nach dem Konsum deutlich zu. „Künstliche Süßstoffe wie Sucralose senden dem Gehirn ein Signal von Süße, ohne die dazugehörige Energie zu liefern“, sagt Dr. Monika Rau vom Universitätsklinikum Würzburg. Auch Veränderungen im Darmmikrobiom, die in experimentellen Studien mit dem Konsum von Süßstoffen in Verbindung gebracht wurden, könnten das Risiko für Übergewicht und Diabetes erhöhen.

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Was hilft bei einer Blasenentzündung?

Praxistipps aus Ihrer Apotheke

 

Manche von uns kennen es nur zu gut, für Andere ist es glücklicherweise das erste Mal…

Eine Blasenentzündung (Harnwegsinfekt) äußert sich oftmals durch Brennen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang und Schmerzen im Unterbauch. Bei leichten Beschwerden können Betroffene zunächst selbst etwas dagegen tun.

Eine wichtige Maßnahme ist, viel zu trinken. In der Apotheke sind hierfür spezielle Blasen- und Nierentees erhältlich, die harntreibende Heilpflanzen wie Brennnessel, Birkenblätter oder Goldrute enthalten. Diese helfen dabei, die Bakterien aus der Blase „auszuspülen“. Zur Unterstützung können pflanzliche Arzneimittel eingenommen werden. Häufig verwendet werden Präparate mit Bärentraubenblättern, Kapuzinerkresse und Meerrettich oder Tausendgüldenkraut, Liebstöckel und Rosmarin. Sie wirken antibakteriell bzw. entzündungshemmend und sind rezeptfrei erhältlich. Zur Einnahme beraten wir Sie in der Apotheke gern.

Bei stärkeren krampfartigen Beschwerden können wir ebenfalls mit Medikamenten unterstützen. Und dann heißt es Ausruhen! Wärme, zum Beispiel durch eine Wärmflasche, kann zusätzlich entspannend wirken und Schmerzen lindern. Nehmen Sie sich die Zeit, den Infekt gut auszukurieren! Wichtig: Wenn sich die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen nicht bessern, sich verschlimmern, Fieber, Blut im Urin oder starke Schmerzen auftreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei Schwangeren, Männern und Kindern empfehlen wir einen Arztbesuch.

Leider ist die Blasenentzündung für einige Frauen ein immer wiederkehrendes Problem oder begleitet sie in einigen Lebensabschnitten. Die kurze Harnröhre macht es Bakterien leicht, in die Blase aufzusteigen und sich dort zu vermehren.  Hormonelle Einflüsse können bei Frauen in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auch die Entstehung von Harnwegsinfekten begünstigen. Das Immunsystem spielt natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle. Wenn dieses geschwächt ist durch Stress, höheres Alter oder bei einigen Krankheitsbildern wie z.B. Diabetes kann eine Blasenentzündung schneller entstehen. In einem Gespräch können wir gemeinsam herausfinden, ob Tipps zum Verhalten im Alltag vorbeugend helfen können. So gelten einige allgemeine Regeln wie

 

  • Viel trinken (2–3 l Wasser oder ungesüßter Tee), damit Bakterien ausgespült werden
  • Nicht „einhalten“ – regelmäßig zur Toilette gehen
  • Nach dem Toilettengang von vorne nach hinten wischen.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr möglichst bald Wasser lassen.
  • Nasse Kleidung (Badeanzug, Sportwäsche) zügig wechseln In manchen Fällen kann die Einnahme von Cranberry Präparaten, D-Mannose oder Probiotika sinnvoll sein. Auch hierzu können wir Sie individuell beraten.

Blasenentzündung: stock.adobe / Jannissimo

Wandern mit Diabetes?

Let´s go!

Passend zum „Aufgeschnappt”-Zitat von Prof. Dr. Reinhard Haller erreichte uns eine Pressemitteilung der Deutschen Diabetes-Hilfe (diabetesDE) mit folgender Überschrift: „Lange Märsche auch für Menschen mit Diabetes möglich“. Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes, so diabetesDE, die zudem noch mit Übergewicht kämpfen, scheuen den Gang zum Fitnessstudio aus Angst vor stigmatisierenden Blicken. Was aber jeder machen kann, sind Spaziergänge in der Natur, je länger, desto besser. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Patienten das „Go“ von ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin bekommen haben. Um den Einstieg zu erleichtern, hat die gemeinnützige Organisation zusammen mit der Deutschen Sporthochschule Köln das Trainingsprogramm für Anfänger „7.000 plus“ entwickelt (auch für Nicht-Diabetiker geeignet). Interessiert? Auf der Seite diabetesde.org

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Schaufensterkrankheit

Bei Frauen oft zu spät diagnostiziert

Jede zehnte Person über 60 Jahre leidet in Deutschland unter der sogenannten Schaufensterkrankheit, medizinisch Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Ein großes Problem besteht darin, dass diese Erkrankung bei Frauen in der Regel deutlich später diagnostiziert wird als bei Männern und die Therapie entsprechend später einsetzt. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) aufmerksam. „Frauen mit pAVK sind bei Diagnosestellung häufig älter, kränker und leiden an mehr Begleiterkrankungen als Männer“, sagt Dr. Ursula Werra-Buhz von der Uniklinik Köln, Dies könnte daran liegen, dass ihre Symptome oft unspezifischer sind und die Erkrankung dadurch später erkannt wird. „Während Männer häufiger klassische Symptome wie Wadenschmerzen aufweisen, klagen Frauen oft über diffuse Beinbeschwerden oder Fersenschmerzen“, so Werra-Buhz. Die Expertin empfiehlt Frauen mit Beschwerden, ihren Arzt oder ihre Ärztin gezielt darauf anzusprechen, ob möglicherweise eine Schaufensterkrankheit vorliegt.

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Macht religiöser Glaube gesund?

 

Am 5. April war Ostern. An diesem Tag feiern Christen in aller Welt die Auferstehung Christi. Wir nehmen das höchste christliche Fest zum Anlass, der Frage nachzugehen, ob es eine Beziehung zwischen Religion und Glaube auf der einen und Gesundheit auf der anderen Seite gibt. Mit anderen Worten lautet die Frage: Macht und hält religiöser Glaube gesund?

 

Wer in den gängigen Suchmaschinen im Internet die Begriffe „Glaube und Gesundheit“ eingibt, wird vermutlich erstaunt sein, wie viele Treffer ihm angezeigt werden. Vor allem Wissenschaftler und andere Experten in den USA haben sich mit diesem Thema befasst. Einer von ihnen: der Arzt und Medizinprofessor Dale A. Matthews. Bereits im Jahr 2000 erschien sein Buch „Glaube macht gesund. Spiritualität und Medizin“ (auf deutsch nur noch im Antiquariat z.B. bei Medimops erhältlich). Der Arzt und Medizinprofessor schreibt darin, er habe in seiner medizinischen Tätigkeit „häufig beobachtet, mit welcher Kraft der Glaube und die lebendige religiöse Überzeugung dazu beitragen können, dass jemand gesund bleibt, sich von einer Krankheit erholt oder mit dem Kranksein zurechtkommt“.

Auch im deutschsprachigen Raum wird der mögliche positive Zusammenhang von Religion und Glauben mit subjektivem Wohlbefinden, Gesundheitsförderung und Krankheitsbewältigung seit einigen Jahren intensiver erforscht und diskutiert. Der Theologe Prof. Dr. Klaus Baumann von der Uni Freiburg hat sich intensiv mit dieser Thematik befasst. In seinem bereits 2008 veröffentlichen Aufsatz „Macht Glaube gesund? Zum Effekt religiösen Glaubens in Prävention und Krankheitsbewältigung“ schreibt er: „Forschungsergebnisse zur Korrelation von Religiosität und verschiedenen Aspekten psychischer Gesundheit zeigen fast durchgängig gesundheitspositive Zusammenhänge für subjektives Wohlbefinden, Hoffnung und Optimismus, Selbstwertgefühl, Sinnerfüllung, soziale Unterstützung, Einsamkeitsgefühle, Depressivität, Suizid, Angststörungen, Schizophrenie und andere Psychosen, Alkohol- und Drogenkonsum, Delinquenz, Beziehungsstabilität bei Ehepaaren.

Ähnlich verhält es sich mit der körperlichen Gesundheit: Bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck (unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Rauchen), hirnorganischen Erkrankungen, Störungen des Immunsystems, Krebs, Behinderung und Schmerzen ergeben fast alle Studien eine signifikante, wenn auch schwache positive Korrelation zwischen Religiosität und Gesundheit.“  Interessant sind auch die Ergebnisse einer amerikanischen Langzeitstudie aus den 1990er Jahren, die eine um bis zu sieben Jahre höhere Lebenserwartungen von regelmäßigen Gottesdienstbesuchern im Vergleich zu Probanden festgestellt hat, die nicht an Gottesdiensten teilnahmen. Der wesentliche Grund für diese positive Wirkung von Religiosität auf Gesundheit bzw. Krankheitsbewältigung liegt Experten zufolge nicht in irgendeinem „göttlichen Wirken“, sondern schlicht und ergreifend im Verhalten der Menschen. So erklärt der Theologe Baumann die „gesundheitsgünstige Wirksamkeit von Religion/Religiosität“ damit, dass die (christliche) Religion die Menschen zu einem „günstigeren Gesundheitsverhalten“ motiviere, also zu weniger Rauchen, Alkohol und Drogenkonsum und weniger riskantem Sexualverhalten. Weitere Faktoren sind das Gemeinschaftserlebnis durch Gottesdienstbesuche und eine lebendige Kirchengemeinde, was vor allem bei älteren Menschen ein Schutz gegen krankmachende oder krankheitsfördernde Einsamkeitsgefühle ist.

Auch Trost sowie das Empfinden, in der Welt aufgehoben zu sein und Sinn zu erleben, wirken sich förderlich auf die körperliche und psychische Gesundheit aus. Allerdings: Religiosität ist nicht per se gesundheitsfördernd. Es kommt auf die Inhalte an. So gibt es Religionen, die Krankheiten als Strafe oder Prüfung Gottes betrachten. „Viele Menschen haben Vorstellungen, die nur bedingt mit dem biomedizinischen Verständnis kompatibel sind“, sagt Kevin Becker von der Uni Bonn. Diese Einstellung hat Auswirkung auf die ärztliche Behandlung, besonders auch auf die Prävention. Impfkampagnen etwa setzen häufig voraus, dass Menschen naturwissenschaftliche Erklärungen teilen. Wer Krankheiten jedoch als Ausdruck spiritueller Kräfte sieht, den erreichen solche Botschaften anders.

 

Fazit Macht religiöser Glaube also gesund?

„Zusammenfassend kann ein konsistent signifikanter, auf niedrigem Niveau positiver Zusammenhang zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit mit persönlich gelebter Religiosität festgehalten werden“, stellt Prof. Baumann von der Uni Freiburg fest. Allerdings ist eines sicher: Wunder sollte man nicht erwarten. Auch gläubige Christen und Angehörige anderer Religionen bekommen Krebs und einen Herzinfarkt. Der wesentliche Punkt ist wohl der, dass gläubige Menschen in der Regel einfach gesünder leben. Also sich nicht nur gesünder ernähren und auf Gifte wie Alkohol, Zigaretten und Drogen verzichten, sondern sich in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen aufgehoben fühlen („Glaubensgemeinschaft“) und ihnen der Glaube auch psychisch Halt und Sinn gibt.

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Was ist eigentlich ein Hörsturz?

Wenn man von einem Moment auf den anderen schlechter oder gar nicht mehr hört, kann ein sogenannter Hörsturz dahinterstecken. Lesen Sie, um was es sich dabei genau handelt und was dagegen hilft.

 

Ein lauter Knall, eine Virusinfektion oder bestimmte Medikamente – es gibt zahlreiche Gründe für eine plötzliche Verschlechterung des Hörvermögens. Lässt sich kein eindeutiger Auslöser identifizieren, so spricht man von einem Hörsturz. Als Hauptursache wird eine Durchblutungsstörung des Innenohrs vermutet. Darüber hinaus scheint anhaltender Stress ein Risikofaktor für einen Hörsturz zu sein. Obwohl prinzipiell Menschen aller Altersgruppen einen Hörsturz erleiden können, sind vor allem Erwachsene ab einem Alter von 40 Jahren betroffen. Die Häufigkeit ist unter Männern und Frauen in etwa gleich. Schätzungen der Deutschen Tinnitus-Liga gehen davon aus, dass hierzulande jedes Jahr mehr als 150.000 Personen einen Hörsturz erleiden.

 

Symptome

Bei einem Hörsturz kommt es innerhalb weniger Minuten oder Stunden zu einer meist einseitigen Minderung des Hörvermögens bis hin zu kompletter Taubheit. Begleitend können Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel und/oder ein Druckgefühl („Watte im Ohr“) auftreten. In mehr als der Hälfte aller Fälle klingen die Beschwerden innerhalb weniger Stunden bzw. nach ein bis zwei Tagen von selbst wieder ab. Bei länger anhaltenden Beschwerden, einer starken Hörminderung, zusätzlichem Schwindel oder Vorerkrankungen an den Ohren sollte möglichst zeitnah ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Dieser kann andere Gründe für die Hörminderung ausschließen und rechtzeitig die richtige Behandlung einleiten.

 

Behandlung

Mittel der Wahl sind in der Regel Medikamente aus der Gruppe der Glukokortikosteroide (z. B. Prednisolon, Dexamethason), die entzündungshemmend wirken. Diese können in Form von Tabletten eingenommen werden. In bestimmten Fällen empfiehlt der Arzt eine lokale Verabreichung der Wirkstoffe mittels Spritzen ins Mittelohr oder eine Infusion. Früher kamen bei einem Hörsturz durchblutungsfördernde Medikamente (Rheologika, Vasodilatatoren) zum Einsatz. Da sie sich in Studien jedoch nicht als wirksam erwiesen haben und teils starke Nebenwirkungen verursachen, werden diese Mittel heutzutage nicht mehr zur Behandlung eines Hörsturzes empfohlen. Weil die Ursachen bislang nicht ausreichend erforscht sind, können auch keine klaren Empfehlungen dazu gegeben werden, wie man die Heilung unterstützt bzw. wie man einem Hörsturz vorbeugt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass stressreduzierende Maßnahmen wie Entspannungsübungen und ausreichend Schlaf sowie gegebenenfalls ein Rauchstopp hilfreich sein könnten.

Hörsturz: stock.adobe / deagreez

Wenn der Juckreiz nicht aufhört

„Jöck es schlemme wie ping“ – so lautet eine rheinische Redensart, die besagt, dass Juckreiz oft quälender ist als Schmerz. Menschen mit Neurodermitis können dies vermutlich nur bestätigen. Denn starker Juckreiz gehört zu den klassischen Symptomen der belastenden Hautkrankheit.

Neurodermitis, in der Fachsprache atopische Dermatitis genannt, ist eine chronische Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist und immer wieder aufflammen kann. Typisch sind entzündete, trockene Hautstellen, die stark jucken. In Deutschland ist etwa jedes zehnte Kind betroffen. Doch glücklicherweise wachsen viele Kinder aus der Krankheit heraus. Eine britische Studie konnte zeigen, dass die Symptome bei etwa 60 Prozent der betroffenen Kinder bis zum jungen Erwachsenenalter wieder verschwinden. Bei Erwachsenen ist die Erkrankung dann deutlich seltener – betroffen ist etwa jeder Dreißigste.

Hohe Krankheitslast

Als Leitsymptom der atopischen Dermatitis gilt anhaltender, intensiver Juckreiz. Er beeinträchtigt die Betroffenen in allen Lebenslagen und raubt ihnen den Schlaf. Besonders belastend wirken sichtbare Ekzeme in Gesicht oder an den Händen. Viele Menschen mit Neurodermitis leiden unter einem geschwächten Selbstbewusstsein und entwickeln Ängste oder Depressionen. Sie berichten von krankheitsbedingten Einschränkungen im Alltag, bei der Wahl von Hobbys und Beruf, bei Karrieremöglichkeiten sowie im Liebesleben. Eine deutsche Studie belegt: Die Einbußen an Lebensqualität sind bei Menschen mit Neurodermitis größer als bei vielen anderen chronischen Erkrankungen – etwa bei Diabetes oder Rheuma.

 

Neurodermitis kommt selten allein

Die Belastung geht oft über die Hauterkrankung selbst hinaus. Viele Betroffene haben darüber hinaus Allergien gegen Pollen, Hausstaubmilben oder bestimmte Nahrungsmittel und leiden zusätzlich unter Heuschnupfen oder Asthma.

 

Wie kommt es zu atopischer Dermatitis?

Die Ursachen der Erkrankung sind vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. Gesichert ist jedoch, dass die Genetik eine zentrale Rolle spielt, wenn die Hautbarriere gestört ist und das Immunsystem überschießend reagiert. Doch auch Umweltfaktoren sind bedeutsam: Die Häufigkeit von Neurodermitis stieg zwischen 1950 und 2000 deutlich an. Als ursächlich gilt vor allem der westliche Lebensstil mit veränderten Umweltbedingungen. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Erkrankungshäufigkeit in den letzten Jahren jedoch nicht weiter zugenommen hat.

 

Vorbeugen ist möglich

Obwohl sich atopische Dermatitis nicht vollständig verhindern lässt, können einige Maßnahmen das Risiko senken. Die aktuelle Forschung zeigt: Eine vielfältige Beikost im ersten Lebensjahr ist mit einem geringeren Neurodermitis-Risiko verbunden. Diäten oder das Weglassen bestimmter Nahrungsmittel ohne nachgewiesene Allergie helfen dagegen nicht – im Gegenteil. Besonders wichtig ist der Schutz vor Tabakrauch: Sowohl aktives als auch passives Rauchen erhöht das Risiko für Neurodermitis und verschlimmert bestehende Symptome. Eine ausführliche Beratung zur Prävention erhalten Interessierte bei ihrem Arzt oder in der Apotheke.

 

Gute Aussichten mit der richtigen Behandlung

Neurodermitis lässt sich heute deutlich besser kontrollieren als noch vor einigen Jahren. Eine gezielte Behandlung lindert nicht nur die Symptome, sondern kann auch Komplikationen vorbeugen.

 

Basispflege als Fundament

Die konsequente Hautpflege mit rückfettenden Cremes und Salben, sogenannten Emollienzien, ist das A und O in der Neurodermitis-Behandlung. Die Pflegeprodukte stärken die gestörte Hautbarriere und sollten täglich aufgetragen werden, auch in symptomfreien Phasen. Welches Produkt für die jeweiligen individuellen Bedürfnisse am besten geeignet ist, wissen die gut geschulten Mitarbeiter Ihrer Guten-Tag-Apotheke. Lassen Sie sich gerne beraten.

 

Moderne Medikamente als nächster Schritt

Die Behandlung der Neurodermitis folgt einem Stufenplan, der sich am Schweregrad der Erkrankung orientiert. Bei leichten Symptomen reicht oft die konsequente Basispflege aus. Kommt es zu entzündlichen Schüben, werden zusätzlich antientzündliche Wirkstoffe wie Cortisonsalben oder Calcineurin-Inhibitoren eingesetzt. Auch eine Lichttherapie kann helfen. Bei schweren Verläufen, die auf äußerliche Behandlungen nicht ausreichend ansprechen, stehen heute moderne Systemtherapien zur Verfügung, die gezielt in das Immunsystem eingreifen.

Juckreiz: stock.adobe / New Africa

Wenn Geräusche die Gesundheit bedrohen

Stressfaktor Lärm

 

In hohen Pegeln verursacht Schall direkte Schäden am Gehör. Doch auch Geräusche, die unter der Schmerzgrenze liegen, können auf Dauer gesundheitsschädlich sein. Lesen Sie, was man tun kann, um sich zu schützen.

 

Am 29. April 2026 wird weltweit der „Tag gegen Lärm (International Noise Awareness Day)“ begangen. Dieser in Deutschland seit 1998 jährlich stattfindende Aktionstag soll Aufmerksamkeit für unterschiedliche Lärmbelastungen und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit schaffen. Doch was versteht man eigentlich genau unter Lärm?

 

Was ist Lärm?

Kurz gesagt: Lärm ist jeglicher Schall, der als unangenehm bzw. störend empfunden wird oder sogar gesundheitsschädlich ist. Das bedeutet, dass die Wahrnehmung von Lärm stark subjektiv geprägt ist. So genießen beispielsweise manche Menschen laute Musik, während sich andere dadurch belästigt fühlen. (Sie kennen sicher den Satz von Wilhelm Buch: „Musik wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden.“) Entscheidend ist dabei unter anderem die Lautstärke, die in Dezibel (dB), einer Einheit für den Schalldruck, angegeben wird. Die Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs liegt in etwa bei 120 bis 140 dB. Doch ernsthafte Schäden am Gehör – von Tinnitus bis hin zum Hörverlust – können bei längerer Exposition bereits ab 85 dB entstehen.

 

Was sind die gesundheitlichen Folgen?

Die Grenze, bei der sich Schall negativ auf die Gesundheit auswirken kann, liegt sogar noch deutlich darunter. Sie ist unter anderem auch von der jeweiligen Geräuschkulisse (z. B. durchgängiges Rauschen, wiederkehrende Lärmspitzen) und der individuellen Lärmempfindlichkeit bzw. Stressresistenz abhängig. Wenn ein Geräusch als unangenehm empfunden wird, wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Dabei schüttet er Stresshormone aus, die Einfluss auf den Kreislauf und verschiedene Stoffwechselvorgänge haben. Akut führt dies zu einem Anstieg des Blutdrucks sowie der Herzschlag- und Atemfrequenz. Langfristig kann unter anderem das Immunsystem geschwächt werden. Weitere mögliche Folgen von chronischer Lärmbelästigung sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose und Bluthochdruck sowie ein erhöhtes Herz-Infarkt-Risiko. Außerdem schwächt dauerhafter Lärm den Körper, indem er den Schlaf beeinträchtigt – selbst wenn er dabei nicht bewusst wahrgenommen wird.

 

Wie schützt man sich?

Um gesundheitlichen Schäden durch Lärm vorzubeugen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO einen Grenzwert von 55 dB tagsüber bzw. von 40 dB nachts nicht zu überschreiten. Folgende Tipps können dabei helfen, das Risiko für lärmbedingte Gesundheitsschäden im Privaten zu reduzieren:

  • Ohren auf bei der Wohnungswahl: Achten Sie bei der Suche nach einem neuen Zuhause genau auf die potenzielle Lärmbelastung. Bedenken Sie bei der Besichtigung unter anderem auch Abweichungen hinsichtlich der Tageszeit und des Wochentags (z. B. Berufsverkehr, Flug- bzw. Bahnfahrpläne, Ruhezeiten in der Hausordnung).
  • Ausschalten und Abschirmen: Verzichten Sie darauf, Geräuschquellen wie Fernseher oder Radio dauerhaft laufen zu lassen. Gönnen Sie Ihren Ohren immer mal wieder eine Pause, indem Sie sich an entlegene und stille Orte in der Natur zurückziehen. Nutzen Sie Noise-Cancelling-Kopfhörer oder Ohrstöpsel, um störende Geräusche von außen auszublenden. Setzen Sie auf Geräte und Maschinen mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ und/oder nutzen sie dämmende Unterlagen unter Waschmaschinen bzw. Gummifüße an Subwoofern.
  • Gelassen bleiben: Sprechen Sie „Störenfriede“ in ihrer Umgebung friedlich auf das Problem an und versuchen Sie gemeinsam mit ihnen eine Lösung zu finden. Fördern Sie außerdem ihre Fähigkeit, trotz Stress gelassen zu bleiben, mithilfe von Sport, Achtsamkeitsübungen und Meditation.

Lärm: stock.adobe / deagreez

Was man über Tattoos und Piercings wissen sollte

Stiche für die Schönheit

 

Bunte Bilder auf der Haut und Ringe durch Körperteile gelten als Ausdruck von Persönlichkeit, Erinnerung oder einfach Geschmack. Medizinisch betrachtet ist das jedoch mehr als ein modisches Accessoire: Beim Stechen wird die Haut gezielt verletzt. Deshalb gibt es einiges, was man bedenken sollte – denn Körperschmuck soll seinem Träger gefallen und nicht krank machen.

 

Was genau passiert beim Tätowieren und Piercen?

Für den Körper bedeuten Tattoos und Piercings immer eine Verletzung der Haut. Beim Tätowieren durchstechen feine Nadeln die oberste Hautschicht und deponieren die Farbe dauerhaft in der Dermis (Lederhaut). Dabei stechen zwischen drei bis zu 45 Nadeln gleichzeitig 50 bis 3.000 Mal pro Minute zu. Beim Piercing durchdringt eine dicke Nadel die Haut komplett. Es bildet sich ein Stichkanal, der anschließend mit dem Schmuckstück offengehalten wird. Dieser Kanal vernarbt mit der Zeit und bleibt auch bestehen, wenn man den Schmuck entfernt.

 

Das richtige Material

Ob Tattoo oder Piercing – eine saubere Arbeitsweise und hochwertiges Equipment entscheiden mit, wie gut die Wunde heilt. Seriöse Studios arbeiten ausschließlich mit sterilen Einmalnadeln, die Mitarbeiter tragen Handschuhe und desinfizieren Haut, Werkzeuge und Arbeitsflächen gründlich. Für Tattoo-Farben gelten in der EU seit 2022 strenge Vorgaben nach der „REACH-Verordnung“ – die Farben dürfen keine gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten. Schmuck aus Titan, chirurgischem Stahl oder echtem Gold ist besonders gut verträglich. Billiger Modeschmuck kann dagegen allergieauslösende Stoffe enthalten und Entzündungen begünstigen.

 

Die Wundpflege

Direkt nach dem Stechen ist die Wunde besonders anfällig für Entzündungen. Das Studio erklärt genau, wie die Pflege zu Hause geht. Tattoos werden in der Regel vorsichtig gereinigt und anschließend mit einer Pflegecreme dünn versorgt. Piercings benötigen je nach Körperstelle spezielle Reinigungslösungen, etwa sterile Kochsalzlösungen. Aggressive Desinfektions- oder Hausmittel können den Heilungsprozess stören. Auch wenn’s schwerfällt: Finger weg vom Tattoo oder Piercing! Wer es unnötig berührt, verzögert die Heilung und erhöht das Infektionsrisiko. Bis zur vollständigen Abheilung gilt außerdem: Sonne, Schwimmbad, See oder Meer meiden. Kleidung sollte nicht scheuern. Deshalb sollten Tattoos und Piercings nicht vor oder während eines Strandurlaubs oder in der Badesaison gestochen werden. Kleine Tattoos sind oft nach wenigen Wochen oberflächlich verheilt, bei Piercings zum Beispiel am Ohrknorpel oder Bauchnabel kann es dagegen mehrere Monate dauern.

 

Was ist normal, was beunruhigend?

In den ersten Tagen sind Rötungen, leichte Schwellungen und ein Wärme- oder Spannungsgefühl normal, ebenso wie leichtes Nässen oder Krustenbildung. Bei starken Schmerzen und Schwellungen, Fieber, eitrigem Ausfluss oder roten Streifen auf der Haut muss man zum Arzt. Wichtig: Piercingschmuck darf nicht eigenständig entfernt werden, weil sich dann die Entzündung im Gewebe einschließen kann. Je früher eine Infektion erkannt wird, desto unkomplizierter ist meist die Behandlung – und desto größer die Chance, dass Tattoo oder Piercing gut heilen.

 

„Mami, ich möchte Ohrringe!“ Rechtlich gilt in Deutschland: Tattoos sind bei Minderjährigen grundsätzlich nicht erlaubt, auch nicht mit Einverständniserklärung der Eltern. Piercings bei Kindern sind in Deutschland gesetzlich zwar erlaubt, werden in seriösen Studios aber erst ab 14 Jahren und nur in Anwesenheit der Eltern gemacht. Simple Ohrlöcher sind oft früher möglich, ab etwa sechs Jahren. Jedes Piercing sollte bei Kindern und Jugendlichen ganz genau überdacht werden: Der Körper wächst noch und die Haut ist empfindlicher. Konsequente Hygiene kann noch schwerfallen. Rein ästhetisch muss man auch bedenken, dass etwa die Ohrläppchen noch wachsen und auch perfekt gestochene Ohrlöcher dadurch später schief werden können.

 

Muss ich meinem Kind ein Piercing erlauben?

Der Wunsch nach Tattoos oder Piercings ist bei Jugendlichen oft mehr als ein modischer Trend.Eltern sollten den Wunsch nach einem Tattoo oder Piercing erst einmal weder ablehnen noch zustimmen. Gespräche helfen, die Motive dahinter zu verstehen: Geht es um Ästhetik? Um Zugehörigkeit? Um ein Symbol mit persönlicher Bedeutung? Oder um den Wunsch, ernst genommen zu werden? Tattoos sind dauerhaft, überfordern die jugendliche Einschätzungsfähigkeit und sind unter 18 Jahren illegal. Piercings können – je nach Alter – in Betracht gezogen werden, wenn Hygiene, Reife und Verantwortungsbewusstsein stimmen. Versuchen Sie als Eltern, Zeit zu gewinnen – oft lässt der Wunsch nach einiger Zeit von allein nach.

Schönheit: stock.adobe / bartsadowski

Hormongesundheit

Das können Sie selbst dafür tun

 

Kleine Botenstoffe mit großer Wirkung Hormone sind chemische Signalstoffe, die unser Körper in speziellen Drüsen produziert – etwa in der Schilddrüse, den Nebennieren, der Bauchspeicheldrüse, den Hoden oder den Eierstöcken. Über das Blut verteilen sich die Hormone im Körper und übermitteln Informationen an weitere Organe. Hormone steuern unter anderem unseren Energiehaushalt, den Schlaf-Wach-Rhythmus, Hunger und Sättigung, die Stressreaktion sowie Fruchtbarkeit und Zyklus. Auch unsere Stimmung und mentale Belastbarkeit stehen in engem Zusammenhang mit dem hormonellen Gleichgewicht. Dabei arbeiten Hormone nicht isoliert, sondern in einem fein abgestimmten Zusammenspiel.

 

Wenn das Gleichgewicht kippt

Hormonelle Veränderungen machen sich im Alltag oft unspezifisch bemerkbar. Statt klarer Symptome treten eher diffuse Beschwerden auf, die sich schleichend entwickeln und nicht immer sofort mit dem Hormonsystem in Verbindung gebracht werden. Das sind die häufigsten:

  • Das Stresshormon Cortisol hilft kurzfristig dem Körper, bei besonderen körperlichen oder geistigen Herausforderungen leistungsfähig zu bleiben. Tritt Stress häufig und regelmäßig auf, kann ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel den Schlaf stören, damit die Erholung erschweren und langfristig zu Erschöpfung führen. Konzentrationsprobleme oder vermehrte Reizbarkeit sind weitere typische Symptome.
  • Schilddrüsenhormone beeinflussen den Stoffwechsel, die Körpertemperatur und den Energiehaushalt. Veränderungen zeigen sich unter anderem durch Antriebslosigkeit, Frieren, Gewichtszunahme oder eine allgemeine Müdigkeit, die sich trotz ausreichendem Schlaf nicht bessert.
  • Das Hormon Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel und damit die Energieversorgung der Zellen. Schwankungen, unregelmäßige Mahlzeiten oder stark verarbeitete Lebensmittel führen oft zu Heißhungerattacken, Leistungstiefs oder Gewichtszunahme.
  • Umweltgifte wie Alkohol, Nikotin oder chemische Stoffe können hormonähnlich wirken oder den natürlichen Hormonhaushalt beeinflussen.
  • Bei Frauen beeinflussen die Sexualhormone Östrogen und Progesteron nicht nur den Zyklus, sondern auch Schlaf, Stimmung und das allgemeine Körpergefühl.

 

Zyklusbeschwerden, ausgeprägtes prämenstruelles Syndrom oder Beschwerden in den Wechseljahren sind häufige Ausdrucksformen hormoneller Umstellungen. Dabei ist nicht jede Veränderung krankhaft – aber sie verdient Aufmerksamkeit und eventuell eine Behandlung. Halten Beschwerden über mehrere Wochen an, sollte der Arzt mögliche hormonelle Ursachen untersuchen.

 

Das können Sie für Ihre Hormongesundheit tun:

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) macht sich (nicht nur am Welthormontag) dafür stark, das Thema Hormongesundheit bewusster wahrzunehmen. „Jeder Einzelne kann etwas für seine Hormone tun und damit langfristig seine Gesundheit schützen“, sagt DGE-Präsident Prof. Dr. Tuckermann.

 

Und darum geht´s:

  • Besonders wichtig ist eine regelmäßige, ausgewogene Ernährung mit frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Der Körper benötigt ausreichend Energie, Eiweiß und gesunde Fette, um Hormone bilden und abbauen zu können. Regelmäßige Mahlzeiten helfen zudem, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten – ein wichtiger Faktor für Insulin und Stresshormone. Ballaststoffreiche Lebensmittel unterstützen den Darm, der eine zentrale Rolle beim Abbau überschüssiger Hormone spielt. Mögliche Mangelzustände – etwa von Vitamin D, Jod oder Kalzium – können nach Rücksprache mit dem Arzt durch Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke ausgeglichen werden.
  • Ein möglichst gleichmäßiger Schlafrhythmus, Dunkelheit und Ruhe fördern neben dem Schlafhormon Melatonin auch andere hormonelle Abläufe. Feste Bettzeiten und kein TV oder Handy drei Stunden vor dem Schlafengehen wirken sich positiv auf den Schlaf aus. Die DGE empfiehlt mindestens sieben Stunden ununterbrochenen Schlaf pro Nacht.
  • Regelmäßige Bewegung stabilisiert die Hormone, denn sie unterstützt den Stoffwechsel, fördert die Insulinempfindlichkeit und hilft beim Abbau von Stresshormonen. Perfekt ist die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining, am besten 1,5 bis 2,5 Stunden pro Woche plus tägliche Spaziergänge.
  • Die Belastung durch Stress wird oft unterschätzt. Wer unter dauerhafter Anspannung leidet, bringt das hormonelle Gleichgewicht langfristig aus dem Takt. Kleine Pausen, bewusste Atemmomente oder kurze Spaziergänge können dem Nervensystem helfen, zur Ruhe zu kommen. Je besser es gelingt, regelmäßige Erholungsphasen einzuplanen, desto leichter kann der Körper sich hormonell ausgleichen.
  • Um Schadstoffe zu vermeiden, sollte man möglichst auf Plastikverpackungen verzichten, da bestimmte Kunststoffe hormonaktiv wirken können. Regelmäßiges Lüften, Wischen und Staubsaugen tragen dazu bei, die Belastung durch hormonwirksame Stoffe im Hausstaub zu reduzieren. Bei Kosmetik- und Pflegeprodukten meidet man am besten Inhaltsstoffe wie Phthalate, Parabene oder Triclosan.

 

„Viele Menschen wissen nicht, wie stark Hormone ihre Gesundheit beeinflussen. Dabei kann jeder und jede Einzelne viel dafür tun, um hormonelle Probleme zu verhindern“, sagt Privatdozentin Dr. med. Dr. jur. Birgit Harbeck, Mediensprecherin der DGE und Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie am Endokrinologikum Kiel.

 

Was sind eigentlich bioidentische Hormone und welche Vorteile bringen sie?

Bioidentische Hormone werden vor allem in der Peri- und Menopause eingesetzt. Was sie so wirksam und gut verträglich macht, erklärt Dr. Sheila de Liz in ihrem Buch „Women on Fire – Alles über die fabelhaften Wechseljahre“ (Rowohlt Verlag, 288 Seiten, 16 Euro):

„Bioidentische Hormone werden im Labor aus dem Stoff Diosgenin hergestellt, der wiederum aus der Yamswurzel gewonnen wird. Ja, diese Hormone haben einen pflanzlichen Ursprung! Ihre Struktur entspricht exakt der von Hormonen aus dem Eierstock, und unser Körper kann nicht unterscheiden, ob die Hormone nun aus der Apotheke oder aus dem Eierstock sind. Entsprechend haben sie wenige – ich bin sogar versucht zu sagen gar keine – Nebenwirkungen, weil sie sich natürlich und artgerecht im Körper verhalten und genau an die Hormonrezeptoren, also an die Andockstellen, passen. Das können Präparate mit hormonähnlicher Wirkung niemals in dieser Perfektion! Die bioidentischen Hormone sind also von der molekularen Struktur her exakt die, die dem Körper fehlen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Beispiele für bioidentisches ß-Östradiol sind: Estreva Gel, Gynokadin Gel, Estramon Pflaster oder Lenzetto Spray. Beispiele für mikronisiertes Progesteron sind: Famenita (100 oder 200mg) und Utrogestan 100.“

Titel: stock.adobe / Daniel